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Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co.: Niederländer Ahold will deutschen Lebensmittelmarkt aufmischen


Aldi, Lidl und Co. bekommen Konkurrenz aus den Niederlanden

28.08.2012, 15:34 Uhr | dpa, t-online.de, dpa-AFX

Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co.: Niederländer Ahold will deutschen Lebensmittelmarkt aufmischen. Die Kette "Albert Heijn to go" lockt bald auch deutsche Kunden (Quelle: dpa)

Die Kette "Albert Heijn to go" lockt bald auch deutsche Kunden (Quelle: dpa)

Der Lebensmittelhandel in Deutschland gilt als einer der am härtesten umkämpften Märkte. Selbst der unangefochtene Weltmarktführer Wal-Mart oder die französische Supermarkt-Gruppe Intermarché sind bei dem Versuch gescheitert, im Land von Aldi und Lidl Fuß zu fassen. Jetzt will der niederländische Handelskonzern Ahold sich ein Stück vom Markt sichern.

Bereits am 12. September eröffnet das bislang vor allem in den Niederlanden, Skandinavien und den USA aktive Unternehmen die erste Filiale seiner Kette "Albert Heijn to go" in einem ehemaligen Schlecker-Laden in Aachen, wie das Unternehmen in Mettmann ankündigte. Neun weitere Geschäfte sollen in den kommenden zwölf Monaten folgen.

Angebot für die Mittagspause oder den Feierabend

Ahold setzt bei seinen Expansionsplänen allerdings auf kleine Nachbarschaftsläden - Convenience Stores -, die vor allem Schüler, Studenten und berufstätige Pendler mit Snacks und Getränken für die Mittagspause oder den Feierabend versorgen sollen. Der Konzern geht damit dem Schlagabtausch mit Discountern wie Aldi erst einmal aus dem Weg. Rivalen dürften eher der örtliche Bäcker oder Ketten wie Kamps oder Backwerk sein.

Das Geschäft mit für den Verzehr vorbereiteten Convenience-Produkten sei bisher in der Bundesrepublik noch unterentwickelt, sagte der Deutschland-Chef von Ahold, der frühere Aldi-Manager Jürgen Hotz. Hier gebe es noch großes Wachstumspotenzial.

"Kleinportionierte Frischeprodukte wie Obstschalen und Salate sind sehr stark im Kommen. Wer es schafft, Natürliches und Schnelligkeit zu verbinden, der hat ein riesiges Potenzial", bestätigte GfK-Marktforscher Robert Kecskes. Darauf setzten auch schon viele Supermärkte mit extra Kühlregalen. Gerade die jüngste Generation im Berufsleben habe wenig Zeit, stelle zugleich aber auch hohe Ansprüche an Qualität und Frische.

Einkauf in zwei Minuten

Die Niederländer betreiben auf dem Heimatmarkt schon seit zehn Jahren derartige Shops, und ihr System ist entsprechend ausgefeilt. Die kleinen, weniger als 100 Quadratmeter großen Geschäfte liegen verkehrsgünstig an Bushaltestellen oder Bahnhöfen. Der Einkauf soll nicht länger als zwei Minuten dauern.

Das Angebot ist für den schnellen Verzehr bestimmt: Obst und Salat, Süßigkeiten, belegte Brötchen oder Nudelgerichte und Getränke. Europaweit wollen die Niederländer bis zum Jahr 2016 150 neue Filialen von "Albert Heijn to go" eröffnen. Wie viele davon in Deutschland stehen werden, dürfte vom Erfolg der ersten Filialen abhängen.

Auch Rewe will auf den Trend der To-Go-Lebensmittel reagieren. Bisher gibt es zwei Läden des Konzeptes "Rewe to go" in Köln und in Düsseldorf. Am Jahresende sollen es vier sein. "Aber auch im Angebot der Rewe-Supermärkte und insbesondere bei den Rewe City-Märkten in den Innenstädten haben wir das Convenience-Angebot in den zurückliegenden beiden Jahren gezielt ausgebaut", sagt ein Sprecher des Unternehmens. Zugleich habe die Discounttochter Penny bei der Modernisierung von Filialen zusätzliche Convenience-Angebote wie frische Salate und Säfte ins Sortiment aufgenommen.

Harte Konkurrenz durch Aldi und Co.

Ahold geht ein beträchtliches Risiko ein. Discounter wie Aldi oder Lidl haben hierzulande einen so hohen Marktanteil wie nirgendwo sonst. Die Folge: Das Preisniveau ist niedriger als in den meisten anderen vergleichbaren Ländern, und die Gewinnmargen sind gering.

Experte sieht gute Chancen für Ahold

Matthias Queck vom Handelsinformationsdienstes "Planet Retail" hat Ahold in Deutschland allerdings Chancen eingeräumt. "Sie unterlaufen den deutschen Lebensmittelhandel mit einer lukrativen Nische", verdeutlichte der Branchenbeobachter.

Im Unterschied zu anderen ausländischen Lebensmittelhändlern wie Intermarché, Wal-Mart oder Delhaize Group, die sich aus dem hart umkämpften deutschen Markt wieder zurückzogen, setze sich Ahold mit dem schmalen und auf Frische fokusierten Sortiment nicht einem Preiskampf mit den hiesigen Lebensmittelhändlern aus, erläutert der Discountexperte.

Wal-Mart und Intermarché scheiterten

Wal-Mart holte sich eine blutige Nase, als das Unternehmen um die Jahrtausendwende versuchte, Aldi, Edeka und Rewe Konkurrenz zu machen. Acht Jahre lang häufte der US-Konzern im Deutschlandgeschäft Verluste an, bis er 2006 die Notbremse zog und seine 85 deutschen "Supercenter" an den Rivalen Metro verkaufte. Nicht besser erging es der französischen Supermarktkette Intermarché und dem belgischen Einzelhändler Delhaize. Doch die Niederländer sind selbstbewusst. Ahold wolle in der Bundesrepublik schnell in die Gewinnzone kommen, sagte Hotz.

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