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Kartellamt: "Schienenfreunde" müssen zahlen


Die "Schienenfreunde" müssen zahlen

05.07.2012, 11:24 Uhr | dpa

Kartellamt: "Schienenfreunde" müssen zahlen. Die Deutsche Bahn wurde durch das Schienenkartell über Jahre massiv geschädigt (Quelle: dapd)

Die Deutsche Bahn wurde durch das Schienenkartell über Jahre massiv geschädigt (Quelle: dapd)

Genugtuung für die Deutsche Bahn: Das Bundeskartellamt hat wegen wettbewerbswidriger Absprachen gegen vier Produzenten und Lieferanten von Schienen Bußgelder in Höhe von knapp 125 Millionen Euro verhängt.

Über viele Jahre hätten sich die Lieferanten gegenseitig nahezu konstante Quoten am Auftragsvolumen der Deutschen Bahn zugesichert, begründete der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, die Strafe.

Betroffen sind Tochterfirmen der Unternehmen ThyssenKrupp, Vossloh und Voestalpine. Die Ermittlungen gegen weitere Unternehmen dauerten an, hieß es. Die Behörde werde nun die Untersuchen auf andere Geschäftsfelder verlagern wie Schienen und Weichen für regionale und lokale Nachfrager.

Bußgelder in Millionenhöhe

Die Bußgeldbescheide ergingen konkret gegen die ThyssenKrupp GfT Gleistechnik in Höhe von 103 Millionen Euro. Ferner muss die seit 2010 zum Vossloh Konzern gehörende Stahlberg Roensch insgesamt 13 Millionen Euro zahlen. Die Voestalpine Tochterunternehmen TSTG Schienen Technik muss 4,5 Millionen Euro und voestalpine BWG vier Millionen Euro zahlen.

Die Unternehmen hätten die Einhaltung der Quoten überwacht, Projekte einander zugeordnet und Schutzpreise vorgegeben, um die Auftragsvergaben zu steuern, teilte das Kartellamt mit. Die Absprachen betrafen Normal-Schienen, kopfgehärtete Schienen und Weichenzungen.

Hoher Schaden durch Kartell

Die Deutsche Bahn, die im Staatsauftrag das größte Bahnnetz Europas betreibt, kauft jährlich Schienen im Wert von durchschnittlich 300 Millionen Euro. Erste Spekulationen zum potenziellen Schaden reichten von einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag bis zu einer Milliarden Euro. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" soll sich der Schaden durch die jahrelangen Preisabsprachen auf deutlich mehr als 500 Millionen Euro beziffern.

Die vom Kartellamt verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig, gegen die Bescheide kann noch Einspruch eingelegt werden.

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