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Hewlett-Packard plant größten Job-Kahlschlag der Konzerngeschichte


Hewlett-Packard plant größten Job-Kahlschlag der Konzerngeschichte

24.05.2012, 16:11 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Hewlett-Packard plant größten Job-Kahlschlag der Konzerngeschichte  . Hewlett-Packard zieht die Notbremse (Quelle: Reuters)

Hewlett-Packard zieht die Notbremse (Quelle: Reuters)

Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) legt wegen eines schrumpfenden Geschäfts die Axt bei seiner Belegschaft an. Voraussichtlich müssen rund 27.000 Mitarbeiter das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verlassen. Das sind etwa acht Prozent aller Beschäftigten. Der neuen HP-Chefin zufolge zeigt der harte Sparkurs erste Erfolge.

Marktführerschaft bedroht

"Ein Stellenabbau ist niemals leicht", erklärte Konzernchefin Meg Whitman am Mittwoch. "Aber in diesem Fall ist er absolut notwendig." HP verkauft immer weniger Computer und Drucker. Der kalifornische Konzern droht sogar, die PC-Marktführerschaft an den chinesischen Rivalen Lenovo zu verlieren, der zuletzt merklich zulegen konnte.

In der vergangenen Woche hatte es bereits in einigen Medienberichten geheißen, dass bis zu 30.000 Stellen gestrichen werden sollen. Durch die harten Einschnitte will HP drei bis 3,5 Milliarden Dollar im Jahr sparen, umgerechnet 2,4 bis 2,8 Milliarden Euro. Ein Teil der Mitarbeiter soll in Frühruhestand gehen.

IG Metall fürchtet Stellenabbau auch in Deutschland

Der Stellenabbau variiere je nach Land, sagte das Unternehmen. Die Erfahrung zeige, dass proportional zum internationalen Abbau auch hierzulande Jobs wegfallen könnten, sagte der Unternehmensbeauftragte der IG Metall, Johannes Katzan. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten in Deutschland rund 10.400 Menschen für den Computerriesen.

"Mit detaillierten Informationen zum Stellenabbau ist aber erst Mitte Juni zu rechen", erklärte Katzan. Er forderte vom Unternehmen ein Konzept zur Beschäftigungssicherung und Qualifizierung. "Kunden und Beschäftigte brauchen Klarheit zur Strategie von HP."

Konkurrenz durch Tablets und Smartphones

HP leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen. Erschwerend hinzu kamen in der jüngeren Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management. Die frühere eBay-Lenkerin Whitman hat den Job bei HP im September angetreten und räumt seitdem auf.

Gewinneinbruch um mehr als 30 Prozent

Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der Umsatz um drei Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zurück und der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar nach. Im vorangegangenen Weihnachtsquartal war der Rückgang allerdings noch drastischer ausgefallen.

"Ich würde noch nicht so weit gehen zu sagen, wir haben die Kurve gekriegt", sagte Whitman in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Aber wir machen Fortschritte." Es dauere, HP wieder in die Spur zu bringen. Alleine die Kosten für den Stellenabbau veranschlagt das Unternehmen mit 3,5 Milliarden Dollar.

Anleger begrüßen Sparkurs

Bei den Börsianern kamen die Sparpläne gut an. Zudem lief das Geschäft besser als befürchtet. Die Aktie stieg nachbörslich um zehn Prozent auf 23 Dollar. Für viele Anleger dürfte aber selbst dieser Sprung nur ein schwacher Trost sein: Vor einem Jahr kostete das HP-Papier noch 36 Dollar.

Probleme auch beim Drucker-Umsatz

Selbst die einstige Geldmaschine von HP stottert: die Drucker. Der Umsatz der Sparte ging um satte zehn Prozent zurück. Whitman hatte im März angekündigt, die Drucker- mit der PC-Sparte zusammenzulegen. Das soll Verbesserungen bei Produktion, Einkauf, Kundendienst und Marketing bringen und sparen helfen.

Die Strategie der HP-Chefin bedeutet eine radikale Abkehr von den Plänen ihres Vorgängers, dem aus Deutschland stammenden Léo Apotheker. Der hatte das PC-Geschäft abspalten und sich auf IT-Dienstleistungen und Software konzentrieren wollen. Damit eckte Apotheker bei seinen Managerkollegen und bei den Anteilseignern an. Er musste schließlich gehen.

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