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Deutsche-Bank-Duo Jürgen Fitschen und Anshu Jain : Harte Zeiten für Mitarbeiter


Deutsche Bank: Harte Zeiten für Mitarbeiter

17.09.2012, 13:11 Uhr | dpa-AFX

Deutsche-Bank-Duo Jürgen Fitschen und Anshu Jain : Harte Zeiten für Mitarbeiter. Deutsche Bank: Führungsduo stimmt Mitarbeiter auf harte Zeiten ein  (Quelle: Reuters)

Deutsche Bank: Führungsduo stimmt Mitarbeiter auf harte Zeiten ein (Quelle: Reuters)

Die neue Spitze der Deutschen Bank stimmt die Beschäftigten auf härtere Zeiten ein. "Jeder weiß, dass Einschnitte unumgänglich sind, es geht nicht ohne Schmerzen", sagte Co-Chef Jürgen Fitschen der "Welt am Sonntag". Zugleich bekräftigte er in dem Doppel-Interview mit Co-Chef Anshu Jain, dass die Deutsche Bank bei den Bonuszahlungen für ihre Manager auf die Bremse treten will.

Jain und Fitschen hatten erst am vergangenen Dienstag ihre Strategie vorgestellt. Das neue Führungsduo, Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Josef Ackermann, will Deutschlands größte Bank mit einem milliardenschweren Sparprogramm fit für die Zukunft machen. Die jährlichen Kosten sollen bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro gedrückt werden, eine Art "Bad Bank" soll riskante Papiere in Milliardenhöhe losschlagen. Die "Strategie 2015+" soll aber nicht nur eine Antwort auf schwächere Geschäfte infolge turbulenter Märkte und schärferer Anforderungen der Regulatoren sein. Das Duo will der Bank auch ein besseres Image verschaffen.

Deutsche Bank will bei den Sachkosten anfangen

Fitschen sagte in dem Interview mit Blick auf das Sparprogramm: "Sobald wir von den Geschäftsbereichen verlässliche Zahlen haben, werden wir sie zuerst mit den Arbeitnehmervertretern diskutieren." Jain ergänzte, man dürfe nicht vergessen, dass die Bank viel einsparen könne, ohne dass es direkt Arbeitsplätze koste. "Wir haben 6000 juristische Geschäftseinheiten, wir haben allein in der Vermögensverwaltung 600 verschiedene Softwareprogramme. Nichts ist so schmerzvoll und auch teuer, wie sich von Mitarbeitern zu trennen. Deshalb gehen wir zuerst an die Sachkosten."

Der Konzern beschäftigte Ende Juni rund 100.000 Vollzeitkräfte weltweit. Im Juli hatte das Institut angekündigt, dass noch in diesem Jahr 1900 Arbeitsplätze wegfallen sollen, 1500 davon im Investmentbanking. In der Sparte sprudeln die Gewinne wegen der kriselnden Märkte nicht mehr so wie in vielen Jahren zuvor.

Bonuszahlungen auf dem Prüfstand

Auch die - gerade in Krisenzeiten umstrittenen - Bonuszahlungen für das Topmanagement will das neue Führungsduo kürzen. Vorgesehen ist eine Einmalzahlung nach fünf Jahren anstelle gestaffelter Auszahlungen über drei Jahre hinweg, hatten die Top-Manager angekündigt.

Fitschen sagte der Zeitung, Geld sei für Banker sicher eine Motivation. "Aber sicher nicht die einzige. Und da ändert sich inzwischen viel: Die heutigen Uniabsolventen interessieren sich nicht nur für ihren Gehaltszettel, sondern wollen für eine Firma arbeiten, die einen guten Ruf in der Gesellschaft genießt." Jeder sollte die Chance bekommen, sein Verhalten zu ändern. "Wenn es aber Kollegen gibt, die das partout nicht wollen, dann müssen wir sie ziehen lassen."

Ver.di fordert Boni-Obergrenze

Auch Deutsche Bank-Aufsichtsrat Werner äußerte sich zum Bonus-Thema. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Es ist nötig und richtig, Gehaltsexzesse zu stoppen. Da lief manches aus dem Ruder." Fixe Obergrenzen für variable Gehaltsbestandteile sollten nach seiner Ansicht eine Selbstverständlichkeit sein. "Kein Manager, auch kein Investmentbanker, muss zweistellige Millionenbeträge verdienen." Ver.di-Vorstandsmitglied Beate Mensch forderte ebenfalls eine Boni-Obergrenze.

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Bank fühlt sich nicht verwantwortlich

Unterdessen hat die Deutsche Bank noch keine Entscheidung über einen Ausstieg aus dem Markt der Nahrungsmittelspekulationen getroffen. "Wir lassen uns hier nicht in eine Ecke treiben", sagte Fitschen der Zeitung. Die Bank sei nicht verantwortlich für den Hunger in der Welt. Die Preise an den Getreide-, Mais- und Reismärkten würden vor allem von Naturkatastrophen getrieben.

Sein Vorgänger Ackermann hatte im vergangenen Jahr nach öffentlicher Kritik angekündigt, einen Ausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation zu prüfen. "Diese Sache ist noch nicht entschieden", sagte Fitschen nun. Man prüfe sehr genau. "Wenn wir das Umfeld an den Lebensmittelmärkten positiv verändern können, werden wir das selbstverständlich tun.

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