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GlaxoSmithKline zahlt Rekordstrafe wegen Betrugsskandals


Betrugsskandal: GlaxoSmithKline zahlt Rekordstrafe

03.07.2012, 11:09 Uhr | t-online.de , dapd

Mit der hohen Strafe wollte die US-Justiz ein Zeichen setzen: Im größten Betrugsskandal des amerikanischen Gesundheitssektors muss der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) drei Milliarden Dollar zahlen - etwa 2,4 Milliarden Euro. Der Konzern bekennt sich illegaler Praktiken beim Vertrieb von Medikamenten in den USA schuldig, wie das US-Justizministerium mitteilte. Überdies wollen die Behörden das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren unter Beobachtung stellen, um zu überwachen, ob der Konzern seine Auflagen einhält.

Staatsanwalt: Medizinischer Betrug wird nicht toleriert

Mit der Strafe würden nicht nur Fehler bestraft und Steuergelder zurückgeholt, sondern es werde auch ein künftiges gesetzeskonformes Verhalten von GlaxoSmithKline zugesichert, sagte Stuart Delery von der US-Staatsanwaltschaft. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt James Cole warnte zugleich, medizinischer Betrug werde nicht toleriert.

GlaxoSmithKline zahlt jetzt Bußgelder in Höhe von einer Milliarde Dollar (etwa 790 Millionen Euro) und Abfindungen in Höhe von zwei Milliarden Dollar (etwa 1,6 Milliarden Euro) an die US-Regierung sowie die Regierungen von Massachusetts und Colorado. GSK-Vorstandschef Andrew Witty äußerte sein Bedauern und sagte, der Konzern habe gelernt "aus den Fehlern, die wir gemacht haben".

Medikamente unter falschen Angaben vermarktet

Der Konzern habe zwei Medikamente zu nicht genehmigten Zwecken beworben, teilte das Ministerium mit. Der Konzern bekannte sich demnach schuldig, bestimmte Medikamente unter falschen Angaben vermarktet zu haben. Konkret ging es um ein Mittel gegen Depressionen namens Paxil.

Das wurde als Mittel für Kinder beworben, obwohl es von den Behörden niemals für unter 18-Jährige freigegeben worden war. Auch das Anti-Depressions-Mittel Wellbutrin wurde als Medikament für verschiedene nicht autorisierte Zwecke dargestellt, wie zum Beispiel Gewichtsreduzierung und sexuelle Störungen.

Sicherheitsstandards nicht mitgeteilt

Überdies hatte das Unternehmen den Angaben zufolge versäumt, der zuständigen Behörde Daten über die Sicherheitsstandards des Diabetes-Mittels Avandia aus den Jahren 2001 bis 2007 mitzuteilen. Avandia wurde im September 2010 in der Europäischen Union vom Markt genommen und wird in den USA seitdem nur noch unter ganz bestimmten Voraussetzungen verschrieben.

Sowohl die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) als auch die für die Arzneimittelzulassung zuständige US-Behörde FDA befanden damals, das von dem Medikament möglicherweise ausgehende Risiko für Herzattacken als zu groß.

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