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Ryanair-Chef fordert Minimal-Flughäfen


Flughäfen  

Ryanair-Chef fordert Minimal-Flughäfen à la Aldi

04.09.2012, 11:46 Uhr | dapd , dpa-AFX , t-online.de

Ryanair-Chef fordert Minimal-Flughäfen. Ryanair-Chef Michael O'Leary hat ungewöhnliche Ideen  (Quelle: AFP)

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat ungewöhnliche Ideen (Quelle: AFP)

Der Chef von Europas größter Billigfluglinie Ryanair, Michael O'Leary, ist bekannt für seine markigen Sprüche. Nun plädiert er für abgespeckte Flughäfen. Sie "sollten so sein wie Aldi und Lidl, sich auf das Wesentliche konzentrieren", sagte O'Leary dem "Handelsblatt". Der Service durch die Fluggesellschaften, wie er heute gewohnt ist, könnte bald der Vergangenheit angehören.

Nach den Vorstellungen des Ryanair-Chefs sollen die Passagiere stärker eingebunden werden und z.B. ihre Koffer selbst mit ins Flugzeug nehmen. "Wir könnten die Abteilungen loswerden, die sich um verlorenes Gepäck kümmert, zudem die ganzen Transportbänder."

Gesponserter Kaffee an Bord

Ryanair will auch an anderen Stellen sparen. "Derzeit versuchen wir jemanden zu finden, der Tee und Kaffee an Bord sponsert", sagte O'Leary der Wirtschaftszeitung. Ryanair würde dann das Logo auf den Trinkbecher drucken, versprach der Chef der Billigfluggesellschaft. Aber umsonst will er Tee und Kaffee auch dann nicht anbieten.

Der Chef der irischen Fluglinie hatte zuvor bereits vorgeschlagen, Passagiere auf Stehhockern zu transportieren oder die Benutzung der Bord-WCs nur gegen Gebühr zu gestatten.

Keine prunkvollen Paläste

In dem Interview mit dem "Handelsblatt" erwägt O'Leary auch den Kauf eines Minderheitsanteils an dem Londoner Flughafen Stansted. Der Airport solle dann mit niedrigsten Kosten arbeiten. "Wir sind daran interessiert, dass Flughäfen möglichst effizient geführt werden und wollen wegkommen von der alten Idee, dass man einen prunkvollen Glas- und Marmorpalast baut." Wohin das führe, sei derzeit in Berlin zu sehen. "Das ist ein einziger Scherbenhaufen, der da entstanden ist", sagte O’Leary.

Expansionspläne gefährdet

Derweil bremsen die EU-Kartellwächter die Expansion des Billigfliegers. Die irische Fluggesellschaft will im dritten Anlauf den nationalen Konkurrenten Aer Lingus schlucken. Doch sieht Brüssel dadurch nach vorläufiger Prüfung den Wettbewerb gefährdet und befürchtet Nachteile für irische Passagiere. Die Kommission weitete deswegen in der vergangenen Woche ihre Untersuchung aus. Ob das grüne Licht noch kommt, ist fraglich.

Denn beide Beteiligten zählen zu den größten Unternehmen auf dem irischen Markt für Passagierflugverkehr, erklärte die Kommission. Sie seien die wichtigsten Fluggesellschaften am Drehkreuz Dublin und konkurrierten zudem als Alleinanbieter auf vielen europäischen Strecken, insbesondere in Irland. "Die Übernahme könnte dazu führen, dass der Wettbewerb auf vielen dieser Strecken faktisch oder potenziell ausgeschaltet wird." Bis Januar hat Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia jetzt Zeit für die eingehende Prüfung.

Herber Rückschlag für Ryanair

Die Vorbehalte in Brüssel sind ein herber, wenn auch kein überraschender Rückschlag für Ryanair. Das Unternehmen war schon zwei Mal, 2006 und 2008, mit dem Versuch gescheitert, Aer Lingus ganz zu schlucken. Schon 2006 machte Brüssel aus kartellrechtlichen Bedenken einen Strich durch die Rechnung. Beim zweiten Mal ließ der Konkurrent, der sich zu einem Viertel in Staatsbesitz befindet, Ryanair abblitzen.

Seit 2007 hält Ryanair schon 30 Prozent der Aer-Lingus-Anteile. Im Juni startete das Unternehmen den dritten Übernahme-Anlauf und bot der Regierung knapp 700 Millionen Euro für ihre Anteile. Wenn aus dem Geschäft nichts wird, wäre das für die irische Regierung keine gute Nachricht. Denn mit der Privatisierung von Aer Lingus will der klamme Staat, der unter dem Euro-Rettungsschirm flüchten musste, seine Kasse auffüllen.

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