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Deutsche Milliardärsfamilie macht Druck auf Avon


Deutsche Milliardärsfamilie macht Druck auf Avon

10.05.2012, 16:34 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Deutsche Milliardärsfamilie macht Druck auf Avon. Avon ist auch bei Damen hierzulande äußerst beliebt (Quelle: dpa)

Avon ist auch bei Damen hierzulande äußerst beliebt (Quelle: dpa)

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann will über ihren Parfümkonzern Coty den Kosmetikriesen Avon schlucken - und ist zunächst abgeblitzt. Dem US-Konzern waren die gebotenen zehn Milliarden Dollar zu wenig. Jetzt haben Reimanns nachgelegt. Der öffentlichkeitsscheue Clan aus dem Rhein-Neckar-Raum ist bereit, rund 10,7 Milliarden Dollar - umgerechnet 8,1 Milliarden Euro - für den Kosmetik-Direktvertrieb zu zahlen. Doch das Angebot gilt nicht ewig.

Eine Milliarde Dollar mehr für Aktionäre

"In unserem abschließenden Bemühen, die Gespräche voranzubringen, ändern wir unser Angebot auf 24,75 Dollar je Aktie", erklärte Bart Becht, der Verwaltungsratschef des Parfümherstellers Coty in einem Brief. Coty gehört zum Firmenimperium der Familie Reimann. Bislang lag das Angebot bei 23,25 Dollar je Aktie, ursprünglich hatte Coty 22,25 Dollar je Anteilsschein geboten.

Gegenüber dem ersten Angebot bedeute der neue Vorstoß einen Mehrwert von einer Milliarde Dollar für die Avon-Aktionäre, betonte Coty. Das Schreiben datiert vom 9. Mai. Avon veröffentlichte das Angebot am Donnerstag und erklärte knapp: "Der Avon-Verwaltungsrat wird sich zu gegebener Zeit mit dem Brief beschäftigen." Die Aktie des Kosmetik-Direktvertriebs machte vorbörslich zunächst einen deutlichen Sprung nach oben.

Coty will globalen Schönheitskonzern schaffen

"Der Zusammenschluss von Avon und Coty würde einen globalen Schönheitskonzern schaffen", warb Coty-Verwaltungsratschef Becht abermals um die Zustimmung des Avon-Managements. Die Amerikaner sperren sich bislang gegen die Übernahme mit der Begründung, das Angebot sei zu niedrig. Vor allem weigert sich der US-Konzern, seine Bücher zu öffnen, damit die Deutschen einen genaueren Blick in die Geschäftszahlen werfen können.

Reimanns machen Druck

"Wir sind unzufrieden mit dem derzeitigen Stillstand", schrieb Becht und setzte der Gegenseite die Pistole auf die Brust. Avon soll demnach bis zum 14. Mai auf das neue Angebot reagieren. "Wenn Sie sich nicht mit uns einlassen wollen, werden wir unser Angebot zurückziehen."

Bis zum 31. Mai wollen dann Coty und seine Kreditgeber schauen, ob es lohnt, die Übernahme weiter zu verfolgen. Neben der Familie Reimann haben die US-Großbank JPMorgan Chase und Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway zugesagt, das nötige Geld beizusteuern.

Rückläufiges Geschäft belastet US-Konzern

Avon spielt unter anderem deshalb auf Zeit, weil gerade die Chefin gewechselt hat: Auf die langjährige Nummer eins Andrea Jung folgte Mitte April Sherilyn McCoy. Sie hat ein schweres Erbe angetreten: Der lange erfolgsverwöhnte Kosmetik-Direktvertrieb Avon litt zuletzt unter einem rückläufigen Geschäft und einem Gewinneinbruch. Überdies machen dem Unternehmen Bestechungsvorwürfe zu schaffen.

Millionen Kundinnen auch in Deutschland

Avon mit Sitz in New York vertreibt seine Kosmetikprodukte über sechs Millionen Beraterinnen in aller Welt. Auf sogenannten Avon-Partys probieren vorwiegend weibliche Kunden die neuesten Schönheitstinkturen aus. In Deutschland sind nach Unternehmensangaben 3,5 Millionen Frauen Avon-Kundinnen. Das war bislang ein Erfolgsrezept.

Im vergangenen Jahr kam die Firma auf einen Umsatz von 11,3 Milliarden Dollar. Damit gehört Avon zu den Riesen der Kosmetikbranche. Coty wiederum steckt hinter Düften wie Davidoff, Lancaster, Joop oder Calvin Klein. Der Parfümhersteller hatte jedoch von Anfang an gesagt, er wolle Avon nur im gegenseitigen Einvernehmen übernehmen.

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