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Schlecker: Dubag schafft neue Jobs bei Schlecker XL und Ihr Platz


Investor will Stellen bei Schlecker XL und Ihr Platz schaffen

04.06.2012, 17:46 Uhr | dapd, AFP, dpa, t-online.de

Schlecker: Dubag schafft neue Jobs bei Schlecker XL und Ihr Platz. Das Münchner Unternehmen Dubag kauft die Schlecker-Tochter Ihr Platz (Quelle: imago images)

Das Münchner Unternehmen Dubag kauft die Schlecker-Tochter Ihr Platz (Quelle: imago images)

Während in den herkömmlichen Schlecker-Märkten in den nächsten Wochen nach und nach die Lichter ausgehen, sieht die Zukunft für die neueren Schlecker-XL-Filialen und die Tochter Ihr Platz deutlich besser aus. Der Münchner Investor Dubag, der diese beiden Unternehmensteile kaufen will, kündigte neue Jobs an. "Wir wollen den Mitarbeiterstamm aufbauen", sagte Dubag-Vorstand Michael Schumann der Münchner "tz". Davon sollten sowohl die Ihr-Platz-Zentrale in Osnabrück als auch die Filialen profitieren.

Ihr-Platz-Insolvenzverwalter Werner Schneider hatte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt, dass Dubag das Unternehmen mit knapp 4500 Mitarbeitern schon gekauft habe und sich außerdem für die XL-Filialen mit rund 1160 Mitarbeitern interessiere. Allerdings müssten die Schlecker-Gläubiger und das zuständige Insolvenzgericht in Ulm der Übernahme noch zustimmen. Schumann sagte der "tz", er rechne mit einer kurzfristigen Zustimmung von beiden Seiten. Inzwischen bestätigte der Schlecker-Gläubigerausschuss, dass er einer Übernahme bereits zugestimmt hat.

Name Schlecker verschwindet

Der Name Schlecker wird dann wohl komplett aus der deutschen Einzelhandelslandschaft verschwinden. Schumann kündigte an, die 342 Schlecker-XL-Läden würden nach dem Verkauf "in den nächsten zwei bis drei Monaten" auf den Namen Ihr Platz umgestellt.

Für die verbliebenen Schlecker-Märkte steht jetzt auch der Beginn des Ausverkaufes fest. Nach dem endgültigen Aus startet die insolvente Drogeriekette damit diesen Freitag. In jedem noch geöffneten Laden werde es anfangs Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent auf das gesamte Sortiment geben, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung.

Betriebsrat rügt Familie Schlecker wegen Finanzpolster

Derweil hat der Schlecker-Betriebsrat die Eigentümerfamilie zu vollständiger Transparenz aufgefordert. Hintergrund sind Meldungen über ein angebliches Finanzpolster der Schleckers von bis zu 40 Millionen Euro. "Alle Fakten müssen jetzt auf den Tisch", sagte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Christel Hoffmann der "Bild"-Zeitung. Zugleich kritisierte sie, dass die Eigentümerfamilie eine Zahlung von neun Millionen Euro an die Firma Schlecker trotz eines angeblichen Finanzpolsters von bis zu 40 Millionen Euro abgelehnt habe.

Die Millionen der Schleckers seien zum größten Teil im Besitz der Kinder, bestätigten Ex-Schlecker-Manager dem "Handelsblatt". Die Villa der Familie gehöre der Ehefrau Anton Schleckers, der in der Insolvenz mit seinem Privatvermögen haftet. Sein gesamtes Vermögen - privat und geschäftlich - ist bereits Teil der Insolvenzmasse. Die Frage ist nun, ob da noch mehr zu holen ist - etwa wegen Schenkungen aus der Vergangenheit. Der Firmenchef galt früher als Milliardär.

"Wenn die neuen Vorwürfe stimmen, dann ist das eine Dreistigkeit, die durch nichts zu überbieten ist", sagte Hoffmann. Das Verhalten der Familie Schlecker gegenüber den zehntausenden Mitarbeitern sei "sozial und moralisch zutiefst verantwortungslos".

Vergeblich nach Finanzspritze gefragt

Laut einem Bericht des "Spiegel" hatte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz die Familie Schlecker am 25. Mai um eine Verlustfinanzierung von sieben bis neun Millionen Euro für den Monat Juni gebeten. Doch die Familie war Geiwitz zufolge "entweder nicht bereit oder nicht in der Lage", diese Summe zu zahlen.

Der Insolvenzverwalter kündigte außerdem an, das Restvermögen der Familie zu überprüfen. Sollte Anton Schlecker beanstandbares Vermögen an Angehörige übertragen haben, könne dies problemlos für die vergangenen fünf Jahre rückgebucht werden. Die Transaktionen können sogar bis zu zehn Jahre zurückverfolgt und beanstandet werden. Die Insolvenzverwaltung rechnet offenbar damit, von der Familie noch Geld holen zu können - es werde sich aber vermutlich um keine große Summe handeln. "Da ist möglicherweise das eine oder andere Milliönchen zu holen", sagte auch Ver.di-Handelsexperte Bernhard Franke im "ZDF".

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