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Emirat Katar steigt aus Bieterkreis für Schlecker aus


Emirat Katar steigt aus Bieterkreis für Schlecker aus

23.05.2012, 14:11 Uhr | AFP , t-online.de

Emirat Katar steigt aus Bieterkreis für Schlecker aus. Ein potenzieller Investor ist bei Schlecker aus dem Rennen (Quelle: dapd)

Ein potenzieller Investor ist bei Schlecker aus dem Rennen (Quelle: dapd)

Schlechte Nachrichten für die insolvente Drogeriekette Schlecker. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" berichten, ist dem insolventen Traditionsunternehmen ein möglicher weiterer Investor abhanden gekommen. Wie die Zeitung unter Berufung auf mit den Vorgängen betraute Personen berichtet, ist das Emirat Katar aus dem Interessentenkreis ausgestiegen.

Emirat will kein Risiko eingehen

Ursprünglich habe Katar 150 Millionen Euro in das marode Unternehmen stecken wollen. Das Emirat habe aber "kein Interesse an Risikogeschäften", heiße es nun.

Die Scheichs folgten mit ihrer Entscheidung der tschechischen Private-Equity-Gesellschaft Penta, die bereits im April aus dem Bieterkreis ausgestiegen war. Dem Bericht zufolge gibt es damit nur noch zwei ernstzunehmende Interessenten für Schlecker. Die Insolvenzverwaltung wollte das Geschehen nicht kommentieren.

Klagekosten könnten sich auf 100 Millionen Euro belaufen

Die derzeitige Lage macht es für Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz äußerst schwierig, einen Investor für die Unternehmensgruppe zu finden: Auch nach der Schließung von mehr als 2000 Filialen und dem Abbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen macht Schlecker weiter Verluste, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte. Hinzu kommen rechtliche Unsicherheiten aufgrund von rund 4000 Kündigungsschutzklagen entlassener Mitarbeiter. Mögliche Kosten aus derartigen Gerichtsprozessen müsste der Investor tragen. Medienberichten zufolge könnten sich diese Kosten auf mehr als 100 Millionen Euro belaufen.

Am Freitag wird turnusmäßig der vorläufige Gläubigerausschuss zusammentreten. Dann könnte bereits eine Vorentscheidung über die Zukunft von Schlecker fallen. Die Ausschussmitglieder könnten sich angesichts der problematischen Situation für eine Zerschlagung der Unternehmensgruppe entscheiden.

Zerschlagung hat de facto begonnen

De facto hat die Zerschlagung bereits begonnen: Anfang Mai teilte Schlecker mit, dass das tschechische Auslandsgeschäft an den dortigen Marktführer PKS geht. Ein Verkauf der Tochter "Ihr Platz" an die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Dubag steht kurz bevor. Auch für den spanischen Schlecker-Ableger soll es Interessenten geben. Für die Mehrheit der derzeit noch rund 3200 deutschen Schlecker-Filialen könnte eine Einzellösung allerdings das Ende bedeuten.

Am 5. Juni wird in Ulm die Gläubigerversammlung tagen. Spätestens dann wird über das Schicksal der einst größten Drogeriemarktkette Deutschlands entschieden. Sie hatte Ende Januar ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt, nachdem sie über Jahre Verluste angehäuft hatte. Allein im Jahr 2011 machte Schlecker dem Insolvenzverwalter zufolge mehr als 200 Millionen Euro Minus.

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