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Facebook-Aktie stürzt ab: Milliarden-Schmelze bei Facebook


Neuemission  

Facebook-Aktie stürzt in die Tiefe

22.05.2012, 09:11 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Für die Facebook-Aktie geht es gnadenlos abwärts: Am zweiten Handelstag stürzte das neue Papier im frühen New Yorker Börsenhandel um 14 Prozent ab. Die Aktie kostete nach einer halben Stunde Handel am Montag gerade noch 33 Dollar. Der Ausgabepreis hatte in der vergangenen Woche bei 38 Dollar gelegen. Mehr als 13 Milliarden Dollar Börsenwert lösten sich seitdem in Luft auf. Das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen wurde von den Anlegern nur noch auf 91 Milliarden Dollar taxiert.

Banken mussten Aktienkurs stützen

Am ersten Handelstag (18.05.) hatte das Papier um 23 Cent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar geschlossen - es war ein mauer Abschluss eines nervenaufreibenden ersten Handelstags. Die am Börsengang beteiligten Banken hatten mehrfach mit eigenen Käufen den Kurs stützen müssen. Erschwerend hinzu kamen Computerpannen beim Börsenbetreiber Nasdaq.

Mit dem Kursverlust können sich nun all jene bestätigt fühlen, die Facebook für überbewertet halten. Zwar besitzt das Netzwerk gut 900 Millionen Mitglieder, doch die Geschäftszahlen fallen bislang eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Die Haupt-Einnahmequelle des sozialen Netzwerks ist Werbung.

Zuckerberg verliert mal eben halbe Milliarde Dollar

Der Verlust macht sich nicht nur bei Kleinanlegern im Depot bemerkbar. Besonders groß sind die Ausschläge beim frisch verheirateten Firmengründer und -Chef Mark Zuckerberg. Er ist mit 503,6 Millionen Aktien der größte Facebook-Anteilseigner. Damit macht eine Veränderung von 1 Dollar je Aktie in seinem Fall jeweils rund eine halbe Milliarde Dollar aus.

Facebook und die Alteigentümer hatten Ende vergangener Woche 421 Millionen Aktien verkauft. Eine schwächer als gedacht ausgefallene Nachfrage ließ die Anteilsscheine im Handel jedoch beinahe unter den Ausgabekurs fallen. Der schwache Auftakt hatte den gesamten Markt und vor allem andere Internetaktien mit runtergezogen.

Börsen-Systeme waren überlastet

Hinzu kamen noch die Computerpannen bei der Nasdaq. Deren Systeme waren mit dem größten Internet-Börsengang aller Zeiten überfordert. "Das war nicht unsere Sternstunde", räumte Nasdaq-Chef Robert Greifeld in einer Telefonkonferenz ein. Er hatte am Freitag noch gemeinsam mit Zuckerberg die Eröffnungsglocke der Börse geläutet.

Nach Greifelds Worten lag das Problem in der Stornierung von Aufträgen. Auch ausführliche Tests im Vorfeld hätten die Fehlfunktionen nicht aufgedeckt. Die Software habe sich aufgehängt, Mitarbeiter hätten manuell eingreifen müssen. Der Handel mit den Facebook-Papieren begann am Freitag mit einer halben Stunde Verspätung und lief auch danach nicht fehlerfrei. Die Börsenaufsicht SEC untersucht die Pannen.

Image-Schaden für die Nasdaq

Börsianer beschwerten sich, dass sie über Stunden nicht gewusst hätten, ob ihre Aufträge nun ausgeführt worden seien oder nicht. Einige sagten, sie hätten durch die Aussetzer Geld verloren und verlangen nun Wiedergutmachung von dem Börsenbetreiber. Das bedeutet einen Imageschaden für die Nasdaq. Die rein computergestützte Börse hatte der traditionsreichen New York Stock Exchange den Facebook-Börsengang weggeschnappt.

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