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"Bad Bank" der Hypo Real Estate macht fast zehn Milliarden Euro Verlust


"Bad Bank" der Hypo Real Estate macht fast zehn Milliarden Euro Verlust

03.07.2012, 15:09 Uhr | dpa

"Bad Bank" der Hypo Real Estate macht fast zehn Milliarden Euro Verlust . Die Verluste häufen sich - und der Steuerzahler muss blechen (Quelle: dapd)

Die Verluste häufen sich - und der Steuerzahler muss blechen (Quelle: dapd)

Riesige Verluste bei der "Bad Bank" der Hypo Real Estate (HRE): Die Abschreibungen der Griechenland-Anleihen tragen fast komplett zu den roten Zahlen bei. Nun muss der Bankenrettungsfonds SoFFin einspringen - und damit auch der Steuerzahler. Zudem weist Ex-Chef Georg Funke weiter jede Schuld am Beinahe-Zusammenbruch der seit 2009 verstaatlichten Immobilienbank zurück.

Entgegen des Plans

Insgesamt hat die "Bad Bank" den Bund im vergangenen Jahr mit einem Verlust von knapp zehn Milliarden Euro belastet. Dazu trugen vor allem Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen bei, wie die Abwicklungsanstalt mit dem Namen FMS Wertmanagement in München mitteilte. "Die hohe Risikovorsorge allein in Verbindung mit den Griechenland-Engagements in Höhe von 8,9 Milliarden Euro konnte in den ursprünglichen Planungen für die Abwicklungsanstalt nicht vorgesehen werden", sagte Vorstandssprecher Christian Bluhm.

Steuerzahler müssen blechen

Der Verlust wird vom staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin und somit letztlich von den Steuerzahlern übernommen. In die Abwicklungsanstalt hatte die HRE im Herbst 2010 Altlasten im Wert von rund 175 Milliarden Euro ausgelagert. Die "Bad Bank" soll die Risikopapiere möglichst ohne Verluste wieder auf den Markt bringen, was sich aber im derzeitigen Umfeld schwierig gestaltet. Bislang ist das Portfolio um 8,5 Prozent auf 160,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2011 reduziert worden. Für das laufende Jahr zeigte sich Bluhm zuversichtlicher und erwartet ein deutlich besseres Ergebnis als 2011.

Ex-Chef weist Schuld von sich

Derweil weist der ehemalige Chef, Georg Funke, weiter jede Schuld am Beinahe-Zusammenbruch zurück. Es seien nicht seine Fehler gewesen, die die Schieflage der Bank ausgelöst hätten. "Eine Rufschädigung auf Basis falscher Anschuldigungen ist automatisch eine Situation, mit der man sich definitiv nicht einverstanden erklären kann und ich mich auch nicht einverstanden erkläre", sagte Funke im Interview mit dem ZDF-Magazin "Frontal 21".

Hellas-Pleite sei "unvorstellbar gewesen"

Auch das große Engagement der HRE in Griechenland sei kein Fehler gewesen. "Aus der damaligen Sicht waren die Länder der Eurozone krisensicher", sagte Funke dem Sender. "Ich glaube, dass eine Staatspleite Griechenlands aus damaligen Sicht nicht vorhersehbar war." Im Gegenteil, so etwas sei "unvorstellbar gewesen".

Darüber hinaus habe die HRE stets Risiken benannt, wie jede andere Bank das auch gemacht habe. "In allen Veröffentlichungen haben wir jeweils immer darauf hingewiesen, dass entweder keine Marktverwerfungen zusätzlich kommen dürfen oder auf sonstige Risikofaktoren hingewiesen", sagte der Ex-Vorstandschef.

Staat hat HRE "zerstört"

Funke hat sich bereits häufiger in Interviews gegen Vorwürfe gewehrt und sich als "Sündenbock" bezeichnet. Die HRE sei aus seiner Sicht auch nicht vom Staat gerettet worden. "Nein, sie ist zerstört worden", sagte Funke. Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück habe mit seinen Äußerungen über eine mögliche Abwicklung der HRE dem Institut den Rest gegeben. "Für eine Bank ist Reputation einfach alles." Das war keine Rettung, "das war das Ende der Bank".

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