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Microsoft schreibt erstmals rote Zahlen


Microsoft  

Microsoft schreibt rote Zahlen

20.07.2012, 08:26 Uhr | dapd, dpa-AFX, t-online.de

Microsoft schreibt erstmals rote Zahlen. Der Software-Konzern Microsoft machte erstmals Verluste (Quelle: Reuters)

Der Software-Konzern Microsoft machte erstmals Verluste (Quelle: Reuters)

Eine Abschreibung von 6,2 Milliarden Dollar auf die Online-Werbefirma Aquantive bescherte Microsoft den ersten Quartalsverlust des Unternehmens seit dem Börsengang 1986. Wie der Computer-Pionier mitteilte, belief sich der Verlust im vierten Quartal auf 492 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Gewinn von 5,9 Milliarden Dollar gegeben. Damit ist der Angriff auf Google gescheitert, der Konkurrent vermeldete stattdessen hervorragende Zahlen.

Online-Geschäft seit Jahren mit Verlusten

Bereinigt um diese Abschreibung und andere Sonderereignisse stieg der Gewinn hingegen im vierten Quartal um zwölf Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 6,9 Milliarden Dollar. Je Aktie blieben 73 Cent hängen. Analysten hatten hier nur mit 62 Cent gerechnet. Im nachbörslichen Handel kletterten Microsoft-Titel um zweieinhalb Prozent.

Das Online-Geschäft ist eine Dauerbaustelle, in der Microsoft über die Jahre viele Milliarden versenkt hat. In dem nun abgeschlossenen Geschäftsjahr addierte sich das operative Minus des Bereichs mit der Abschreibung auf 8,1 Milliarden Dollar. Schon im Jahr davor hatte der Software-Gigant im Internet 2,7 Milliarden Dollar verloren.

Jahres,- und Quartalsumsatz mit Rekordwerten

Der Umsatz legte in dem Ende Juni beendeten Geschäftsquartal um 3,9 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) zu. Es war ein Rekordwert, wie Konzernchef Steve Ballmer nach US-Börsenschluss betonte. Im gesamten Jahr stieg der Umsatz um 5,4 Prozent auf den Bestwert von 73,7 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn fiel um gut ein Viertel auf 17 Milliarden Dollar.

Die verlässlichste Geldquelle von Microsoft blieb die Office-Bürosoftware. Die Business-Sparte steuerte im gesamten Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar bei, mehr als die 11,5 Milliarden von Windows. Ende Oktober kommt das neue Windows 8 auf den Markt. Der Software-Gigant erhofft sich davon eine Belebung des PC-Marktes, der zuletzt von dem rasanten Wachstum bei Smartphones und Tablets in den Schatten gestellt wurde. Microsoft will mit Windows 8 auch bei Tablet-Computern Fuß fassen. Die Software ist auch auf die Bedienung per Touchscreen ausgelegt.

Absatz von Windows 7 und Xbox wird gepusht

Um den Absatz der bisherigen Version Windows 7 in den kommenden Monaten zu stützen, versprach Microsoft den Käufern einen Rabatt beim Upgrade auf die Nachfolgesoftware. Dafür plante der Konzern schon mal 540 Millionen Dollar ein.

Im Spiele- und Unterhaltungsbereich mit der Spielekonsole Xbox 360 gab es im Schlussquartal rote Zahlen von 263 Millionen Dollar, im gesamten Geschäftsjahr aber ein operatives Plus von 364 Millionen. Microsoft versucht gerade, die Xbox zu einem Herzstück der Wohnzimmer-Unterhaltung zu machen. Dafür wurde das Angebot von Filmen und Sendungen für die Plattform stark ausgeweitet.

Geschäft bei Google brummt

Mit der Online-Abschreibung holte Microsoft eine Jahre zurückliegenden Fehlkauf ein. Der Konzern hatte Aquantive 2007 für 6,3 Milliarden Dollar übernommen. Der Software-Primus wollte Google das Werbegeschäft im Netz nicht kampflos überlassen. Google hatte kurz zuvor den Spezialisten DoubleClick geschluckt. Doch während bei Google die Werbemilliarden flossen, tröpfelten die Einnahmen bei Microsoft nur.

Im zweiten Quartal verdiente die Nummer eins der Suchmaschinen-Betreiber unter dem Strich 2,8 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) und damit elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Geld kommt hauptsächlich durch die sprudelnden Einnahmen bei den bezahlten Suchtreffern herein. Ein zweites großes Standbein sind mittlerweile grafische Werbeanzeigen.

Geheimnis um Firmenchef

Es sei ein "starkes Quartal" gewesen, sagte Konzernchef Larry Page am Donnerstag laut Mitteilung. In der Telefonkonferenz fehlte er allerdings, nachdem Google schon andere öffentliche Auftritte von ihm abgesagt hatte. "Es gibt nichts neues, Larry hat seine Stimme verloren", sagte Manager Nikesh Arora. Er führe aber weiterhin das Unternehmen. Was ihm genau fehlt, daraus macht Google weiter ein Geheimnis.

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