Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Flughafen Berlin-Brandenburg: Schadenersatzforderungen - Aufsichtsrat tagt


Flughafen Berlin Brandenburg  

Flughafen-Aufsichtsrat tagt - Forderungen nach Wowereit-Rücktritt

16.08.2012, 10:45 Uhr | dpa, dapd, t-online.de

Flughafen Berlin-Brandenburg: Schadenersatzforderungen - Aufsichtsrat tagt. Desaster um Berliner Großflughafen setzt sich fort - Fluggesellschaft fordern Schadenersatz (Quelle: dapd)

Desaster um Berliner Großflughafen setzt sich fort (Quelle: dapd)

Auf Deutschlands größter Baustelle herrscht weiterhin ein großes Durcheinander. Der Berliner Hauptstadtflughafen macht Schlagzeilen mit Terminverschiebungen, Zusatzkosten in Milliardenhöhe und politischen Querelen. Der Aufsichtsrat versucht derzeit verschiedene Aspekte zu klären. Nun hat der Verband der Fluggesellschaften das Desaster um die Eröffnung kritisiert und hohe Schadenersatzforderungen angekündigt.

"Es ist eine große finanzielle Belastung, wenn Sie immer wieder umplanen müssen", sagte der Generalsekretär des Airline-Verbandes BARIG, Michael Hoppe, dem Hörfunksender hr-iNFO. Komplexe Abläufe und Personalplanungen müssten wegen der Verschiebung des Eröffnungstermins ständig geändert werden. Mehrere Gesellschaften prüften, in welcher Höhe sie Regressforderungen geltend machen könnten, sagte Hoppe. Die Fluglinien wollten am Ende nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Der Verband vertritt rund 100 Fluggesellschaften - von Air Berlin bis Yemen Airways.

Aufsichtsrat sucht Antworten

In diesen Stunden befasst sich der Aufsichtsrat des Flughafens mit den Terminproblemen und den ständig wachsenden Baukosten des Flughafens. Im Aufsichtsrat sitzen die Vertreter der Eigentümer, darunter für Berlin und Brandenburg die Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD), außerdem für den Bund der Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU).

Der Aufsichtsrat sucht Antworten auf die zahlreichen offenen Fragen bei dem Projekt. Im Mittelpunkt dürfte stehen, wie die Mehrkosten von bis zu 1,17 Milliarden Euro aufgebracht werden sollen. Eine weitere staatliche Finanzspritze deutet sich an, damit der Betreibergesellschaft am Jahresende nicht das Geld ausgeht. In der schwarz-gelben Regierungskoalition im Bund gibt es dagegen jedoch Widerstand.

Brüderle gegen weitere Finanzhilfen des Bundes

So ist etwa der FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende Rainer Brüderle gegen zusätzliche Mittel vom Bund für den Hauptstadtflughafen. "Es kann nicht sein, dass Berlin diese Chaos-Kosten auf den Bund abschiebt", sagte der frühere Bundeswirtschaftsminister der "Berliner Morgenpost". "Herr Wowereit macht die Stadt immer mehr zum internationalen Gespött."

Wowereit soll Platz für Profis machen

Der Berliner FDP-Vorsitzende Martin Lindner fordert eine Führungsrolle für den Bund im Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit solle wegen Fehlern beim Bau des Hauptstadtflughafens in Schönefeld Platz für Profis machen, sagte Lindner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nur der sofortige Rückzug Wowereits aus dem Aufsichtsrat könne verhindern, dass die Blamage Berlins zu einem "nationalen Desaster" werde.

Lindner sagte, das internationale Ansehen deutscher Baukunst und Perfektion werde durch die Berliner Regierung ruiniert. Es sei ein Skandal, dass die Baukosten um eine Milliarde auf etwa 4,3 Milliarden Euro gestiegen seien und der zuletzt genannte Eröffnungstermin 17. März 2013 zu scheitern drohe. Zuletzt verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass die Eröffnung zum dritten Mal verschoben wird. Darüber will der neue Flughafen-Technikchef Horst Amann dem Vernehmen nach aber erst zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 14. September entscheiden.

Die Eröffnung und Inbetriebnahme am 3. Juni dieses Jahres war kurzfristig geplatzt, weil der Flughafen nicht fertig ist. Bis heute ist nicht klar, wann die Brandschutzanlage funktioniert.

Flughafen-Chef soll gehen

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast forderte im "Tagesspiegel", den Flughafen-Chef Rainer Schwarz zu entlassen. "Nach meiner Überzeugung ist das Vertrauen in den Flughafen-Chef nicht länger gerechtfertigt", sagte Künast.

Auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats stehen auch der Fall eines mutmaßlichen Islamisten im Flughafen-Wachschutz, der Streit um den Lärmschutz für die Anwohner und Baumängel im neuen Terminal an der Berliner Stadtgrenze.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal