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Auf Rendite-Jagd mit Aktienanleihen


Aktienanleihen: Die entspannte Art des Investierens

10.09.2012, 18:48 Uhr | Der Aktionär, Der Aktionär

Auf Rendite-Jagd mit Aktienanleihen. Der Anleger zwischen Bulle und Bär (Quelle: imago images)

Der Anleger zwischen Bulle und Bär (Quelle: imago images)

Aktienanleihen bieten hohe Zinsen bei überschaubarem Risiko. "Der Aktionär" erläutert, was Anleger über die Zinswunder wissen müssen, und stellt drei attraktive Produkte vor.

Zinsjäger haben es derzeit nicht leicht: Die Bundesrepublik Deutschland zahlt ihren Anlegern für eine zehnjährige Bundesanleihe einen erbärmlichen Zins von 1,4 Prozent. Bei einer Inflationsrate, die im August einen Satz von 1,7 auf 2,0 Prozent nach oben gemacht hat, verbrennen Investoren unter dem Strich Geld. Besser sieht es da schon bei Unternehmensanleihen aus. Fresenius zahlt beispielsweise an seine Gläubiger rund 3,5 Prozent. Noch interessanter sind allerdings Aktienanleihen. Hier locken zweistellige Kupons.

Steigende Nachfrage nach Aktienanleihen

Dass Aktienanleihen immer beliebter werden, zeigt die Statistik des Deutschen Derivate Verbands (DDV). Im Monat Juli erhöhte sich das Volumen ausgeführter Kundenorders gegenüber dem Vormonat um satte 28 Prozent auf 176 Millionen Euro. Der teils hohe Kupon dürfte der ausschlaggebende Punkt sein, weshalb Anleger auf diese strukturierten Produkte zurückgreifen. In diesem Special bringt "Der Aktionär2 dem Anleger das Produkt Aktienanleihen näher und stellt drei attraktive Produkte vor.

Das Grundprinzip der Aktienanleihe ist leicht verständlich: Anleger erhalten nicht selten zweistellige Zinsen auf bekannte Aktien. Ein Beispiel ist die Munich-Re-Anleihe mit der WKN VT5V4J. Bei diesem Produkt erhalten Anleger Zinsen in Höhe von 11,75 Prozent pro Jahr. Das Gute: Diesen Kupon gibt es immer, unabhängig davon, wie sich der Kurs der Aktie entwickelt. Ob der Anleger mit der Aktienanleihe aber schlussendlich einen Gewinn macht, ist von der Rückzahlung der Anleihe abhängig. Entwickelt sich der Kurs der Aktie seitwärts oder steigt das Papier, erhält der Anleger neben dem Kupon den Nennbetrag (in der Regel 1000 Euro) am Ende der Laufzeit ausbezahlt.

Emittent mit Wahlrecht bei der Tilgung

Fällt die Aktie jedoch unter eine bestimmte Schwelle, ist der Emittent berechtigt, die Aktienanleihe in Aktien zu tilgen. Der hierfür maßgebliche Kurs wird als Basispreis bezeichnet und sollte von Anlegern nie unbeachtet bleiben. Bei der Munich-Re-Aktienanleihe beträgt der Basispreis 115 Euro (aktueller Kurs: 116,95 Euro). Solange also die Munich Re-Aktie am Bewertungstag (21. Juni 2013) über diesem Betrag notiert, erhält der Anleger den Nominalbetrag gutgeschrieben. Steht die Aktie allerdings unter 115 Euro, erhält der Anleger die Aktien geliefert. Hierbei kann es zum Verlust kommen.

Bricht die Munich Re-Aktie beispielsweise um 25 Prozent auf 87 Euro ein, bekommt der Investor je Aktienanleihe acht Aktien im Wert von 696 Euro eingebucht sowie einen Barausgleich von gut 61 Euro. Zusammen mit dem performanceunabhängigen Kupon in Höhe von 117,50 Euro werden dem Anleger also 875,50 Euro gutgeschrieben. Wie groß der Gesamtverlust ist, hängt nun davon ab, zu welchem Preis der Anleger die Aktienanleihe gekauft hat. Der einfachste Fall: Die Aktienanleihe notierte am Kauftag bei 100 Prozent, also bei 1000 Euro, dann beträgt der Verlust durch die Anleihe 124,50 Euro (1000 Euro minus 875,50 Euro) oder 12,5 Prozent.

