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Deutscher Milliardärsclan bläst Avon-Kauf ab


Deutscher Milliardärsclan bläst Avon-Kauf ab

15.05.2012, 11:56 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Deutscher Milliardärsclan bläst Avon-Kauf ab. Der Deal zwischen Avon und der Familie Reimann ist geplatzt (Quelle: Reuters)

Der Deal zwischen Avon und der Familie Reimann ist geplatzt (Quelle: Reuters)

Wochenlang hat die Milliardärsfamilie Reimann versucht, sich über ihren Parfumkonzern Coty den Kosmetikhersteller Avon zu sichern - jetzt ist den Deutschen die Lust an einer Übernahme vergangen. Da der Konzern nicht bereit war, über die auf 10,7 Milliarden Dollar aufgebesserte Offerte zu verhandeln, zog die Familie das Gebot zurück.

Deutsche wollten Frist nicht verlängern

"Es ist enttäuschend, dass es zu keinen Gesprächen gekommen ist", heißt es in einem Brief an an die Führungsspitze von Avon. Geschrieben hat ihn Bart Becht, der Verwaltungsratsvorsitzende des Parfümherstellers Coty, der zum Imperium der Familie Reimann gehört. Für Coty sei daher Zeit, andere Möglichkeiten zu verfolgen.

Der öffentlichkeitsscheue Clan aus dem Rhein-Neckar-Raum hatte am 10. Mai das Angebot von zehn auf rund 10,7 Milliarden Dollar (zuletzt 8,3 Milliarden Euro) erhöht und Avon eine Frist bis zum 14. Mai gesetzt. Die Amerikaner wollten noch eine Woche mehr haben.

Rückläufige Verkäufe und Bestechungsvorwürfe belasten Konzern

Da machte die Reimann-Firma Coty, über die der Übernahmeversuch lief, nicht mehr mit. Avon habe sich so wenig kooperativ gezeigt, "dass wir glauben, dass sie weiterhin unwillig sind, ein freundliches, ausgehandeltes Zusammengehen zu einem vernünftigen Zeitplan zu prüfen", schrieb Becht.

"Während wir enttäuscht sind, wünschen wir Ihnen Erfolg bei ihrer Strategie, die Wende im Alleingang zu schaffen", hieß es zum Abschluss des Briefs leicht süffisant. Der erfolgsverwöhnte Kosmetik-Direktvertrieb Avon litt zuletzt unter rückläufigen Verkäufen und einem Gewinneinbruch. Gerade erst hat die Chefin gewechselt: Auf die langjährige Nummer eins Andrea Jung folgte Mitte April Sherilyn McCoy. Überdies machen dem Unternehmen Bestechungsvorwürfe zu schaffen.

Offerte mit Unterstützung von Warren Buffett

Die Reimanns meinten es ernst. Zum einen haben sie einen großen Anteil an dem Konsumgütermulti Reckitt Benckiser versilbert, um ihre Kasse aufzufüllen. Für etwa 4,9 Prozent an dem in London börsennotierten Konsumgüterkonzern kassierten sie 1,2 Milliarden Pfund, umgerechnet 1,4 Milliarden Euro. Den Reimanns verbleiben an Reckitt Benckiser jetzt noch 10,5 Prozent. Zum anderen hatten sie sich die Unterstützung des Starinvestors Warren Buffett gesichert.

Avon argumentierte lange, die Offerte sei zu niedrig. Zuletzt war das Angebot auf 24,75 Dollar je Aktie erhöht worden. Davor waren es 23,25 Dollar, eigentlich hatten die Reimanns sogar nur 22,25 Dollar zahlen wollen, wie vor kurzem bekannt wurde. Am Aktienmarkt hatten zuletzt nur noch wenige an den Erfolg der Offerte geglaubt. Die Avon-Aktie kostete zuletzt lediglich 20,96 Dollar und damit deutlich weniger als Reimanns zuletzt geboten hatten.

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