Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Deutsche Börse blickt nach Fusionsdebakel nach vorn


Deutsche Börse blickt nach Fusionsdebakel nach vorn

16.05.2012, 15:59 Uhr | dpa-AFX

Deutsche Börse blickt nach Fusionsdebakel nach vorn. Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG (Quelle: dpa)

Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG (Quelle: dpa)

Trotz der von der EU untersagten Fusion mit der New Yorker Börse blickt die Deutsche Börse optimistisch in die Zukunft. Vor allem Wachstum aus eigener Kraft steht ganz oben auf der Prioritätenliste. "Unser Blick ist in die Zukunft gerichtet" sagte Vorstandschef Reto Francioni während der gut besuchten Hauptversammlung in Frankfurt/Höchst.

"Börse aus eigener Kraft weiterentwickelt"

Vor allem Asien gilt als wichtiges Ziel. Dass der Zusammenschluss mit der New Yorker Börse von der EU untersagt worden sei, sei zwar eine "große Enttäuschung" gewesen, dennoch "haben wir die Deutsche Börse auch aus eigener Kraft weiterentwickelt", betonte Francioni und hob die bedeutende Stellung des Unternehmens in Europa sowie als nach Umsatz weltweit zweitgrößten Unternehmens hervor.

Eigene Fehler im Zusammenhang mit dem gescheiterten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext zur weltgrößten Börse wies die Vorstandsspitze zwar von sich, Aktionäre kritisierten das Management allerdings teilweise harsch. Vorgeworfen wurden der Deutschen Börse zwischen 2000 und 2011 sieben gescheiterte Fusionsversuche, die laut Francioni Kosten von zusammen 200 Millionen Euro verursacht hätten.

"Unglaublicher Dilettantismus"

Zudem wurde der aktuellen Führungsspitze "unglaublicher Dilettantismus" angekreidet und - wenn die jüngsten Fusionspläne erfolgreich gewesen wären - eine "Übernahme der Deutschen Börse durch die Amerikaner". "Wie viel Francioni verträgt dieses Unternehmen noch?", fragte einer der Anteilseigner im Hinblick auf den noch bis Ende Oktober 2013 laufenden Vertrag des seit 2008 amtierenden Vorstandschefs.

Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Gentz (70) sagte dagegen: Es sei "sehr bedauerlich", dass aufgrund einer "fehlerhaften Einschätzung" der EU-Kommission die Fusion untersagt wurde. Jedoch sei "niemandem im Unternehmen daraus ein Vorwurf zu machen". Francioni betonte ebenfalls die "fehlerhafte verengte Marktdefinition" des Derivatemarktes durch die EU. Dadurch sei zudem der außerbörsliche Terminmarkt als der größte Teil des Marktes "komplett ausgegrenzt" worden, begründete er den Schritt, nach dem Veto Klage einzureichen. "Eine mögliche Entscheidung des Gerichts in unserem Sinne kann natürlich den Zusammenschluss nicht mehr Realität werden lassen, aber sie kann künftige mögliche Nachteile für die Deutsche Börse durch die beschriebene, fehlerhafte Marktdefinition verhindern."

Geplatzte Fusion kostet 100 Millionen

Insgesamt rund 100 Millionen Euro Kosten hatte der missglückte Zusammenschluss zur weltgrößten Börse für den Frankfurter Marktbetreiber verursacht. Darin enthalten sind 1,5 bis zwei Millionen Euro Kosten für den Klageweg.

Die EU-Kommission hatte Anfang Februar den Zusammenschluss mit der New Yorker Börse verboten, da er "auf dem Markt für europäische Finanzderivate weltweit zu einer monopolartigen Stellung geführt hätte". Berücksichtigt worden war nur der börsliche Derivatehandel, den die Deutsche-Börse-Tochter Eurex und die Liffe der NYSE zusammen zu rund 90 Prozent in Europa beherrschen.

3,30 Euro Dividende je Aktie

Die Wachstumsziele für 2012 bekräftigte der Unternehmenschef trotz des Vertrauensdefizits der Marktteilnehmer, das zu einem verhaltenen Start in das neue Jahr geführt hatte. Um die Stärke der Börse zu demonstrieren, wurde den Aktionären eine Dividende von insgesamt 3,30 Euro je Aktie vorgeschlagen sowie ein Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Euro im zweiten Halbjahr.

Die hohen Ausschüttungen stützten laut Händlern an diesem Tag den Aktienkurs, der am Nachmittag im kaum veränderten DAX um 2,4 Prozent stieg. Zudem wurde darauf verwiesen, dass Morgan Stanley seine Derivateposition ausgebaut hat. "Das könnte ein paar Käufer angelockt haben", meinte auch Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt.

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Bauknecht Kühl-/ Gefrierkom- bis: „wenn du cool bleibst“
gefunden auf otto.de
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe