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Anshu Jain - Der Exot unter den DAX-Bossen


Die Exoten unter den DAX-Bossen

30.05.2012, 14:25 Uhr | AFP, t-online.de

Anshu Jain - Der Exot unter den DAX-Bossen. Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Anshu Jain (Quelle: dapd)

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Anshu Jain (Quelle: dapd)

Wenn am 1. Juni Anshu Jain gemeinsam mit Jürgen Fitschen den Vorstandsvorsitz bei der Deutschen Bank antritt und Josef Ackermann damit ablöst, erobert ein weiterer Nicht-Europäer die Spitze eines DAX-Konzernes. Ein Experte erklärt, wie dieser Trend zu erklären ist.

Top-Kräfte aus westdeutschen Industrienationen

An der Spitze der DAX-Konzerne gibt es zwar schon seit Jahren eine Reihe von Ausländern. Diese Vorstandsvorsitzenden stammen jedoch meist aus westlichen Industrieländern, vor allem Deutschlands Nachbarstaaten. Ein Beispiel ist der scheidende Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, der aus der Schweiz kommt genauso wie Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni, während der Vorstandsvorsitzende von Siemens Peter Löscher österreichische Wurzeln hat.

Aus Dänemark stammen Kasper Rorsted von Henkel und Jim Hageman Snabe vom Softwarekonzern SAP. Hagemanns Vize, Bill McDermott, ist Amerikaner, ebenso wie Ben Lipps von Fresenius Medical Care. Der Chemiekonzern Bayer wird von Marijn Dekkers aus den Niederlanden geleitet.

Zunehmende Internationalisierung

Neben den Vorstandschefs zeigt sich auch in den Vorständen insgesamt mehr Internationalität. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Beratungsunternehmens Simon-Kucher & Partners fast 28 Prozent aller Top-Manager von DAX-Unternehmen Ausländer - zwölf Prozent hatten ihre Wurzeln außerhalb Europas. Beim Nivea-Hersteller Beiersdorf etwa ist der Türke Ümit Subasi zuständig für die Wachstumsmärkte. Der Brasilianer Antonio Roberto Cortes leitet das boomende Lateinamerika-Geschäft beim Lkw-Hersteller MAN. Auch der neue Deutsche-Bank-Chef Jain saß schon im Vorstand der Bank.

Mit gemischten Führungsspitzen können sich Unternehmen besser auf die Anforderungen des Marktes - also der Kunden - einrichten, sagt Michael Stuber, Experte für personelle Vielfalt in der Wirtschaft. Gerade globale Konzerne wie viele DAX-Unternehmen "können nur mit multikulturellen Management-Teams glaubhaft geführt werden", wenn diese Waren und Dienstleistungen in aller Welt verkaufen und den Kundenwünschen gerecht werden wollten. Internationalität sei kein Selbstzweck, sondern müsse im Verhältnis stehen zur Internationalität des Geschäfts.

Frauenquote stößt auf Widerstand

Für Erfolg ist laut Experte Stuber jedoch nicht nur ein ethnischer Mix von Bedeutung. Firmen könnten von personeller Vielfalt in vielfacher Form profitieren, wie etwa bei den Geschlechtern oder der sexuellen Orientierung. Dadurch würden verschiedene Sichtweisen eingebracht. Feste Quotenregelungen, wie sie etwa für den Frauenanteil in deutschen Unternehmen diskutiert werden, stießen aber meist auf Widerstand. Der Experte fordert zudem, dass mindestens 25 Prozent der Belegschaft ausländische Wurzeln haben sollte. Sonst würden Andersartige eher als eine Art "Störfaktor" empfunden, sagt Stuber.

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