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Merck kippt 1100 Jobs in Deutschland


Merck kippt 1100 Jobs in Deutschland

04.09.2012, 13:27 Uhr | t-online.de, dpa

Merck kippt 1100 Jobs in Deutschland. Der Traditionskonzern Merck setzt den Rotstift an (Quelle: imago images)

Der Traditionskonzern Merck setzt den Rotstift an (Quelle: imago images)

Merck setzt den Rotstift an: Der Pharma- und Chemieriese will rund 1100 Jobs auf dem Heimatmarkt kippen. Nach monatelangen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Management stehen jetzt die Details fest. Stellenstreichungen am Standort Genf hatte der Konzern bereits angekündigt.

Jede 10. Stelle hierzulande fällt weg

Demnach fällt dem Umbau des Konzerns jede zehnte Stelle in Deutschland zum Opfer. Das Traditionsunternehmen will bis Ende des Jahres 2015 rund 1100 der 10.900 Arbeitsplätze hierzulande streichen, wie Merck anlässlich einer Betriebsversammlung am Firmensitz in Darmstadt mitteilte.

Allein dort sollen nach Gewerkschaftsangaben 750 Stellen abgebaut werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen will der Konzern bis Ende 2017 weitgehend verzichten. Merck will den Abbau hauptsächlich über Freiwilligen- und Altersteilzeit erreichen.

Wo betriebsbedingte Kündigungen drohen

Geschäftsleitung und Betriebsrat unterzeichneten nach monatelangen Verhandlungen eine entsprechende Vereinbarung. Nicht auszuschließen sind betriebsbedingte Kündigungen allerdings im niedersächsischen Lehrte, wo die Produktion von Industriesalzen eingestellt werden soll, sowie im bayerischen Hohenbrunn.

Betroffen sind insgesamt rund 140 Beschäftigte. Das Unternehmen suche aber nach Alternativen, zum Beispiel nach Investoren für die Standorte, sagte ein Merck-Sprecher. Diskutiert wird außerdem, die Organik in Gernsheim zu schließen. Dazu gebe es aber noch keine Entscheidung.

Sparprogramm soll Unternehmen effizienter machen

Merck-Chef Karl-Ludwig Kley will den DAX-Konzern nach Rückschlägen in der Pharmasparte und angesichts des harten Wettbewerbs im Geschäft mit Flüssigkristallen auf mehr Effizienz trimmen. Im Frühjahr hatte das Unternehmen ein mehrjähriges Spar- und Umbauprogramm vorgestellt.

In Genf hat Merck bereits die Schließung der Zentrale seiner Tochter Serono angekündigt. Rund 500 Arbeitsplätze sowie 80 weitere Jobs sollen wegfallen. Mehr als 750 der 1250 Stellen in Genf werden verlagert. Weltweit beschäftigten die Hessen Ende Juni 40.085 Mitarbeiter.

Bekenntnis zum Standort Deutschland

"Für den Betriebsrat ist besonders wichtig, dass in Darmstadt und Gernsheim bis Ende 2017 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wird und dass wir Auslagerungen und Outsourcing weitgehend vermeiden konnten", erklärte Betriebsratschef Heiner Wilhelm.

Die Einigung sei ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland, sagte das Mitglied der Geschäftsleitung, Kai Beckmann. Merck will in Darmstadt und an anderen deutschen Standorten in den nächsten beiden Jahren mindestens 250 Millionen Euro investieren. Darmstadt werde als weltweite Konzernzentrale weiter ausgebaut.

Auch an Vergütungsregelungen wird gebastelt

Kosten will das Unternehmen auch sparen, indem es die Vergütungsstrukturen verändert. Bei neuen Mitarbeitern könnten über- und außertarifliche Bestandteile des Gehalts entfallen, sagte der Merck-Sprecher.

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