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Anton Schlecker soll seit 2009 von Pleitegefahr gewusst haben


Schlecker soll seit 2009 von Pleitegefahr gewusst haben

13.08.2012, 09:27 Uhr | dpa, t-online.de, dapd

Anton Schlecker soll seit 2009 von Pleitegefahr gewusst haben. Die Vorwürfe gegen Anton Schlecker reißen nicht ab (Quelle: dapd)

Die Vorwürfe gegen Anton Schlecker reißen nicht ab (Quelle: dapd)

Neuer Ärger für Drogeriepleitier Anton Schlecker: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer vor, schon Jahre vor der Insolvenz Teile seines Vermögens in Sicherheit gebracht zu haben. Das berichtet der "Spiegel". Das Nachrichtenmagazin beruft sich dabei auf den Durchsuchungsbeschluss gegen Schlecker.

Verdächtige Vermögenstransfers

Schon als die Umsätze in den Jahren 2008 und 2009 dramatisch einbrachen, habe der 67-Jährige erkannt, "dass die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens drohte". Von dieser Zeit an hätten "verdächtige unentgeltliche Vermögensübertragungen auf Familienangehörige" begonnen, zitierte der "Spiegel" aus dem Beschluss.

60.000 Euro Monatsgehalt für Ehefrau

Als Beispiele werden unter anderem die Übertragung der Familienvilla im Wert von angeblich 20 Millionen Euro, aber auch der Verkauf der Zentrale der Schlecker-Tochter Ihr Platz und das "überhöhte Gehalt an Ehefrau Christa" angeführt, die monatlich 60.000 Euro erhalten haben soll.

Waren und Immobilien als Sicherheiten

Der Unternehmer habe darüber hinaus bereits im Jahr 2010 mit Markant und Euler Hermes einen "Sicherheitentreuhandvertrag" schließen müssen, um das Liefersystem aufrechterhalten zu können, meldete das Magazin. Darin seien Waren und Immobilien im Wert von 325 Millionen Euro als Sicherheiten gewährt worden.

Die Ermittler werfen Schlecker dem Bericht zufolge außerdem vor, die Drogeriemarkt-Kette durch eine Art "Schnellballsystem" finanziert zu haben. So habe er mit seinen Lieferanten außergewöhnlich lange Zahlungsfristen vereinbart und mit dem Erlös aus bereits verkaufter, aber noch nicht bezahlter Ware sein Unternehmen finanziert. Der Pleitier habe sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern wollen, meldete das Magazin.

Geld- oder Freiheitsstrafen drohen

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart war zunächst nicht für Nachfragen zu erreichen. Die Behörde ermittelt nach Vorprüfungen seit Juli gegen Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte wegen des Verdachts auf Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott. Der Straftatbestand (Paragraf 15a der Insolvenzordnung) besagt, dass im Falle einer Firmenpleite Geld- oder Freiheitsstrafen drohen, wenn die Insolvenz "nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig" bei Gericht angezeigt wird.

Es gibt jedoch eine Einschränkung: Anders als etwa bei einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft greift das Gesetz nicht für den eingetragenen Kaufmann (e.K.), weil der nämlich keine juristische Person ist. Beim Dachunternehmen Anton Schlecker e.K. ergibt sich somit keine Handhabe, sehr wohl aber bei den Tochterfirmen IhrPlatz und Schlecker XL, die als GmbH & Co. KG beziehungsweise GmbH firmierten.

Bei Insolvenzfällen wird routinemäßig die Staatsanwaltschaft informiert, im Fall Schlecker gaben die zunächst zuständigen Ulmer Ermittlungsbehörden die Aufgabe an die Kollegen in Stuttgart weiter, wo die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft in Wirtschaftsstrafsachen sitzt.

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