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Lufthansa-Streik: UFO droht mit 24-Stunden-Streik am Freitag


UFO droht Lufthansa mit 24-Stunden-Streik am Freitag

04.09.2012, 19:58 Uhr | dapd

Lufthansa-Streik: UFO droht mit 24-Stunden-Streik am Freitag. UFO will notfalls flächendeckend streiken (Quelle: dpa)

UFO will notfalls flächendeckend streiken (Quelle: dpa)

Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa hat die Flugbegleitergewerkschaft UFO mit einem flächendeckenden Streik am Freitag für 24 Stunden gedroht. Sollte die Fluggesellschaft um Schlichtungsgespräche ohne Vorbedingungen bitten, würde der Ausstand der Stewardessen und Stewards vermutlich abgesagt, erklärte UFO am Dienstag auf Nachfrage. Die Gewerkschaft ihrerseits sei dazu bereit. Für Mittwoch und Donnerstag schloss UFO Arbeitskampfmaßnahmen aus.

Lufthansa: Streiktaktik "unerträglich"

Bereits heute hatte UFO mit Streiks an drei deutschen Flughäfen den Druck auf die Lufthansa erhöht. Das Kabinenpersonal legte im Arbeitskampf für höhere Löhne und gegen den Einsatz von Leiharbeitern am Dienstagmorgen um 5.00 Uhr in Berlin und eine Stunde später auch in Frankfurt am Main für acht Stunden die Arbeit nieder. Ab 13.00 Uhr legte UFO auch am Münchener Flughafen für elf Stunden die Flüge der Kranich-Airline lahm.

Lufthansa-Sprecher Klaus Walther nannte die Streiktaktik der Gewerkschaft "unerträglich". Er fordert sie auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die Türen dafür sind weit offen", betonte er. Das Lohnangebot der Lufthansa an die Gewerkschaft habe sich nicht verändert.

Passagiere vorbereitet

Viele Passagiere hatten sich offenbar auf den Ausstand vorbereitet und bereits rechtzeitig umgebucht. In Berlin-Tegel blieben die Streikauswirkungen zunächst gering. Bis zum Mittag wurden elf Flugverbindungen vor allem nach Frankfurt gestrichen. Die UFO rechnet an diesem Standort mit einer geringeren Streikbeteiligung als in Frankfurt, da in Berlin seit dem 3. Juli Leiharbeitskräfte von der Lufthansa beschäftigt werden, die um ihre Arbeitsplätze bangen.

In Frankfurt eröffnete die Lufthansa um 5.00 Uhr Umbuchungsschalter für vom Streik betroffene Passagiere. Gegen 6.00 Uhr standen vor den speziell eingerichteten Schaltern nur wenige Hundert Reisende an. Offensichtlich hatten sich in der Nacht viele Ticketinhaber im Internet über den Status ihrer Verbindung informiert. Am vergangenen Freitag, dem ersten Streiktag, hatten Tausende gestrandete Passagiere das Frankfurter Terminal gefüllt.

UFO will notfalls flächendeckend streiken

Für den Fall, dass das bestreikte Unternehmen nicht einlenkt, kündigte UFO-Chef Nicoley Baublies eine flächendeckende Ausweitung des Arbeitskampfes an. Es liege nun an der Lufthansa, ihre "Null-Kommunikation" gegenüber seiner Organisation einzustellen, sagte Baublies. Das bisherige Angebot von 3,5 Prozent sei völlig unzureichend. Dem stehe zudem eine 20-prozentige Gehaltskürzung gegenüber. UFO fordert unter anderem fünf Prozent höhere Gehälter und den Verzicht auf Leiharbeit.

Im ZDF-"Morgenmagazin" hatte Baublies Vorwürfe wegen der Ausweitung der Warnstreiks zurückgewiesen. "Von einer Unverhältnismäßigkeit kann nicht die Rede sein", sagte er und versicherte, die Gewerkschaft habe sich bereit erklärt, in einer "Gesamtlösung" Lohneinbußen für eine Absicherung der Arbeitsplätze zu akzeptieren. Die Verhandlungen seien jedoch "leider gescheitert". Jetzt gehe es nur noch um das Gehalt.

Lufthansa bedauert Lage

Ein Lufthansa-Sprecher bedauerte, dass die Fluggäste in einen Konflikt hineingezogen würden, der am Verhandlungstisch gelöst werden könne. Die Lufthansa habe kein Verständnis dafür, dass die Streikankündigungen "häppchenweise und im Stundentakt" von der UFO mitgeteilt würden. Die Fluggesellschaft sei bemüht, ihre Passagiere rechtzeitig über Ausfälle und Verspätungen etwa im Internet auf der Homepage zu informieren.

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