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PC-Primus Hewlett-Packard erleidet Riesenverlust


PC-Primus Hewlett-Packard erleidet Riesenverlust

23.08.2012, 09:31 Uhr | dpa

PC-Primus Hewlett-Packard erleidet Riesenverlust. Noch im letzten Jahr schien die Sonne für HP (Quelle: dapd)

Noch im letzten Jahr schien die Sonne für HP (Quelle: dapd)

Eine gigantische Abschreibung, rückläufige PC-Verkäufe und die Kosten für den Konzernumbau haben beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) ein großes Loch gerissen. Im dritten Geschäftsquartal schrieb das kalifornische Unternehmen einen Verlust von unterm Strich 8,9 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch 1,9 Milliarden Dollar verdient.

Tablet-Computer und innere Querelen belasten

"HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird", sagte Konzernchefin Meg Whitman. Sie versicherte aber: "Wir machen ordentliche Fortschritte trotz des Gegenwinds." Mit dem Gegenwind ist der schwache PC-Markt gemeint. HP leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen Rechners sparen. Erschwerend hinzu kommt die schwache Konjunktur.

Die Gründe für die Probleme speziell bei HP liegen allerdings tiefer: Querelen und konfuse Entscheidungen im Management hatten viel Vertrauen bei den Kunden verspielt. Der von SAP gekommene kurzzeitige Konzernchef Léo Apotheker wollte sich vom PC-Bereich trennen und stattdessen auf Software setzen. Die Aktie brach ein, Apotheker musste gehen. Whitman übernahm vor einem knappen Jahr den Spitzenjob und versucht nun zu retten, was zu retten ist.

Rückgang bei Verkäufen

HP hatte bereits Anfang des Monats vor einem hohen Verlust gewarnt. Vor allem schlug eine Abschreibung auf den IT-Dienstleister EDS negativ zu Buche, den HP im Jahr 2008 für 13,9 Milliarden Dollar übernommen hatte - der Kauf brachte offenbar nicht das gewünschte Ergebnis. Insgesamt musste der Computerhersteller im Quartal Belastungen über 10,8 Milliarden Dollar verkraften. "Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns", betonte Whitman während einer Telefonkonferenz mit Analysten mehrfach und sie warnte: "Unser Fortschritt wird nicht geradlinig sein."

Der Umsatz fiel zuletzt um fünf Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. HP verkaufte sechs Prozent weniger Tischrechner, zwölf Prozent weniger Notebooks und 23 Prozent weniger Drucker. Besonders die Privatkunden hielten sich merklich zurück - wohl auch, weil das neue Microsoft-System Windows 8 erst im Herbst auf den Markt kommt. Aber auch das Geschäft mit großen Firmenrechnern und Speichersystemen sowie mit Dienstleistungen schrumpfte. Einziger Lichtblick war die Software mit einem Wachstum von 18 Prozent.

Auch Rivale erleidet Verluste

Bereits der Rivale Dell hatte am Vortag trübe Zahlen vermeldet - kein Vergleich zum iPhone- und iPad-Hersteller Apple, der zur gleichen Zeit zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen aller Zeiten aufgestiegen war.

Gewaltiger Stellenabbau als Folge

Die schlechten Zahlen und die Folgen des Umbruchs bekommen auch die Mitarbeiter zu spüren: Bei HP müssen insgesamt 27.000 Leute bis zum Herbst 2014 gehen. Das ist mehr als jeder zwölfte Beschäftigte. 4000 Mitarbeiter sind schon weg, bis zum Ende des Geschäftsjahres im Oktober sollen es 11.500 werden. Der Abbau gehe schneller voran als gedacht, sagte Whitman, und begründete dies unter anderem damit, dass mehr Mitarbeiter als gedacht das Frühruhestands-Angebot angenommen hätten.

HP steht nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller. Der chinesische Aufsteiger Lenovo ist den Amerikanern dicht auf den Fersen. In Deutschland hat der US-Konzern die Führungsposition demnach bereits verloren und ist auf Rang drei hinter Acer und Lenovo zurückgefallen.

Angesichts der schweren Lage nahm das HP-Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück. "Das konjunkturelle Umfeld ist schlechter als wir dachten", sagte Finanzchefin Cathie Lesjak. Unterm Strich wird ein Verlust stehen. Nachdem die Aktie nachbörslich erst gestiegen war, fiel sie später um drei Prozent.

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