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Schlecker-Ausverkauf startet heute


Schlecker-Ausverkauf startet heute

08.06.2012, 09:25 Uhr | dpa-AFX

Schlecker-Ausverkauf startet heute. Deftige Rabatte ab heute bei Schlecker (Quelle: dpa)

Deftige Rabatte ab heute bei Schlecker (Quelle: dpa)

Unterschiedlicher könnten zwei Meldungen gar nicht sein, und doch haben sie miteinander zu tun. Während am heutigen Freitag der Ausverkauf in den restlichen Schlecker-Märkten beginnt, könnte die Rettung der Töchter Ihr Platz und Schlecker XL gleichzeitig unter Dach und Fach gebracht werden.

Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent

Kunden können sich auf erhebliche Rabatte einstellen. In jedem noch geöffneten Laden wird es anfangs Ermäßigungen zwischen 30 und 50 Prozent auf das gesamte Sortiment geben, teilte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit.

Ein Datum für das endgültige Ende der Schlecker-Läden gibt es allerdings noch nicht; zuletzt war von Ende Juni die Rede gewesen. Die Abwicklung des Konzerns - der Ausverkauf der restlichen Ware sowie etwa der Verkauf von Immobilien und Auslandsgesellschaften - könnte laut Geiwitz zwischen 500 und 700 Millionen Euro bringen. Dem stehen bislang Forderungen in Höhe von 665 Millionen Euro entgegen.

25.000 Angestellte von der Insolvenz betroffen

Hoffnungsvollere Nachrichten gibt es dagegen von Ihr Platz: Im Laufe des Tages wollen sich der Münchner Investor Dubag und der Hauptgläubiger Euler Hermes zu Gesprächen über einen Einstieg von Dubag treffen, wie aus Verhandlungskreisen verlautete. Dubag will die 490 Ihr-Platz-Filialen übernehmen und die 342 Schlecker XL-Märkte dort eingliedern. Dafür hatten die Schlecker-Gläubiger in Gesprächen bereits grundsätzlich die Weichen gestellt. Denn die Märkte von Ihr Platz und SchleckerXL haben - anders als das Mutterunternehmen Schlecker - eine Zukunftschance. Dort arbeiten noch rund 5000 Mitarbeiter.

Dagegen haben insgesamt 13.200 Schlecker-Beschäftigte schon die Gewissheit, dass sie ihre Jobs zum Monatsende verlieren werden. Insgesamt sind rund 25.000 Schlecker-Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen.

Fachkräftemangel in anderen Branchen beheben

Die gekündigten Mitarbeiter, vor allem Frauen, sollen nach dem Willen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise Fachkräftelücken in anderen Branchen füllen. Besonders gesucht würden Erzieher und Altenpfleger. Die Arbeitsagenturen wollten ihnen vollwertige Umschulungen in diese Mangelberufe anbieten, hatten von der Leyen und Weise zuvor angekündigt. Von den 11.190 in der ersten Welle im Frühjahr Entlassenen seien bislang rund 5000 in Arbeit oder Fördermaßnahmen vermittelt worden. Weniger als 2500 hätten einen vollwertigen Job angetreten.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) begrüßte die Initiative für eine Umschulung von Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Kita-Erzieherinnen. "Es geht hier nicht darum, jemanden in eine Umschulung zu pressen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass unter diesen lebenserfahrenen Frauen viele mit Freude und Engagement diese neue berufliche Chance ergreifen wollen", sagte die Ministerin der "Süddeutschen Zeitung".

Unbezahlte Urlaubsvertretungen oder Praktika

Zugleich gebe es im Einzelhandel bei 25.000 offenen Stellen derzeit aber rund 360.000 Arbeitssuchende, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske. Viele Schlecker-Frauen seien nach der ersten Kündigungswelle lediglich in unbezahlte Praktika oder Urlaubsvertretungen vermittelt worden.

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