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Manhattan: Aldi eröffnet Filiale in East Harlem


Manhattan: Aldi eröffnet Filiale in East Harlem

01.10.2012, 07:51 Uhr | dpa, t-online.de

Manhattan: Aldi eröffnet Filiale in East Harlem. Aldi setzt an der US-Ostküste weiter auf Expansion (Quelle: imago images)

Aldi setzt an der US-Ostküste weiter auf Expansion (Quelle: imago images)

Seit 36 Jahren ist der deutsche Discounter Aldi in den USA vertreten - aber jetzt wird erstmals eine Filiale in Manhattan eröffnet. Zuvor hatte sich Aldi schon mit Geschäften in Queens und der Bronx an den Big Apple New York herangetastet. Wer aber nun eine glitzernde Niederlassung im Stil der Geschäfte am Times Square erwartet, dürfte enttäuscht sein. Aldi wählte einen Standort in East Harlem, einer der ärmeren Nachbarschaften von Manhattan.

"Aldi drängt seit einiger Zeit verstärkt in die Ballungsräume", sagt Discount-Experte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail. "Vor allem entlang der Ostküste." Auch in der Hauptstadt Washington habe im vergangenen Jahr der erste Aldi aufgemacht, sagte Queck. "Gefolgt vom ersten Aldi in Miami, Florida, im Januar dieses Jahres."

Ärmlichere Gegend von Manhattan

In Manhattan ist Aldi in die East River Plaza eingezogen - eines der wenigen Einkaufszentren im dichtbesiedelten Manhattan. Dort gibt es unter anderem bereits einen Target, wo ebenfalls Lebensmittel verkauft werden. Zu den Nachbarn gehören außerdem ein Billigmöbel-Laden und Costco, eine Großhandelskette. In der Nachbarschaft wohnen vor allem Mexikaner und Puerto Ricaner, die Mieten sind günstig, die Einkommen eher niedrig.

Die Kundschaft dürfte entsprechend preissensibel sein. Und Aldi versucht auch hier, mit Billigangeboten zu punkten. Die Gallone Milch (knapp vier Liter) gibt es bei Aldi für etwa 2,50 Dollar, bei der Konkurrenz sind es schnell 4,00 Dollar und mehr. "Wir spornen unsere Kunden dazu an, von bekannten Marken zu unseren eigenen Marken zu wechseln und bis zu 50 Prozent zu sparen", sagt Aldi-Regionalleiter Bruce Persohn. Bei Aldi, so erläutert er der New Yorker Kundschaft, sei alles auf Effizienz getrimmt.

Aldi für Amerikaner wie vom anderen Stern

Ohnehin ist Aldi für US-Amerikaner eine andere Welt: Die Tragetüten kosten extra, Kreditkarten werden nicht akzeptiert und in den Einkaufswagen muss man eine Münze einstecken. Denn was in Deutschland gilt, gilt auch in den Vereinigten Staaten. Nur dort kennt man derlei Sparsamkeit nicht.

Die Niedrigpreisstrategie zieht. Discounter gehören zu den wenigen Einzelhändlern, die derzeit in den USA wachsen. Denn viele Amerikaner müssen sparen: Die Arbeitslosigkeit ist mit gut acht Prozent historisch hoch, die Wirtschaft kommt einfach nicht in Fahrt. Überdies scheint den Verbrauchern die Lust auf riesige Konsumtempel vom Schlage eines Wal-Mart-Supercenters zu vergehen. "Der Trend geht Richtung kleinere Läden", sagt US-Handelsexpertin Sandy Skrovan von Planet Retail.

In den USA weiter auf Expansionskurs

Aldi war 1976 in den USA gestartet und kommt auf gut 1200 Läden. Streng genommen handelt es sich um Aldi Süd mit dem gelb umrandeten "A" als Logo. In fünf Jahren, so glauben die Marktbeobachter von Planet Retail, werden es fast 400 Geschäfte mehr sein. Anders als in Deutschland sind die Grenzen des Wachstums für Aldi in den USA noch weit entfernt: Von den 50 Bundesstaaten gibt es erst in 32 Läden. So ist die Westküste für Aldi ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Die Schwestergesellschaft Aldi Nord mit dem geschwungenen "A" als Logo tritt in den Vereinigten Staaten nur versteckt auf. Sie hatte 1979 den Lebensmittelhändler Trader Joe's übernommen, eine Art Edel-Aldi mit besserer Auswahl zu etwas höheren Preisen in etwas größeren Läden. 380 Geschäfte gibt es, viele davon in guten Innenstadt-Lagen. Aus Kalifornien kommend eröffnete der erste Trader Joe's in New York City im Jahr 2006. Auch diese Aldi-Tochter wächst.

Unter dem Radar

Mit ihren New Yorker Läden sind die beiden Aldi-Zweige übrigens Walmart zuvorgekommen. Seit Jahren schon versucht der weltgrößte Einzelhändler mit seinen gigantischen Läden, nach New York City vorzustoßen. Doch die Gewerkschaften, die kleineren Händler und die Lokalpolitiker stellen sich quer. Aldi Süd dagegen will im kommenden Jahr das vierte Geschäft in der Metropole eröffnen. Dann dürfen sich die Bewohner des Stadtteils Brooklyn auf ein sehr deutsches Einkaufserlebnis freuen.

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