Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Börse & Märkte > Börsen News > Eigene >

Benzinpreise und Ölpreise fallen stark


Rohöl  

Ölpreise fallen stark - auch Sprit wird billiger

22.06.2012, 14:01 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Benzinpreise und Ölpreise fallen stark. Öl-Pipeline an einer Förderanlage: Die Preise sind auf ein Acht-Monats-Tief gefallen  (Quelle: dapd)

Öl-Pipeline an einer Förderanlage (Quelle: dapd)

Die Ölpreise haben am Donnerstag einen fast beispiellosen Preisverfall erlebt. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl der Sorte WTI nur noch 78 Dollar - der tiefste Stand seit acht Monaten. Tags zuvor bewegte sich der Preis noch bei 84 Dollar. Rohöl der Nordseesorte Brent fiel sogar auf das tiefste Niveau seit November 2010: Am Terminmarkt kostete ein Fass Nordsee-Öl zeitweilig nur noch 88,50 US-Dollar. Am Freitag stabilisierten sich die Preise etwas. Die Kraftfahrer in Deutschland dürften die gefallenen Preise am Spotmarkt auch an den Tankstellen zu spüren bekommen.

Hohes Öl-Angebot

Obwohl sich die Wogen in der Schuldenkrise zuletzt etwas geglättet hatten, profitierten die Ölpreise hiervon kaum. Eigentlich zieht Konjunkturzuversicht steigende Öl-Notierungen nach sich. Dass das zuletzt nicht so war, begründeten Händler zum einen mit dem überraschenden Anstieg der US-Rohölbestände, den das amerikanische Energieministerium am Mittwochabend gemeldet hatte. Zudem verwiesen sie auf die US-Notenbank Fed: Sie hatte am Mittwochabend ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr spürbar zurückgenommen. Beide Faktoren hätten die Ölpreise merklich belastet. Darüber hinaus gilt das derzeitige Öl-Angebot als sehr groß. Experten nennen vor allem das ölreiche Opec-Land Saudi-Arabien, dessen Produktion deutlich über Normalniveau liegt.

Schwache Nachfrage

Axel Herlinghaus von der DZ Bank wundert sich nicht über die Talfahrt am Ölmarkt: "Im zweiten Quartal ist die Nachfrage am Ölmarkt saisonal am schwächsten, da die Heizsaison auf der Nordhalbkugel vorbei ist und die Fahrsaison noch nicht begonnen hat. Dadurch entsteht traditionell ein vorübergehender Angebotsüberhang von ein bis 1,5 Millionen Barrel", erläutert Herlinghausen.

Euro-Krise hängt "wie Bleiweste" am Öl

Dass die Preise zuletzt noch deutlicher gesunken seien als erwartet, sei vor allem auf die wieder auflodernde Euro-Krise zurückzuführen. Zudem sei der Atomstreit mit dem Iran, der zu Jahresbeginn noch für Preisauftrieb gesorgt habe, zunehmend ausgeblendet worden. "Wir gehen aber davon aus, dass sich das in der zweiten Jahreshälfte weder ändern wird, der Iran bleibt weiterhin auf dem Tisch. Auch die Nachfrage sollte in den kommenden beiden Quartalen wieder zunehmen und die Notenbanken rund um den Globus ebenfalls tätig werden", fügt Herlinghaus hinzu.

Experten erwarten mittelfristig Preisanstieg

Zudem hänge die Euro-Krise im Moment wie "eine Bleiweste" am Öl. "Sobald es hier irgendwelche nachhaltigen Schritte in Richtung Krisenlösung gibt, ist mit steigenden Preisen zu rechnen". Bis zum Jahresende könnte Brent nach Einschätzung des Analysten von derzeit 78 Dollar wieder in den Bereich von 110 US-Dollar je Barrel steigen. Ein Jahreshoch hatte Brent-Öl bei knapp 129 Dollar markiert.

Spritpreise sinken

An den Tankstellen spüren die Kraftfahrer die zuletzt rückläufigen Rohölpreise bereits. Ein Liter Super E10 kostete nach Recherchen des ADAC zuletzt im Schnitt 1,54 Euro und damit 1,4 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel kostet demnach pro Liter 1,39 Euro, das sind 0,9 Cent weniger. In den kommenden Tagen sollte es nochmals etwas tiefer gehen, da sich in den vergangenen Tagen auch der Euro von seinen Tiefständen gelöst hat. Das wirkt sich zusätzlich preismindernd auf die Spritpreise aus.

Kritik vom ADAC

Trotz der zuletzt gesunkenen Kraftstoffpreise kritisiert der Autofahrerclub ADAC die Mineralölkonzerne: Der Preis für Benzin sei angesichts eines weiteren Rückgangs der Rohölpreise "um einiges zu hoch", erklärte der ADAC. Die Mineralölkonzerne wollten vermutlich die Preise an den Zapfsäulen zum Start der Sommerferien "künstlich hoch halten", erklärte der ADAC.

Heizöl-Kunden sind derweil nicht von der Feriensaison betroffen. Wer in diesen Tagen Heizöl bestellt, kann mit recht günstigen Preisen rechnen. Wie es in Ihrer Region aussieht, verrät unser Heizöl-Rechner.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Benzinpreisvergleich
Benzinpreise vergleichen

Nutzen Sie den Benzinpreis-Vergleich und sparen Sie bares Geld.
Für Umkreissuche die PLZ 3-stellig eingeben.


Rohstoffe und Währungen

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: