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Schlecker übertrug wohl der Familie Grundstücke


Schlecker übertrug vor dem Aus offenbar Grundstücke an die Familie

27.06.2012, 15:25 Uhr | dpa-AFX , dapd

Schlecker übertrug wohl der Familie Grundstücke. Das endgültige Aus von Schlecker ist da (Quelle: Reuters)

Alles muss raus bei Schlecker (Quelle: Reuters)

Seit 15.00 Uhr ist das Kapitel Schlecker beendet und die Läden sind geschlossen. Doch der Firmengründer hat seine Schäfchen offenbar vor dem Aus ins Trockene gebracht: Anton Schlecker hat einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge nur wenige Monate vor der Insolvenz seiner Drogeriekette große Firmengrundstücke an seine Kinder übertragen. Vor drei Jahren soll er zudem das Familien-Anwesen seiner Ehefrau geschenkt haben, berichtete das Blatt. Derweil machen die etwa 2800 verbliebenen Schlecker-Läden dicht, mehr als 13.000 Mitarbeiter erwarten ihre Freistellung. Zuletzt wurden alle Artikel für 20 Cent verschleudert.

Grundstücke an Familie übertragen

Die Insolvenzverwaltung von Arndt Geiwitz wollte den "Bild"-Bericht nicht kommentieren. "Sämtliche Übertragungen, vor allem die der letzten vier Jahre, werden sehr genau überprüft", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. "Die Prüfungen sind noch nicht endgültig abgeschlossen." Das Geld aus einer möglichen Rückübertragung würde in die Insolvenzmasse fließen.

Dem Bericht zufolge übertrug Anton Schlecker seinem Sohn Lars am 7. September 2011 - knapp fünf Monate vor dem Insolvenzantrag - ein 7000 Quadratmeter großes Firmengrundstück am Stammsitz des Unternehmens im baden-württembergischen Ehingen, zuvor hatte seine Schwester Meike demnach ein gleichgroßes Grundstück erhalten; dieser Vertrag sei bereits 2008 geschlossen worden.

Schenkungsvertrag mit den Angehörigen

Die Zeitung beruft sich auf den Schenkungsvertrag, der ihr vorliege. Darin heiße es: "Eine Gegenleistung in Geld haben Frau Meike Schlecker und Herr Lars Schlecker nicht zu erbringen." 2011 schloss das Unternehmen mit einem Verlust von 200 Millionen Euro ab.

Am 26. Juni 2009 habe Schlecker das auf acht Millionen Euro geschätzte Familien-Anwesen (13.000 Quadratmeter) in Ehingen notariell an seine Ehefrau übertragen, wobei das Unternehmen schon damals in der Verlustzone gewesen sei, schreibt das Blatt weiter.

In der Vereinbarung steht demnach auch, dass sich Anton Schlecker ein lebenslängliches Nutzungsrecht für die Villa einräumen ließ. Im Todesfall seiner Frau würde laut notarieller Regelung diese wieder in seinen Besitz übergehen, berichtete "Bild". Die Familie habe sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern wollen.

Anton Schlecker haftet im Rahmen der Insolvenz seiner 1975 gegründeten Firma auch mit seinem Privatvermögen. Schlecker hatte im Januar Insolvenz gemeldet.

Alles muss raus für 20 Cent

Am Mittwochnachmittag sollten alle noch verbliebenen 2800 Filialen endgültig schließen. Bis zum Ladenschluss um 15.00 Uhr wollte die Kette alle Produkte ohne Preisbindung für 20 Cent verkaufen.

Die Freistellungsschreiben an die Mitarbeiter sollen am Freitag per Einschreiben in die Post gehen, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der Nachrichtenagentur dapd. Offiziell seien die Beschäftigten zum 1. Juli freigestellt. Die Gewerkschaft Ver.di verhandelt derzeit noch über Abfindungen und die Finanzierung von Qualifizierungsmaßnahmen.

Gegründet im Jahr 1975

Mit der Schließung der Filialen verschwindet Schlecker nach 37 Jahren von der Bildfläche. 1975 gründete der gelernte Metzger Anton Schlecker den ersten Drogeriemarkt, drei Jahre später hatte er schon 100 Märkte unter sich. 1984 durchbrach Schlecker die Schallmauer von 1000 Märkten.

Doch das Unternehmen wuchs zu schnell, die Gewinne konnten mit den Umsätzen nicht mithalten. Hinzu kamen Imageprobleme und attraktivere Märkte der Konkurrenz. Am 23. Januar meldete Schlecker offiziell Insolvenz beim Amtsgericht Ulm an.

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