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Aktienmarkt: Die Spielmacher aus Portugal, Dänemark und Holland


Aktienmarkt: Die Spielmacher aus Portugal, Dänemark und Holland

06.06.2012, 11:01 Uhr | Der Aktionär, Der Aktionär

Aktienmarkt: Die Spielmacher aus Portugal, Dänemark und Holland . Auch dänische Aktien haben Siegerpotenzial (Quelle: AFP)

Auch dänische Aktien haben Siegerpotenzial (Quelle: AFP)

Nur noch wenige Tage bis zum Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Die deutschen EM-Gegner haben erstklassige Unternehmen in ihren Reihen.

Betrachtet man die Wertpapierbörsen der deutschen EM-Gegner, so spielen Dänemark, Holland und Portugal allenfalls in der Regionalliga. Dennoch hat "Der Aktionär" auch hier Ausschau nach Spielmachern am Aktienmarkt gehalten, die den Rest der Wertpapiere mühelos stehen lassen. Dabei hat sich ein taktisch hervorragend ausgerichtetes Aktien-Trio in den Vordergrund gespielt, das sich vor den Qualitäten der deutschen Spitzen-Wertpapiere nicht verstecken muss – im Gegenteil: Die Papiere zählen zur Crème de la Crème in Europa.

Sturmlauf für den Einzelhandel

Wenn zum Auftaktspiel am 8. Juni zwischen Polen und Griechenland Tausende Fans aus ganz Europa nach Polen reisen, werden sie an den Märkten der Supermarktkette Biedronka nicht herumkommen. Die Marienkäfer-Logos der erst 1995 gegründeten Handelskette zieren über 1800 polnische Filialen. In diesem Jahr sollen weitere 250 Filialen eröffnet werden. Damit ist Biedronka der klare Marktführer, Tendenz steigend. Bis 2015 sollen es 3000 Märkte sein. Das Erfolgsrezept Biedronkas ist eine aggressive Preispolitik in Kombination mit dem Fokus auf regionale Produkte. 95 Prozent des Sortiments bestehen aus polnischen Produkten. Bei den polnischen Kunden kommt das bestens an. Ausländische Konkurrenten wie Aldi oder Lidl sehen bis heute kein Land gegen Biedronka. Aldi hat etwa in Polen weniger als 200 Filialen.

Erster Jubel in Portugal

Das freut vor allem einen: die Konzernmutter Jerónimo Martins. Der portugiesische Einzelhändler hat den Discounter Mitte der 90er-Jahre übernommen. Damals hatte Biedronka lediglich 243 Filialen. Auch wenn Jerónimo Martins mit der Kette Pingo Doce auch in Portugal weiterhin zu den Markführern zählt und dort solide wächst, trägt Biedronka bereits über 60 Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei. 2012 wird dieser erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro überschreiten.

Bei den Gewinnen ist der Anteil des polnischen Discounters sogar noch höher. Trotz der Billigpreise und des aggressiven Wachstums sind die Margen vergleichsweise hoch. Während Jerónimo Martins Nettoertragsmargen von über 3,5 Prozent erzielt, müssen sich Branchengrößen wie die französische Carrefour oder die deutsche Metro meist mit rund einem Prozent zufrieden geben. Auch an der Börse zählt Jerónimo Martins zur europäischen Spitzenklasse. Seit 2002 hat sich die Aktie vervierzehnfacht. Angesichts des rasanten und profitablen Wachstums dürfte die Aktie der Portugiesen auch in Zukunft den Zweikampf mit dem Gesamtmarkt klar für sich entscheiden.

Doping aus Dänemark

Bier, Chips und Cola werden bei der Fußball-EM wieder Hochkonjunktur haben. Im Gegensatz zu den Helden auf dem Rasen wird sich der Bewegungsradius der Fans in Grenzen halten. Diese Kombination aus ungesunder Ernährung und mangelnder Bewegung ist dafür verantwortlich, dass sich die Zahl der Zuckerkranken in den vergangenen 30 Jahren weltweit auf mehr als 350 Millionen Menschen verdoppelt hat – Tendenz steigend. Laut Prognosen der International Diabetes Federation wird sich die Krankheitshäufigkeit weltweit bis 2030 nochmals verdoppeln.

Vor allem in Boomländern wie China breitet sich die Krankheit rasend schnell aus. Rund 90 Millionen Chinesen oder sieben Prozent der Bevölkerung leiden bereits an Diabetes – so viel wie in keinem anderen Land der Welt. Weitere 150 Millionen Chinesen zeigen bereits erste Symptome der Krankheit. Durch den zunehmenden Wohlstand wächst schlicht und ergreifend der Wohlstandsbauch und somit auch das Diabetes-Risiko.

Wachstum ist die beste Medizin

Von dieser traurigen Entwicklung profitiert Novo Nordisk. Der dänische Pharmariese ist mit einem Marktanteil von 52 Prozent Weltmarkführer bei der Herstellung von Insulin, dem wichtigsten Medikament zur Behandlung von Diabetes. Im größten Wachstumsmarkt China sind die Dänen fest verankert. In den nächsten Jahren rechnen sie im Reich der Mitte mit einem durchschnittlichen Wachstum von 20 Prozent pro Jahr. 2015 soll China bereits ein Drittel zum Gesamtwachstum von Novo Nordisk beisteuern.

Weltweit wächst der Diabetes-Markt derzeit jährlich um 12,8 Prozent. Wie bei Jerónimo Martins aus Portugal schlägt sich die beeindruckende Entwicklung auch im Aktienkurs von Novo Nordisk nieder. Das Unternehmen ist derzeit knapp 51 Milliarden Euro schwer. Damit ist Novo Nordisk neben der Industrieholding A.P. Moller Maersk der zweitgrößte Titel an der Börse Kopenhagen. In den vergangenen 20 Jahren hat die Aktie im Schnitt rund 17 Prozent zugelegt.

Arznei mit Sieger-Gen

Damit nicht genug: Kürzlich zeigte sich Novo Nordisk-Chef Lars Rebien gegenüber der dänischen Tageszeitung "Berlingske Tidende" überaus optimistisch. Der Aktienkurs lasse sich in den nächsten Jahren durchaus verdoppeln. Ein neuen Schub wird das Unternehmen durch das Medikament "Victoza" bekommen. Der Blockbuster wurde von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zuletzt hoch gelobt. 39 Analysten coachen derzeit das Papier von Novo Nordisk. 17 davon empfehlen die Aktie zum Kauf. Noch einmal so viele legen den Anlegern ans Herz, das Papier mindestens zu halten.

Die Aktie von Novo Nordisk sollte ihren Leistungszenit demnach noch lange nicht erreicht haben. Anleger, die wie Dänen-Coach Morten Olsen auf die Defensive setzen, legen sich das Papier des Insulin-Herstellers ins Depot. Sollte die (Depot-)Aufstellung doch etwas offensiver ausgerichtet sein, lohnt sich der Kauf des des Mini-Longs (WKN CM5 W4V) mit Hebel 2,2.

Konditionsstarker Exportschlager

Natürlich haben die Holländer ein Luxusproblem, was sonst. Seit Jahren haben die Oranjes eine glänzend ausgebildete Offensivabteilung. Mit Robben, van Persie, Huntelaar und Sneijder hat der Nationaltrainer gleich mehrere Akteure in seinen Reihen, die ein Spiel entscheiden können. Probleme haben die Holländer allerdings in der Defensive. Die Abwehrspieler Mathijsen und Bouma zeigten zuletzt wieder Schwächen. Zumindest an der heimischen Wertpapierbörse in Amsterdam hätte Bonds-Coach Bert van Marwijk genügend Auswahl an Defensivkünstlern.

Mit einer konstant guten Leistung wartete zuletzt immer wieder die Brauerei Heineken auf. Auch in turbulenten Phasen wie den letzten drei Jahren hat die Aktie des Brauerei-Riesen ihre Leistung abgerufen. Über 50 Prozent ging es in den vergangenen 36 Monaten nach oben, Tendenz weiter steigend. Geführt wird Heineken von Jean-François van Boxmeer. Und das sehr erfolgreich. In den Niederlanden hat es einen Marktanteil von sagenhaften 50 Prozent. Weltweit ist das Unternehmen nach den Braugiganten Anheuser-Busch Inbev und SABMiller die Nummer drei. Mit einem Exportanteil von rund 19 Millionen Hektolitern in 170 Ländern ist Heineken sogar die am weitesten verbreitete Biermarke der Welt.

Anpfiff

Zugegeben, mit Jerónimo Martins, Novo Nordisk und Heineken setzt "Der Aktionär" zum EM-Auftakt eher auf defensive Titel. In der aktuellen Börsenphase sollte sich diese Taktik bezahlt machen. Insgesamt bieten die drei Titel viel Fantasie, um nahezu in jeder konjunkturellen Lage mit relativer Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt zu glänzen.

Hinweis
Diese Publikation beruht auf Quellen, die die Wirtschaftsredaktion für zuverlässig hält, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit jedoch keine Gewähr übernommen wird. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, die nicht unbedingt der Meinung der Deutschen Telekom AG bzw. seiner Mitarbeiter entspricht. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere zeitnahe Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

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