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Preiskrieg bei Media-Saturn verhagelt Metro- Quartalsbilanz


Preiskrieg bei Media-Saturn verhagelt Metro- Quartalsbilanz

03.05.2012, 13:18 Uhr | dpa-AFX

Preiskrieg bei Media-Saturn verhagelt Metro- Quartalsbilanz. Metro musste einen Quartalsverlust verkraften (Quelle: imago images)

Metro musste einen Quartalsverlust verkraften (Quelle: imago images)

Die neue Strategie kostet Deutschlands größten Handelskonzern Metro viel Geld. Wegen einem großen Preisdruck bei Media Markt und Saturn sowie hohen Investitionskosten in Folge der neuen Strategie schießt der Verlust in die Höhe.

Wie der neue Metro-Chef Olaf Koch mitteilte, erhöhte sich der Verlust von drei auf 82 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) rutschte von plus 142 auf minus neun Millionen Euro. Der Umsatz konnte hingegen um 2,2 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro gesteigert werden.

Neuer Chef, neue Strategie

Der neue Chef Koch hatte dem Konzern eine neue Strategie verordnet, die klar auf Umsatzwachstum setzt. "Wir haben in den vergangenen Monaten massiv in bessere Preise und zusätzliche Kundenservices investiert. Unsere Maßnahmen zur Steigerung des Umsatzes auf vergleichbarer Fläche beginnen in vielen Bereichen bereits die gewünschte Wirkung zu zeigen", sagte der seit Jahresbeginn amtierende Metro-Chef.

Allerdings belasten die Investitionen das Ergebnis. Das erste Quartal könne man jedoch nicht als Maßstab für das Gesamtjahr nehmen, sagte Koch. Die ersten drei Monate machten weniger als fünf Prozent des Gesamtjahres-EBIT aus. Im zweiten Quartal werde das EBIT wieder steigen, auch der Umsatz werde sich weiter verbessern.

Höhere Investitionen im Bereich Internet

Die größten Preiszugeständnisse machte der Düsseldorfer Konzern bei der Elektroniktochter Media-Saturn. Auf rund 50 Millionen Euro bezifferte Koch diese im ersten Quartal. In Deutschland beispielsweise wurden Mobiltelefone günstiger angeboten. Metro hat Kritikern zufolge zu spät damit begonnen, der Konkurrenz aus dem Internet Paroli zu bieten und muss nun verstärkt investieren, um den Vorsprung anderer Händler aufzuholen. Seit Mitte Januar sind nun sowohl Media Markt als auch Saturn online. Die Internet-Umsätze seien seit dem in jedem Monat zweistellig gestiegen, sagte Koch.

Im ersten Quartal rutschte das operative Ergebnis von Media-Saturn von plus 65 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 20 Millionen Euro. Aber auch die Großmärkte Cash & Carry, die Lebensmittelkette Real und die Kaufhaustochter Kaufhof wiesen einen operativen Verlust aus. Die Umsätze hingegen legten bei allen Vertriebslinien zu. Dabei kam Metro auch zu Gute, dass das erste Quartal einen Verkaufstag mehr hatte. Zudem fand das Ostergeschäft früher statt als im Vorjahr. Aber auch im April hätten die Erlöse zugelegt, sagte Koch.

Umsatz soll weiter steigen

Metro will auch in den kommenden Monaten an der Preissenkung festhalten. Um die Effekte auf das Ergebnis abzufedern, spart das Unternehmen weiter. Der Konzern bündelt die Logistik, zudem werden in Ländern wie Spanien und Portugal die Verwaltungen zusammengelegt. Außerdem treten die Düsseldorfer bei dem kostspieligen Markteintritt in neue Länder auf die Bremse: Die Expansion des Metro-Großhandels nach Indonesien wird nicht mehr weiter verfolgt, erklärte Koch. Zunächst soll in den bestehenden Märkten der Umsatz gesteigert und die Auslandsexpansion in ausgewählten Ländern beschleunigt werden. Außerdem gab der Vorstand bekannt, dass das Investitionsbudget für 2012 um 200 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro gekürzt wird.

Im Gesamtjahr soll so das um Sondereffekte bereinigte EBIT stabil bleiben. Der Konzernumsatz soll steigen.

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