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Ifo-Geschäftsklimaindex: Schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft


Schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft

25.07.2012, 14:29 Uhr | t-online.de, dapd

Ifo-Geschäftsklimaindex: Schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist derzeit düster (Quelle: dpa)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist derzeit düster (Quelle: dpa)

Die Schuldenkrise in Europa trifft verstärkt die Konjunktur in Deutschland. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juli zum dritten Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Gegenüber dem Vormonat ging das Konjunkturbarometer um zwei Punkte auf 103,3 Punkte zurück. Dies ist der niedrigste Stand seit März 2010.

Trübe Zukunftsaussichten

Nicht nur die aktuelle Geschäftslage, sondern auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate bewerteten die etwa 7000 befragten Unternehmen schlechter als im Juni, wie Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn erläuterte. Sinn begründet den Rückgang mit der Eurokrise.

Keine Krise, aber eine Abkühlung

Von einer Krise der deutschen Wirtschaft wollte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen aber noch nicht sprechen. Der Geschäftsklimaindex liege nach wie vor über dem langjährigen Mittel. Vielmehr handele es sich um eine Abkühlung, sagte Carstensen.

Die Prognosen für ein schwaches Sommerhalbjahr würden sich jedoch anscheinend bewahrheiten, wie der Konjunkturchef erläuterte. Die Unsicherheit durch die Eurokrise trifft nach seinen Worten die Realwirtschaft. Die Unternehmen stellten Investitionen zurück, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. Dies wiederum belastet die Hersteller von Investitionsgütern.

Industrie-Kapazitäten "klar weniger ausgelastet"

Besonders deutlich habe sich die Stimmung in der Industrie eingetrübt, sagte Sinn. Vor allem die aktuelle Geschäftslage schätzten die Firmen erheblich schlechter ein als vor einem Monat. Die Kapazitäten würden "klar weniger ausgelastet". Aber auch die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung seien kräftig gesunken. Allerdings seien die Exportaussichten nur leicht zurückgegangen.

Im Bauhauptgewerbe folgte nach einem Anstieg im Juni ein Rückschlag. Zwar schätzen die Unternehmer ihre aktuelle Lage etwas besser ein. Die weitere Entwicklung sehen sie jedoch deutlich skeptischer. Bei den Großhändlern ist die Situation ähnlich. Auch ihre Perspektiven haben sich verschlechtert. Sie trifft die Investitionszurückhaltung der Unternehmen ebenfalls, wie Carstensen erläuterte.

Arbeitsmarkt stagniert

Einziger Lichtblick ist der Einzelhandel. Die Firmen schätzten sowohl ihr aktuelles Geschäft als auch ihre Erwartungen für das kommende halbe Jahr günstiger ein. "Der Konsum läuft weiterhin gut", erläuterte Carstensen. Es gebe auch "keine Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt". Die Unternehmen bauten keine Stellen ab, aber auch nicht mehr stark auf.

Auf den Aktienmarkt hatte der Index keine negativen Auswirkungen. Der DAX unterbrach seine mehrtätige Verlustserie und drehte in die Gewinnzone. Um eine Rezession zu vermeiden, müsse die Eurokrise gelöst werden, sagte Carstensen.

Dazu müssten auch die Gläubiger der Schuldenstaaten beitragen. Ansonsten drohe ein anderes Szenario, sagte er dem Sender "n-tv". Die Eurozone könnte in einem großen Crash auseinanderbrechen. "Dann hätten wir nächstes Jahr sicherlich das Chaos."

Keine Belebung der Konjunktur vor Jahresende

Die erneute Eintrübung des Geschäftsklimas zeigt laut Postbank, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Schwächephase befindet. Der aktuelle Ifo-Index unterstreiche, dass das hohe Maß an Unsicherheit einer stärkeren Konjunkturerholung zur Jahresmitte im Wege stehen dürfte, heißt es in einer Analyse. Die Postbank erwartet daher vergleichsweise niedrige Wachstumsraten und rechnet erst gegen Ende des Jahres mit einer stärkeren Belebung.

Commerzbank: BIP wird schrumpfen

Nach Einschätzung des Commerzbank-Chefvolkswirts Jörg Krämer ist das Risiko für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gestiegen. Es bestehe die Gefahr, "dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal schrumpfen wird", sagte Krämer. Im Kampf gegen eine weitere Abkühlung der Konjunktur könnte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins schon Anfang August senken.

Nicht nur der Ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine Trendwende hin, auch der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) war in der vergangenen Woche zum dritten Mal in Folge gefallen. Der Index, für den 273 Analysten befragt wurden, verlor von Juni bis Juli 2,7 Punkte auf minus 19,6 Zähler.

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