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Experten: Deutsche Ölfirmen haben Gewinn verdoppelt


Experten: Deutsche Ölfirmen haben Gewinn verdoppelt

10.09.2012, 18:53 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Experten: Deutsche Ölfirmen haben Gewinn verdoppelt. Total-Raffinerie in Leuna: Die Marge bei der Öl-Verarbeitung ist gestiegen (Quelle: dpa)

Total-Raffinerie in Leuna: Die Marge bei der Öl-Verarbeitung ist gestiegen (Quelle: dpa)

Die deutsche Mineralölwirtschaft hat ihre Gewinne aus Raffinerien und Tankstellen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verdoppelt. Das hat der unabhängige Hamburger Energie-Informationsdienst (EID) ausgerechnet. Die Branche habe im Durchschnitt mit Verarbeitung und Vertrieb zehn Euro je Tonne verdient, das summiere sich auf einen Gewinn vor Steuern von rund 500 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das staatliche Aufkommen aus der Mineralölsteuer beträgt in einem halben Jahr mehr als 20 Milliarden Euro - also das Vierzigfache.

Der Absatz von Mineralölprodukten hat sich laut EID um 1,4 Prozent erhöht. Das lag vor allem an einem sehr hohen Heizöl-Absatz im Juni, als die Preise vorübergehend deutlich zurückgegangen waren und unter 85 Euro für 100 Liter lagen (aktuell: 90 bis 94 Euro). Der Verkauf von Benzin ist dagegen abermals um 3,9 Prozent zurückgegangen, was auch auf die hohen Preise zurückzuführen sei.

Tankstellen geben sinkende Preise zu spät weiter

Die verbesserte Gewinnsituation der Tankstellen erklärt der EID vor allem mit den fallenden Rohstoffpreisen von April bis Juni. In dieser Zeit sei der Preisrückgang an den Tankstellen etwas verzögert weitergeben worden. Als sich Ende Juni der Trend wieder drehte und die Beschaffungskosten stiegen, seien auch die Margen sofort um zwei Cent je Liter gefallen, weil auch die Anpassungen nach oben nicht unverzüglich durchgesetzt werden konnten.

Für die Verbraucher sei der hohe Rohölpreis in Kombination mit dem gefallenen Euro-Kurs beunruhigend, heißt es bei dem Fachdienst. Rohöl koste mit 95 Euro je Barrel so viel wie noch nie, für die Importe müssten Rekordpreise bezahlt werden. Das freue vor allem die Förderländer und die internationalen Mineralölgesellschaften, die bei der Ölförderung aktiv seien. Sie erzielten dort den mit Abstand höchsten Gewinn, verglichen mit den wesentlich dünneren Margen in Verarbeitung und Vertrieb.

Deutsche Raffinerien nicht rundum glücklich

Die Branche selbst erklärte, die Situation bei den Raffinerien habe sich nach einer längeren finanziellen Durststrecke leicht verbessert. "Ursache sind gestiegene Weltmarktpreise für Mineralölprodukte, die auf geringere Raffinerie-Kapazitäten in den USA und Lateinamerika zurückzuführen sind", sagte Alexander von Gersdorff, Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin. Grundsätzlich bleibe die Raffinerie-Situation jedoch angespannt. "Zeiten leicht höherer Margen stehen immer wieder auch Zeiten von Ergebnissen auf oder nahe der Nullgrenze gegenüber."

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