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Insolvenzen in Deutschland: Experten erwarten deutliche Zunahme und Verlust von Arbeitsplätzen


Experten erwarten mehr Insolvenzen

04.08.2012, 13:47 Uhr | dpa

Insolvenzen in Deutschland: Experten erwarten deutliche Zunahme und Verlust von Arbeitsplätzen. Konjunktur kühlt sich ab: Experten befürchten mehr Pleiten (Quelle: imago images)

Konjunktur kühlt sich ab: Experten befürchten mehr Pleiten (Quelle: imago images)

Angesichts der sich abzeichnenden Eintrübung der Konjunktur erwarten Beratungsfirmen mehr Firmenpleiten in Deutschland. "Fünf bis zehn Prozent der deutschen Unternehmen stehen auf der Kippe", sagte Max Falckenberg, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger, der "WirtschaftsWoche". Noch deutlich höher sei der Anteil gefährdeter Unternehmen bei Autozulieferern, habe eine Prognose der Beratungsfirma AlixPartners ergeben.

"Unterstellt man für die europäischen Autozulieferer für 2012 einen Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent gegenüber 2011, so steigt der Anteil der gefährdeten Unternehmen auf über 30 Prozent an", sagte Jens Wiese, Direktor bei AlixPartners, dem Blatt.

Autobranche: Absatzmarkt schwächelt

Die Autokonjunktur in der EU ist vor dem Hintergrund der Schuldenkrise seit Monaten auf Talfahrt. Nach Berechnungen von AlixPartners habe ein Viertel der Zulieferer selbst im relativ guten Jahr 2011 kein Geld verdient. Sollte sich die Krise in Europa verschlimmern, würde sich die Lage für diese Unternehmen gefährlich zuspitzen.

Erst Mitte Juli hatte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform gewarnt, die steigende Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft gefährde in diesem Jahr mehr als 300.000 Arbeitsplätze. Das wäre ein Anstieg um mehr als 64.000 bedrohte Stellen oder mehr als 27 Prozent gegenüber 2011.

Immer mehr Mitarbeiter von Pleiten betroffen

"Von Insolvenzen sind 2012 mehr Mitarbeiter betroffen als in den beiden Vorjahren", hatte Michael Bretz, der Leiter Wirtschaftsforschung bei Creditreform, gesagt. Hauptgrund für den deutlichen Anstieg seien die Pleiten von größeren Unternehmen wie Schlecker und Neckermann.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen könnte 2012 voraussichtlich um bis zu 2000 Fälle beziehungsweise sieben Prozent auf 32.000 Fälle steigen. Der Anstieg würde zwar eine Trendwende bedeuten, aber keinen Rekord. 2003 hatten die Firmenpleiten in Deutschland mit fast 40.000 Fällen ihren Höhepunkt.

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