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Praktiker: Machtkampf um angeschlagene Baumarktkette


Trotz roter Zahlen: Machtkampf um Praktiker

27.07.2012, 13:47 Uhr | dpa-AFX , dpa

Praktiker: Machtkampf um angeschlagene Baumarktkette. Praktiker ist weiterhin sehr begehrt (Quelle: dapd)

Praktiker ist weiterhin sehr begehrt (Quelle: dapd)

Obwohl die angeschlagene Baumarktkette Praktiker nicht aus den roten Zahlen kommt, besteht ein großes Interesse an dem Unternehmen. Drei Investoren wollen ihre Pflöcke zur Rettung des Unternehmens einschlagen. Doch begleitet wird die Suche nach Rettung von einem begonnen Machtkampf: Während der US-Fonds Anchorage bereits die Zustimmung der Aktionäre bekommen hatte, haben sich die beiden anderen Interessenten mittlerweile verbündet und wollen ihn aus dem Rennen werfen. Die mit fünf Prozent an Praktiker beteiligte österreichische Privatbank Semper Constantia legte mittlerweile dem Vorstand ein konkretes Angebot vor. Außerdem ist der deutsche Finanzinvestor Clemens Vedder bereit, sich mit einer Finanzspritze zu beteiligen.

Fondsanagerin de Krassny greift an

Die bietende Bank wird vertreten von der Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die auch für den zypriotischen Finanzfonds Maseltov (zehn Prozent Anteil) spricht. Bei der Hauptversammlung Anfang Juli hatte sie zwar zähneknirschend einem Sanierungspaket zugestimmt, aber gleichzeitig angekündigt, ihren Gegenentwurf weiter verfolgen zu wollen. Sie wollte zu - nach ihren Angaben - bereitstehenden 55 Millionen Euro weitere 30 Millionen Euro einsammeln.

Das Angebot werde geprüft, sagte ein Konzernsprecher. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Investor Vedder Verbündeter

Verbündeter des Widerstandes ist der deutsche Finanzinvestor Clemens Vedder. Er ist bereit, sich mit einer Finanzspritze von zunächst 30 Millionen Euro beteiligen zu wollen, womit er dann mit einem Anteil von 25 Prozent größter Einzelaktionär wäre. Insgesamt stellt er 100 Millionen Euro in Aussicht.

Retter war schon gefunden

Den Zuspruch der Aktionäre und des Vorstands hatte eigentlich bereits der US-Hedgefonds erhalten. Mit einem Angebot von 85 Millionen Euro - zu einer Verzinsung von rund 17 Prozent und der lukrativen Marke Max Bahr als Pfand, wollte Anchorage die Baumarktkette übernehmen und sanieren.

Große Verlustserie

Insgesamt braucht Praktiker zur Sanierung rund 215 Millionen Euro. Im zweiten Quartal 2012 stand unter dem Strich ein Verlust von 20,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte. Im Vorjahresquartal verbuchte die Baumarktkette ein Minus von 307 Millionen Euro. Die Ergebnisse weichen auch wegen Sondereffekten stark voneinander ab und sind nicht vergleichbar. Bis zum Halbjahr 2012 reduzierte sich der Verlust auf 97 Millionen Euro (minus 323 Millionen Euro).

Der Konzernumsatz sank im zweiten Quartal um 7,3 Prozent auf 887 Millionen Euro, zum Halbjahr liefen 1,5 Milliarden Euro auf (minus 4,5 Prozent). "Die Entwicklung im zweiten Quartal entspricht dem allgemeinen Branchentrend in Deutschland", sagte Vorstandschef Kay Hafner. "Sie spiegelt eine temporäre Marktschwäche wieder, keine spezifische Schwäche unserer Marken." Im Monat April habe die gesamte Branche wegen des schlechten Wetters zweistellig im Minus gelegen.

Deutlich schwächer als das Deutschlandgeschäft mit rückläufigen Erlösen von 1,7 Prozent im ersten Halbjahr fiel das Auslandsgeschäft aus. Es ging um rund zwölf Prozent auf 383 Millionen Euro zurück.

Max Bahr mit stabilem Umsatz

Am besten schnitt innerhalb des Konzerns die Marke Max Bahr ab, die für die ersten sechs Monate einen stabilen Umsatz und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) von 16,7 Millionen Euro auswies. "Die stabile und gute Ertragsentwicklung zeigt, wie richtig und wichtig die Entscheidung war, die Ausrichtung unseres Geschäftsmodells zu korrigieren und im Inland massiv auf den Ausbau von Max Bahr zu setzen", sagte Hafner. "Max Bahr ist einfach unsere ertragsstärkste Marke." Dieser Umbau schaffe die Voraussetzungen, dass der Konzern ab 2014 wieder Gewinne erwirtschafte.

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