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Derivate-Chance bei Öl, Kupfer, Gold


Derivate: Anleger setzen auf Schwarz-Rot-Gold

09.08.2012, 16:49 Uhr | Der Aktionär, Der Aktionär

Derivate-Chance bei Öl, Kupfer, Gold. Renditechancen mit Öl, Kupfer, Gold (Quelle: imago images)

Renditechancen mit Öl, Kupfer, Gold (Quelle: imago images)

Rohstoffe gehören in ein gut diversifiziertes Depot. Doch gilt das für alle Basiswerte? "Der Aktionär" gibt eine Einschätzung zu Gold, Öl und Kupfer ab und stellt die passenden Derivate vor.

Ruhe bei Öl, Kupfer, Gold

Am Rohstoffmarkt dreht sich derzeit alles um die Jahrhundertdürre im Mittleren Westen der USA. Wegen der zu erwartenden Ernteausfälle sind zuletzt die Preise für Weizen, Mais und Sojabohnen deutlich in die Höhe geschossen. Im Vergleich dazu herrscht bei Gold, Öl und Kupfer richtige Langeweile.

Seit Jahresbeginn haben sich die Preise mehr oder weniger kaum bewegt. Doch möglicherweise handelt es sich hierbei um die bekannte Ruhe vor dem Sturm. Zumindest sind bei den Metallen Gold und Kupfer wieder stärkere Bewegungen zu erwarten. Wie Anleger mitverdienen können, ist im Folgenden zu lesen.

Der Goldpreis kommt nicht voran

Die vergangenen Wochen und Monate liefen für Goldanleger alles andere als zufriedenstellend. Seit dem Zwischenhoch Ende Februar hat das Edelmetall zeitweise mehr als 200 Dollar eingebüßt. Und das trotz der sich zuspitzenden Schuldenkrise in Europa. Doch die Geduld könnte sich bald bezahlt machen. Traditionell sind die letzten Monate eines Jahres die performancestärksten bei dem Edelmetall.

Dies könnte auch in diesem Jahr wieder so sein. So ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank Fed in der zweiten Jahreshälfte im Rahmen des sogenannten "Quantitative Easing" mehrere Milliarden Dollar in den Markt pumpen könnte. Hinzu kommt eine typische Nachfragebelebung nicht zuletzt wegen der anstehenden Hochzeitssaison in Indien im vierten Quartal. Ohnehin könnte das Umfeld für den Goldpreis derzeit nicht besser sein. Anhaltend niedrige Realzinsen sind der beste Nährboden für steigende Goldpreise.

Auch aus charttechnischer Sicht hellt sich das Bild nach und nach auf. Zuletzt gelangen dem Goldpreis die Rückeroberung der insbesondere psychologisch wichtigen Marke von 1600 Dollar sowie der Sprung über den kurzfristigen Abwärtstrend.  Kann die Feinunze den Ausbruch nachhaltig bestätigen, könnte eine rasche Aufholjagd bis vorerst in den Bereich von 1800 Dollar folgen.

Rohstoff-Analyst Gabor Vogel von der DZ Bank geht sogar einen Schritt weiter: Im Interview mit dem "Aktionär" stellt er auf Sicht von einem Jahr einen Preis von 1900 Dollar in Aussicht. Die fundamentale Ausgangslage für Gold sei weiter intakt. Anleger, die direkt vom steigenden Goldpreis profitieren möchten, setzen auf den Turbo-Optionsschein, den der aktionär in seinem Derivate-Musterdepot führt. Basispreis und Knock-out-Schwelle des Scheins liegen derzeit bei 1233,91 Dollar, also weit unter dem aktuellen Niveau. Der Hebel beträgt entsprechend 4,1.

Besonders interessant ist zudem ein Investment in Goldminen-Aktien. Diese sind im Vergleich zum Goldpreis derzeit annähernd so günstig wie zum Höhepunkt der Finanzkrise 2008. Allein der Ausgleich der Unterbewertung verspricht deutliches Potenzial. Steigt zudem der Goldpreis weiter, winken nicht zuletzt wegen der Hebelwirkung von Gold-Aktien überproportionale Gewinne.

Einen zusätzlichen Hebel bietet der Turbo-Optionsschein mit der WKN HV5Y4X. Als Basiswert dient der NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI), der die größten Goldproduzenten der Welt umfasst. Das Papier hebelt die Performance des HUI mit dem Faktor 4,2.

Weltkonjunktur bestimmt den Ölpreis

Öl ist und bleibt der Schmierstoff der Weltwirtschaft. Und blickt man über den europäischen Schuldenkrisen-Tellerrand hinaus, dann wird klar: So schlecht steht es um die Weltwirtschaft nicht. Der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr noch mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,5 Prozent, im kommenden Jahr sollen es sogar 3,9 Prozent sein.

Insofern überrascht es nicht, dass sich die Notierung für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent trotz der sich zuspitzenden Eurokrise in einer Seitwärtsrange befindet.

