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Star-Investor Carmignac kritisiert Paris in der Euro-Krise


Star-Investor Carmignac kritisiert Paris in der Euro-Krise

04.07.2012, 12:36 Uhr | t-online.de - Frank Lansky

Star-Investor Carmignac kritisiert Paris in der Euro-Krise. Frankreich auf dem Weg ins Abseits (Quelle: Montage t-online.de mit Bildmaterial von Thinkstock)

Investor Edouard Carmignac sieht Frankreich auf dem falschen Weg (Quelle: Montage t-online.de mit Bildmaterial von Thinkstock)

Harte Worte vom Fonds-Guru: Star-Investor Edouard Carmignac hat den neuen französischen Staatspräsidenten François Hollande zur Abkehr von seinem sozialistischen Kurs aufgefordert. Außerdem stellte sich Carmignac in der Schuldenkrise auf die Seite von Deutschland.

"Enteignung durch das Steuerwesen"

In einem offenen Brief schrieb Carmignac, Hollande habe die Gelegenheit, Frankreich tiefgreifend zu reformieren. Aber die ersten Projekte gingen leider nicht in diese Richtung – sie seien vielmehr eine "Anhäufung von verhängnisvollen Drohungen".

Wörtlich schreibt der Fonds-Investor: "Die Umsetzung eines geradezu enteignenden Steuerwesens würde die Führungsspitzen unserer Unternehmen vertreiben und den Exodus ihrer Führungskräfte beschleunigen sowie die Investitionen der kleinen und mittelständischen Unternehmen einfrieren lassen." Hollande will in Frankreich einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent einführen.

Kritik an 35-Stunden-Woche

Letztlich würden auch die niedrigsten Einkommensschichten nicht verschont. Konkret monierte der Investor, dass die Überbesteuerung von Überstunden die Kaufkraft beschneiden werde. Carmignac fuhr fort, "die geplante Mehrbelastung der Mittelschicht würde die durch die 35-Stunden-Woche ohnehin gesunkene Arbeitsmoral, weiter schwächen."

Und weiter: Die Schröpfung eines gesamten Landes, um das Überleben eines überholten Gesellschaftsmodells zu gewährleisten, sei ein zum Misserfolg verdammtes Projekt.

Carmignac prangert französischen Egoismus an

Zudem ging der Investor auch auf das Thema Euro-Bonds und die Finanzierung der Schuldenkrise durch die diversen Rettungsfonds ein. Paris will mitten in der Krise das Rentenalter von 62 auf 60 Jahre senken.

Carmignac kritisierte, "unsere deutschen Freunde zur Kasse bitten zu wollen, ist ein gefährliches und unüberlegtes Unterfangen. Warum sollten sie auch einem Beitrag zur Finanzierung des Ruhestands ab 60 Jahren in Frankreich zustimmen, wo doch ihr eigenes Rentenalter selbst gerade bis auf 67 Jahre angehoben wurde?".

Deutschland soll nicht überfordert werden

Und weiter warnte Carmignac vor einer Überforderung der Bundesrepublik: "Sicherlich hätte Deutschland bei einem Auseinanderfallen des Euro viel zu verlieren. Es ist politisch aber nicht vertretbar, von Deutschland eine Unterstützung für den Erhalt sozialer Errungenschaften einzufordern, welche sich das Land selbst nicht zugesteht. Zudem ist es unrealistisch zu erwarten, dass Deutschland alleine die Last eines Europa, das weit über seinen Verhältnissen lebt, tragen könnte."

Carmignac gilt als einer der großen Vermögensberater in der Finanzindustrie. Sein Fonds Patrimoine (WKN: A0DPW0) hat sich seit Auflage mehr als verfünffacht.

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