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Ergo veröffentlicht Skandal-Liste


Ergo veröffentlicht Skandal-Liste

30.09.2012, 14:52 Uhr | AFP, dpa, t-online.de, dapd

Ergo veröffentlicht Skandal-Liste. Ergo-Zentrale in Düsseldorf (Quelle: dpa)

Ergo-Zentrale in Düsseldorf (Quelle: dpa)

Nach dem ausufernden Skandal um Lustreisen bei Ergo macht sich der Versicherungskonzern ans Aufräumen: Um seinen Ruf zu retten, hat das Unternehmen die bislang recherchierten Ausschweifungen seiner Mitarbeiter jetzt im Internet veröffentlicht. Zu den dort aufgelisteten Eskapaden gehören Besuche von Striptease-Clubs und Belästigungen des Servicepersonals.

In dem Zusammenhang hat der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Ergo, Torsten Oletzky, Fehler bei der bisherigen öffentlichen Aufarbeitung der Sex-Reisen von Versicherungsvertretern nach Budapest und Jamaika eingeräumt. "In der Kommunikation haben wir nicht immer eine gute Figur gemacht", sagte Oletzky der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung" (FAZ).

Versicherer will seinen Ruf retten

Mit der Transparenz-Offensive will das Unternehmen Vertrauen zurückgewinnen. Dass die drei Reisen von Ergo-Vertretern in den Swinger-Club Hedonism II auf Jamaika in den Jahren 2009 bis 2011 bei einer Pressekonferenz nicht erwähnt worden seien, sei "ein Fehler" gewesen, sagte Oletzky.

Ergo überprüfte bis Ende September nach eigenen Angaben "weit über" 500 Belohnungs-Reisen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei habe das Unternehmen weitere Fälle von Fehlverhalten oder "sonstigen Auffälligkeiten" gefunden. Die Dimension der Budapest-Reise im Jahr 2007 habe aber keiner der Fälle "nach Art und Umfang erreicht".

Umfassende Liste von Fehltritten

Auf der Website "www.ergo.com/transparenz" gibt der Konzern jetzt Informationen über die Lust-Sausen der vergangenen Jahre frei. Dort listet das Unternehmen unter dem Punkt "Nachgewiesenes Fehlverhalten" auch Fehltritte seiner Angestellten auf, die bisher nicht öffentlich bekannt waren:

- Sardinien (2012): Ungebührliches Verhalten eines Reiseteilnehmers gegenüber einer weiblichen Begleitperson und einer Servicekraft
- Kitzbühel (2010 und 2011): Es liegen Taxi-Rechnungen vor, denen zufolge Reiseteilnehmer von einer Tabledance-Bar ins Hotel zurückgefahren sind. Belege der Bar liegen nicht vor.
- Hamburg (2010): Eine Außendienstführungskraft rechnete per Eigenbeleg vier Eintrittskarten sowie Getränke über insgesamt 69,50 Euro von einem Striptease-Nachtclub ab.
- New York (2010): Bei einer Wettbewerbsreise ging eine Gruppe von Teilnehmern nach dem offiziellen Programm in einen Club mit Striptease-Programm; dabei wurden seitens der Reisebegleitung Getränke bezahlt. Die Kosten beliefen sich auf etwa 900 Euro.
- Rio de Janeiro (2010): Die Revision fand Belege über Getränke über etwa 300 Euro von einem Nachtclub, die dem Unternehmen in Rechnung gestellt wurden.
- Tallinn (2009): Es wurden zehn Eintrittstickets über insgesamt 100 Euro von einem Striptease-Nachtclub abgerechnet.
- Wien (2008): Reiseteilnehmer rechneten Belege über Getränke in Höhe von etwa 250 Euro von einer Nachtbar ab.
- Hamburg (2007): Ein Geschäftsstellenleiter besuchte mit Seminarteilnehmern einen Erotik-Club auf der Reeperbahn.

Konzernrevision prüfte Belege

Ergo betonte, dass es sich bei den meisten Vorfällen um Reisen handelte, die von selbstständigen Vermittlern in Eigenregie organisiert worden seien oder aber um Einladungen, die in der zur Verfügung stehenden Freizeit ausgesprochen worden seien.

An den Belegen sei die Art der Dienstleistungen in der ursprünglichen Rechnungsprüfung daher "nicht ohne Weiteres zu erkennen". Die Konzernrevision habe die Belege nochmals geprüft. Sobald der Name eines Lokals, sein Standort oder die Uhrzeit der Abrechnung auffällig gewesen seien, sei im Internet nachrecherchiert worden.

"Klare Sanktionen" angekündigt

Um solche Vorkommnisse zu Zukunft auszuschließen, hat der Konzern weitere Änderungen für die Vertriebsmitarbeiter angekündigt. Reisen für Vertriebspartner werden dem Ergo-Chef zufolge nur noch in Europa und mit Ehepartner ausgeschrieben. Bei Fehltritten wolle das Unternehmen "klare Sanktionen aussprechen". "Wo es Fehlverhalten gibt, müssen wir klarstellen, dass es keine Toleranz gibt", sagte Oletzky.

Oletzky räumte nach den neuerlichen Enthüllungen über weitere Sex-Exkursionen ein, die Aussage, die Ergo habe bei der Aufarbeitung der Vorfälle im Unternehmen "jeden Stein umgedreht", sei seinerzeit "zu früh" gewesen. "Wir haben unsere Lektion gelernt", sagte er der "FAZ". Auf die Frage, ob die Ergo-Muttergesellschaft noch hinter Oletzky stehe, sagte dieser, er bekomme "alle Unterstützung aus München, die es braucht". Ergo ist eine Tochter des Rückversicherers Münchner Rück, in Deutschland arbeiten rund 19.600 Menschen für den Versicherungskonzern.

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