In der vergangenen Woche brachten die US-Lagerdaten etwas Rückenwind für den Ölpreis. In der größten Volkswirtschaft der Welt sanken die Ölreserven nach jüngsten Daten um 6,5 Millionen Barrel und damit deutlich stärker als erwartet. Einen Rückgang der Lagerdaten deuten Investoren als Hinweis auf eine stärkere Nachfrage nach Rohöl in den USA. Indes geht die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) davon aus, dass der Ölverbrauch auch im kommenden Jahr weiter steigen wird.

Für das laufende Jahr rechnet das Ölkartell mit einer Nachfrage, die um 1,0 Prozent höher liegt als 2010. 2013 soll der tägliche Verbrauch auf 89,5 Millionen Barrel steigen, 0,9 Prozent mehr als noch in diesem Jahr.

"Der Aktionär" geht davon aus, dass sich der Ölpreis weiterhin im Spannungsfeld zwischen der europäischen Schuldenkrise auf der einen Seite und der Hoffnung auf Wirtschaftswachstum getrieben durch die Schwellenländer auf der anderen Seite bewegen wird. Daher erscheint es aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass die Notierung weiterhin in der Seitwärtsrange gefangen bleibt.

Auch Rohstoff-Experte Vogel erwartet keinen massiven Anstieg. Aus Anlegersicht bietet sich daher ein Einstieg beim Inline-Optionsschein mit der WKN SG2 1SW an. Bleibt der Preis für die Rohölsorte Brent bis zum 14. Juni 2013 in der Range von 70 bis 155 Dollar, erzielen Anleger mit diesem Schein eine Rendite von 47,3 Prozent. Doch Vorsicht: Andernfalls kommt es zum Totalverlust.

Gebremste Nachfrage nach Kupfer

Der Konjunkturaufschwung gerät ins Stocken – und das spiegelt sich derzeit auch in den Notierungen der Industriemetalle wider. Der wichtige Kupferkontrakt befindet sich seit rund neun Monaten in einer Seitwärtsbewegung und notiert im Moment wieder im Bereich der unteren Begrenzung. Dabei spielt weniger die europäische Schuldenkrise eine Rolle, als vielmehr die Konjunkturdaten aus China. Das Reich der Mitte ist mit über 40 Prozent der größte Verbraucher des roten Metalls. Die Daten aus China, die auf ein Abflauen des Wirtschaftswachstums hingedeutet haben, sorgten auch beim Kupferpreis für sinkende Kurse.

Allerdings dürfte die Nachfrage nach Kupfer nicht dramatisch einbrechen – im Gegenteil. Europas größter Kupferproduzent Aurubis beispielsweise geht davon aus, dass die Nachfrage aus der Volksrepublik in der zweiten Jahreshälfte weiter steigen wird. Aurubis rechnet mit einem Wachstum von acht Prozent. Zum einen beschleunige Peking derzeit verschiedene Infrastrukturprojekte, zum anderen könnte auch die überraschende Zinssenkung Anfang Juni das Wachstum wieder antreiben.

Unterstützung könnte der Kupferpreis – wenn auch ungewollt – von anderer Seite erfahren. Die US-Investmentbank JP Morgan plant einen Kupfer-ETF, den JPM XF Physical Copper Trust. Und der ist bereits im Vorfeld in die Kritik geraten. Ein US-Senator hat sogar ein Zulassungsverbot gefordert. Der Hintergrund: Der ETF müsste große Mengen des roten Metalls als Sicherheit lagern, was zu einer Verknappung führen würde. Das ist deshalb besonders heikel, weil bei Kupfer ohnehin ein Angebotsdefizit besteht.

Da auch Blackrock einen ETF plant, befürchtet der US-Senator, beide Kupferfonds könnten ein Drittel der weltweiten Kupfervorräte umfassen. der aktionär sieht wie Analyst Vogel derzeit gute Chancen auf einen steigenden Kupferpreis. Anleger sollten sich daher auf der Long-Seite positionieren.

Hier bietet sich der Mini-Long mit der WKN DZ1XP1 an. Der Schein mit Knockout-Schwelle bei 5954,70 Dollar hat einen Hebel von 4,9. Eine Absicherung gegen einen eventuell starken Euro ist wie bei den anderen Produkten ebenfalls nicht eingebaut.

Rohstoffe sind grundsätzlich eine Bereicherung für jedes Depot. Allerdings kommt es auch auf das richtige Timing und die richtige Strategie an. Mit den drei vorgestellten Produkten dürften Anleger wenig falsch machen.

Hinweis
Diese Publikation beruht auf Quellen, die die Wirtschaftsredaktion für zuverlässig hält, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit jedoch keine Gewähr übernommen wird. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, die nicht unbedingt der Meinung der Deutschen Telekom AG bzw. seiner Mitarbeiter entspricht. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere zeitnahe Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

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