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Chinesen kaufen kanadischen Ölkonzern


Milliarden-Übernahmen: China will sich Ölreserven sichern

23.07.2012, 18:46 Uhr | AFP, dapd, dpa-AFX

Chinesen kaufen kanadischen Ölkonzern. Nexen beutet unter anderem Ölsand-Vorkommen in Kanada aus (Quelle: Reuters)

Nexen beutet unter anderem Ölsand-Vorkommen in Kanada aus (Quelle: Reuters)

China setzt seine Einkaufstour auf den Rohstoffmärkten weiter fort und will sich mit einem Schlag riesige Öl- und Gasvorkommen rund um den Globus sichern: Der Staatskonzern CNOOC will die kanadische Förderfirma Nexen für 15,1 Milliarden US-Dollar in bar (12,4 Milliarden Euro) schlucken. Noch steht allerdings die Zustimmung der Behörden zu dem Deal aus.

Zugriff auf Nordsee-Öl

Das Management beider Unternehmen sei sich einig, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Mit der Übernahme bekäme die Volksrepublik Zugriff auf Öl- und Gasreserven in Kanada, Nigeria, dem Golf von Mexiko und in der britischen Nordsee.

Größte chinesische Übernahme im Ausland

Nach Angaben von US-Medien handelt es sich um die größte chinesische Übernahme eines Unternehmens im Ausland überhaupt. Nexen beutet unter anderem Ölsand-Vorkommen in seinem Heimatland aus und bohrt in der Tiefsee nach Öl und Gas. Die Volksrepublik war bereits in der Vergangenheit dadurch aufgefallen, dass sie sich jenseits ihrer Grenzen große Rohstoffreserven zusammengekauft hatte, um ihren immensen Bedarf an Energie und Material zu stillen.

Nur kurz nach der Verkündung des Megazukaufs wurde ein weiteres chinesisches Milliardengeschäft bekannt: Der ebenfalls staatliche Energieriese Sinopec beteiligt sich für 1,5 Milliarden Dollar an der Öl- und Gasförderung der kanadischen Firma Talisman in der britischen Nordsee.

EU muss eventuell auch zustimmen

Die Übernahme von Nexen muss allerdings noch von den Behörden in Kanada, den USA, China und möglicherweise der EU gebilligt werden. Beim letzten großen Versuch, einen kanadischen Rohstoffkonzern zu schlucken, hatte sich die Regierung des Landes quergestellt: Der australische Bergbaukonzern BHP Billiton zog vor zwei Jahren sein 39-Milliarden-Dollar-Angebot für den Kaliförderer Potash zurück.

Auch CNOOC hatte schon einen herben Rückschlag in Nordamerika hinnehmen müssen: Die Chinesen waren im Jahr 2005 daran gescheitert, die US-Ölgesellschaft Unocal für 18,5 Milliarden Dollar zu übernehmen. US-Politiker hatten sicherheitspolitische Bedenken geltend gemacht. Am Ende griff der US-Ölkonzern Chevron zu.

Chinesen machen Zugeständnisse

In Kanada hat CNOOC bereits weitreichende Zugeständnisse gemacht, um die Regierung gnädig zu stimmen. So versicherten die Chinesen, dass das bisherige Management im Amt bleibe und auch kein Stellenabbau drohe. Überdies solle die Zentrale des gesamten Nord- und Zentralamerikageschäfts in Calgary angesiedelt werden.

Die Nexen-Aktionäre, die auch noch zustimmen müssen, ködert CNOOC wiederum durch einen satten Preisaufschlag von 61 Prozent zum Schlusskurs von letzter Woche. Sie sollen 27,50 Dollar je Stammaktie erhalten. Nexen-Anteilsscheine werden an den Börsen in New York und Toronto gehandelt.

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