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Volkswirte: Inflation könnte zweistellig werden


Volkswirte: Inflation könnte zweistellig werden

07.10.2012, 09:11 Uhr | dapd, t-online.de, sky

Volkswirte: Inflation könnte zweistellig werden. Die Vorhersagen über die künftige Inflation werden immer drastischer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Vorhersagen über die künftige Inflation werden immer drastischer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt bei Volkswirten zunehmend für kalte Füße. Die Experten glauben nicht mehr daran, dass die EZB künftig die Inflation wie bisher im Zaum halten kann. In einer Umfrage der "Wirtschaftswoche" (Montag) sagten Wirtschaftswissenschaftler heftige Preissteigerungen für Deutschland voraus. Am pessimistischsten war dabei der Chefvolkswirt des Degussa-Konzerns, Thorsten Polleit: "Ich fürchte, dass es sogar zweistellige Preissteigerungen gibt", sagte er dem Magazin. Die EZB beruhigte derweil die Gemüter.

Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, erwartet, dass die Inflationsrate auf mindestens drei Prozent steigt. Die EZB sieht nur bei Inflationsraten von maximal um die zwei Prozent das Ziel der Geldwertstabilität als noch erfüllt an. Der Geldtheoretiker Manfred Neumann von der Universität Bonn erklärte jedoch: "Es wird eine schleichende Inflation geben mit Raten von bis zu sechs Prozent."

Inflation wie in den 70er Jahren

Der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser sagte hierzu: "Es gibt historisch nur einen mit heute vergleichbaren Zeitraum, und das sind die 70er Jahre. Die Inflationsrate lag damals bei sechs Prozent. Höher hätte sie auch nicht sein dürfen, sonst hätte die Bevölkerung rebelliert."

Pessimistisch in Sachen Inflation ist auch der Freiburger Volkswirt Lüder Gerken. Der Professor und Leiter des Centrums für europäische Politik sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", eine spürbare Entwertung der Währung sei die zwingende Folge der Hilfen durch ESM und EZB.

Rezession verhindert Ausbruch der Inflation

Eine Inflation sei bisher nur deshalb nicht ausgebrochen, weil in fast allen Euro-Ländern Rezession herrsche. "Wenn aber die Konjunktur anzieht, kommt sie", zeigte sich Gerken überzeugt. Er traue der EZB nicht zu, die Geldmenge später wieder zu reduzieren.

"Dafür muss sie die Notenpresse stoppen und konsequent die Zinsen anheben. Höhere Zinsen aber bedrohen die maroden Staaten. Es drohen Staatspleiten und damit der Kollaps des Euros."

EZB will die Wogen glätten

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sieht derweil trotz der anhaltenden Schuldenkrise keine Inflationsgefahr für die Eurozone. "Ich sehe keine steigende Geldentwertung. Nach unseren Prognosen wird bereits im nächsten Jahr die Inflation wieder unter die Zwei-Prozent-Marke sinken", sagte der deutsche Notenbanker der Zeitung "Bild am Sonntag". Die EZB werde auch in Zukunft die Stabilität der Gemeinschaftswährung gewährleisten.

Asmussen verwies darauf, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone seit Bestehen der Gemeinschaftswährung bei zwei Prozent liege, in Deutschland sogar nur bei 1,6 Prozent. "Das ist niedriger als zu Zeiten der D-Mark."

Was Asmussen nicht erwähnt: Die hohe Inflationsrate in den Siebzigern zu D-Mark-Zeiten wurde durch den Ölschock ausgelöst - in der Geschichte war dies bislang eine absolute Ausnahmesituation.

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