Der Kurs macht die Rendite

Wird eine Aktienanleihe unter 100 Prozent gekauft, so erhöht sich – grob gerechnet – für jeden Prozentpunkt unter 100 Prozent die Rendite um 1,1 bis 1,2 Prozentpunkte. Bei einem Kurs von 98,6 Prozent, wie es bei der Munich-Re-Aktienanleihe der Fall ist, beträgt der Kapitaleinsatz 986,00 Euro. Wird die Aktienanleihe in Geld zurückgezahlt, erhalten Anleger 1000 Euro und damit zusätzlich zu den Zinsen von 117,50 Euro einen Gewinn von 14,00 Euro. Dies entspricht nun einer Gesamtrendite von 13,3 Prozent pro Jahr.

Die Rendite sinkt dementsprechend, wenn Anleihen zu Kursen über 100 Prozent erworben werden. Bei Kursen von 101 Prozent fällt das noch nicht stark ins Gewicht. Anleger müssen 1010 Euro zahlen, könnten aber im besten Fall nur mit einer Rückzahlung von 1000 Euro rechnen. Dieser Verlust von 10,00 Euro müsste nun mit den anstehenden Zinseinnahmen (im Fall Munich Re: 117,50 Euro) gegengerechnet werden. Der Gewinn würde sich hierbei auf 107,50 Euro belaufen. Dies entspricht jetzt nur noch einer Rendite von 10,6 Prozent.

Als Richtwert für Anleger sollte die 100-Prozent-Marke gelten. Notiert eine Anleihe weit unter 100 Prozent, sollte dies zur Vorsicht mahnen. Zwar bedeutet dies eine höhere Rendite, aber es bedeutet auch, dass eine Lieferung von Aktien wahrscheinlich ist. Preise von weit über 100 Prozent signalisieren zwar Sicherheit, aber die Rendite wird dadurch klein.

Rendite mit Infineon

Zehn Prozent Gesamtrendite verspricht die Aktienanleihe auf Infineon. Von der derzeitigen Kursschwäche der Infineon-Aktie sollten sich Anleger nicht täuschen lassen. Der Halbleiterkonzern ist in absoluten Wachstumsmärkten tätig und profitiert vom Boom der grünen Technologien. Das sieht auch das Gros der Analysten so. Unter anderem empfiehlt Goldman Sachs die Aktie zum Kauf und nennt ein Kursziel von 7,90 Euro. Vor diesem Hintergrund ist die Infineon-Aktienanleihe mit der WKN CZ032Y der Commerzbank für konservative Anleger ein Muss. Der Anleger erhält hier in zehn Monaten den Nennbetrag plus Zinsen, wenn die Aktie über 4,80 Euro notiert.

Mehr Sicherheit, dafür etwas weniger Rendite, versprechen Aktienanleihen mit eingebauter Barriere. Diese Schwelle liegt in der Regel 20 bis 30 Prozent unter dem Basispreis und dient als Risikopuffer. Denn sollte der Basiswert am Bewertungstag unter dem Basispreis notieren, aber während der Laufzeit niemals die Barriere berührt oder unterschritten haben, gibt es neben den Zinsen trotzdem den Nennbetrag von 100 Prozent zurück. In der Branche heißen diese Produkte Protect-Aktienanleihe oder Aktienanleihe Plus.

Wette auf die Deutsche Bank

Politische Börsen haben kurze Beine? Von wegen! Bei der Aktie der Deutschen Bank hängt fast alles davon ab, ob die Regierungen in Zusammenarbeit mit den Notenbanken bei der Krise in den USA und in der Eurozone große Fortschritte erzielen können. In diesem Fall hat der Deutsche-Bank-Titel, wie vom "Aktionär" seit Wochen kommuniziert, ein weit überdurchschnittliches Potenzial. Das mittelfristige Kursziel lautet 32 Euro und das langfristige Kursziel 40 Euro. Anleger, die dem Frieden nicht recht trauen, setzen auf die Protect-Aktienanleihe von Vontobel (WKN VT54GT). Sollte die Aktie bis zum 20. September 2013 nicht unter 18 Euro fallen, erhalten Anleger eine sichere Rendite von 13,4 Prozent. Der Risikopuffer beträgt komfortable 34 Prozent.

Nur während der großen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hat die Aktie dieses Niveau kurzfristig unterschritten. Es ist unwahrscheinlich, dass die Deutsche-Bank-Aktie in den nächsten 13 Monaten erneut so tief fällt.

Ob Munich Re, Infineon oder Deutsche Bank – alle drei Aktien dürften in Zukunft nicht allzu stark unter die Räder kommen. Das reicht schon aus, um mit der dazugehörigen Aktienanleihe eine attraktive Rendite zu erzielen.

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