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Autoabsatz bricht ein - vor allem auch bei Opel


Autoabsatz bricht ein - vor allem auch bei Opel

15.06.2012, 13:38 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Wegen der Schuldenkrise werden in Europa immer weniger Autos verkauft. Auch im Mai hat sich die Lage weiter verschlechtert. Und zu den größten Verlierern zählt erneut der ohnehin gebeutelte Autobauer Opel.

Insgesamt sanken die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge, wie der europäische Branchenverband ACEA in Brüssel mitteilte. Im April hatte der Rückgang 6,9 Prozent betragen. Insgesamt liegt das Minus der ersten fünf Monate nun bei 7,7 Prozent.

Vor allem Opel und Peugeot/Citroën verlieren

Unter den Herstellern verlor im Mai vor allem der angeschlagene französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën mit einem Absatzrückgang von insgesamt 19,5 Prozent. Der Absatz des defizitären Autobauers Opel/Vauxhall sank ebenfalls kräftig um 12,3 Prozent. Dagegen gewann Chevrolet, ebenfalls eine Tochter des US-Autobauers General Motors (GM), 16,2 Prozent dazu.

Bei Opel wollen Unternehmen und Arbeitnehmervertreter bis Herbst über ein Sanierungskonzept beraten, um den Autobauer profitabel zu machen. Das Angebot des Managements sieht die Sicherung aller vier deutschen Opel-Standorte bis Ende 2016 vor - im Gegenzug sind Einschnitte beim Geld der Beschäftigten geplant. Wie andere Autobauer auch leidet Opel wegen des schwachen europäischen Automarktes an Überkapazitäten und fährt ähnlich wie Peugeot oder Fiat Verluste ein.

Frankreich verliert mehr als Krisenländer Spanien und Italien

Unter den einzelnen Ländern sank der Autoabsatz im Mai besonders stark in den Euro-Krisenländern Spanien mit 8,2 Prozent und Italien mit 14,3 Prozent. Der französische Automarkt verlor sogar 16,2 Prozent. In Griechenland, wo am Sonntag eine wegweisende Wahl zur Zukunft des Landes ansteht, ging der Absatz um 47,3 Prozent zurück. Der deutsche Automarkt, der mit Abstand größte in der EU, verlor 4,8 Prozent.

Autobauer wie die deutschen Hersteller Volkswagen, Daimler oder BMW können aber die Rückgänge in der EU derzeit durch das starke Wachstum vor allem in den USA sowie China kompensieren. Wie der Verband der Automobilindustrie in Berlin mitteilte, stieg der Pkw-Absatz in China im Mai um 28 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge, in den USA um ein Viertel auf über 1,3 Millionen Einheiten. Auch die Märkte in Indien und Russland zogen weiter an.

Opel leidet unter GM-Strategie

Allerdings ist etwa Opel in China aufgrund der umstrittenen GM-Strategie bislang nur marginal vertreten und ist daher auf die Entwicklung im europäischen Automarkt angewiesen.

Angesichts der Krise - der größten seit vielen Jahren - auf dem EU-Automarkt hatte die Autolobby bereits die Politik um Hilfe gerufen. Europas Autohersteller suchten Unterstützung bei den nationalen Regierungen und bei der EU-Kommission in Brüssel und verlangten zum Beispiel mehr öffentliche Gelder. EU-Industriekommissar Antonio Tajani kündigte daraufhin an, ein Förderprogramm für umweltfreundliche Fahrzeuge um 50 Prozent auf künftig 1,5 Milliarden Euro aufzustocken.

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