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Preissenkungen lassen Metro tiefer in die roten Zahlen rutschen


Metro rutscht wohl tiefer in die roten Zahlen

30.04.2012, 09:46 Uhr | dpa-AFX

Preissenkungen lassen Metro tiefer in die roten Zahlen rutschen. Der Konzern hart schwer zu kämpfen (Quelle: Reuters)

Der Konzern hart schwer zu kämpfen (Quelle: Reuters)

Die Preisoffensive bei Media-Saturn und der Vertriebsmarke Metro Cash & Carry haben den Handelskonzern Metro Group im ersten Quartal wohl tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Die 13 von dpa-AFX befragten Analysten erwarten, dass sich unter dem Strich der Nettoverlust nach Anteilen Dritter von drei auf 53 Millionen Euro erhöht hat. Auch operativ dürfte Metro Federn gelassen haben. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erwarten die Experten einen Rutsch von 145 Millionen auf 55 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte hingegen leicht auf 15,56 Milliarden Euro gestiegen sein. Metro legt am 3. Mai die Geschäftszahlen vor.

Auswirkungen der Schuldenkrise erkennbar

Die ersten drei Monate haben traditionell nur einen kleinen Anteil am Gesamtjahresergebnis. Im vergangenen Jahr machte die Metro lediglich sechs Prozent ihres Gesamt-EBIT zwischen Januar und März. Dennoch gilt Analysten zufolge das Quartal auch als ein Indiz, wie der seit Jahresbeginn amtierende Metro-Chef Olaf Koch die Herausforderungen angeht. Wie alle Handelskonzerne leidet der Konzern unter den Auswirkungen der Schuldenkrise, die den Konsum abwürgen. Hinzu kommen Währungsschwankungen in vielen Ländern Osteuropas. Der etwas größere Konkurrent Carrefour aus Frankreich hat bereits Quartalszahlen vorgelegt, die enttäuscht haben.

Konkurrenz unterschätzt

Zu den Außenfaktoren gesellen sich aber auch hausgemachte Probleme. So hat das Düsseldorfer Unternehmen beispielsweise die Konkurrenz von Internethändlern wie Amazon oder Discountern wie Aldi unterschätzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich gezeigt, dass die beiden wichtigsten Sparten im Konzern an Zugkraft eingebüßt haben. Sowohl die Großmärkte für Gewerbetreibende (Cash & Carry) als auch die Elektronikketten Media Markt und Saturn hatten im wichtigen Weihnachtsgeschäft einen Umsatzrückgang verbucht. Aber auch bei der Lebensmitteltochter Real und den Warenhäusern Kaufhof hatten die Kunden nicht mehr so viel eingekauft wie erhofft.

Metro-Chef Koch will diesen Trend umkehren. Umsatzwachstum habe oberste Priorität, hatte er auf der Bilanzpressekonferenz im März angekündigt. Bereits 2012 sollen die Erlöse wieder steigen. Gelingen soll das mittels niedriger Preise, mehr Service und optimierten Sortimenten. Preissenkungen vorgemacht haben bereits Media Markt und Saturn.

Preise sollen runter

Um den Anschluss an die Online-Konkurrenz nicht zu verlieren, wurden Kernsortimente billiger gemacht, zudem für beide Elektroniktöchter eine Online-Plattform aufgebaut. Im Zuge des Umbaus fielen 3000 Stellen weg. Laut einem Bericht der "Lebensmittelzeitung" sind die erhofften Erfolge der Online-Offensive aber bislang nicht eingetreten. Der Verzicht auf Aktionswerbung habe zu Einbußen bei Umsatz und Ertrag geführt, heißt es in dem Bericht. Analysten wie die von JP Morgan oder dem Bankhaus Lampe glauben, dass Media-Saturn im ersten Quartal rote Zahlen geschrieben hat.

Auch bei den anderen Metro-Töchtern sollen die Preise runter. Die Aufwendungen dafür werden das Ergebnis im Konzern belasten. Für 2012 hatte Koch lediglich ein bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Deswegen sollen auch die Kosten weiter gesenkt werden. Rund 150 Millionen Euro Einsparpotenzial pro Jahr hat Koch bei der Metro ausgemacht. So wird die Logistik unter einem Dach gebündelt. Die Landesgesellschaften für die Großmärkte in Spanien und Portugal bekommen künftig einen gemeinsamen Sitz.

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