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Lufthansa kippt am Freitag etwa 1200 Flüge


Lufthansa streicht am Freitag etwa 1200 Flüge

06.09.2012, 13:03 Uhr | t-online.de, dapd, dpa-AFX

Lufthansa kippt am Freitag etwa 1200 Flüge. Wegen Flugausfällen werden wohl auch am Freitag Lufthansa-Passagiere im Flughafen ausharren müssen (Quelle: dpa)

Wegen Flugausfällen werden wohl auch am Freitag Lufthansa-Passagiere im Flughafen ausharren müssen (Quelle: dpa)

Passagiere der Lufthansa müssen sich am Freitag auf massive Behinderungen und Flugausfälle einstellen. Im Tarifkonflikt hat die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO zu einem 24-Stunden-Streik an allen deutschen Lufthansa-Standorten aufgerufen. Die Kranich-Airline hat einem Sprecher zufolge wegen des angekündigten Streiks bereits zwei Drittel ihrer Flüge - etwa 1200 Verbindungen - an diesem Tag gestrichen.

Keine Lösung des Konflikts in Sicht

Die Lufthansa habe die Zahl der Verbindungen "beherzt" und frühzeitig zusammengestrichen und hoffe, die verbliebenen Flüge umsetzen zu können, sagte der Sprecher. Die Kunden sollten sich beizeiten ein Bild machen können.

Nach zwei regionalen Streikwellen mit zusammen mehr als 500 Flugausfällen und rund 90.000 direkt und indirekt betroffenen Passagieren sind die Fronten weiter verhärtet. Es deutete zunächst nichts auf eine Annäherung der beiden Tarifparteien hin.

Landeverbot möglicherweise auch für andere Airlines

Und der Streik kann auch andere Airlines treffen. Landeverbote, wie sie an den beiden vergangenen Streiktagen vorübergehend ausgesprochen wurden, seien auch am Freitag nicht auszuschließen, sagte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab.

Ursache dafür ist der Mangel an Abstellplätzen, der sich durch die zahlreichen parkenden Lufthansa-Flugzeuge ergeben kann, die nicht wie sonst in der Luft sind. Raab sagte, die betroffenen Flughäfen analysierten jeweils die Situation und bäten dann die DFS, Anweisungen an die Airlines zu geben.

Ein Drittel der Flüge bleibt bestehen

UFO fordert fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet bei einer längeren Laufzeit 3,5 Prozent Lohnerhöhung. Das Angebot sei unzureichend, kritisierte die Gewerkschaft. Dem stehe zudem eine 20-prozentige Gehaltskürzung gegenüber. Darüber hinaus plant die Fluglinie eine konzerninterne Billigtochter.

Der Unternehmenssprecher sagte, die Lufthansa hoffe, dass sie am Freitag ein Drittel der Flüge anbieten könne. Dazu zählten Flüge von Regionalpartnern, die nicht bestreikt werden sollen. Die Fluglinie wolle aber auch Langstreckenflüge anbieten. Sie informiert auf ihrer Internetseite über die gestrichenen Flüge.

Gewerkschaft bringt Schlichtung ins Spiel

Die Schäden für die Lufthansa dürften bereits nach der zweiten Welle der Streiks in die Millionen gehen. Das Unternehmen will aber keine Schätzungen abgeben. Lufthansa-Manager Peter Gerber hatte zuvor wieder eine auf wenige Fragen reduzierte Schlichtung ins Spiel gebracht. Die Gewerkschaft reagierte abwartend. UFO-Sprecher Alexander Behrens sagte: "Die Lufthansa ist nicht auf uns zugekommen."

In einer Schlichtung könnten die Fragen des offenen Vergütungstarifvertrages behandelt werden, nicht aber komplexe Punkte aus dem Manteltarif oder unternehmerische Entscheidungen, betonte Gerber. Damit meinte er besonders den von UFO bislang heftig bekämpften Plan einer internen Billigfluglinie auf dem Tarifniveau der Tochter Germanwings.

UFO-Chef Nicoley Baublies hatte den Lufthansa-Manager aufgefordert, seine Vorstellungen im direkten Gespräch der Gewerkschaft zu erläutern. Man werde sich alles anhören, was die Streiks am Freitag möglicherweise überflüssig machen könnte.

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