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Schlecker-Pleite beflügelt Geschäft des Konkurrenten dm


Schlecker-Pleite beflügelt Geschäft des Konkurrenten dm

19.10.2012, 12:08 Uhr | dapd

Schlecker-Pleite beflügelt Geschäft des Konkurrenten dm . Die Drogeriekette dm baut ihr Netz weiter aus (Quelle: dapd)

Die Drogeriekette dm baut ihr Netz weiter aus (Quelle: dapd)

Des einen Leid ist des anderen Freud: Die Pleite der Drogeriekette Schlecker hat dem Marktführer dm einen zusätzlichen Schub gegeben. Der Umsatz in Deutschland stieg demnach um 14 Prozent auf den Rekord von 5,1 Milliarden Euro. Allerdings wies Unternehmenschef Erich Harsch in Karlsruhe darauf hin, dass die Fehler der Konkurrenz das ohnehin starke Wachstum von dm im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch verstärkt hätten.

Auch Mitarbeiter profitieren

Zum Gewinn nennt das Unternehmen keine Zahlen. Dieser liege aber bei ungefähr einem Prozent des Umsatzes, hieß es. Damit würde dm in Deutschland einen Gewinn von etwa 50 Millionen Euro machen. Von den guten Geschäften profitieren auch die Mitarbeiter, die insgesamt Sonderzahlungen von 13 Millionen Euro bekommen.

Mehr Angestellte und neue Filialen

Zum Ablauf des Geschäftsjahres Ende September beschäftigte dm nach eigenen Angaben 29.109 Mitarbeiter in 1345 deutschen Filialen. Damit stellte die Drogeriekette binnen eines Jahres im Inland rund 3500 zusätzliche Mitarbeiter ein und machte 89 neue Filialen auf.

Etwa 800 Mitarbeiter seien von Schlecker übernommen worden, sagte Roman Melcher, Mitglied der Geschäftsführung, bei der gleichzeitigen Präsentation des Jahresergebnisses in Frankfurt am Main. Wegen der Pleite waren zwischenzeitlich 23.000 Schlecker-Beschäftigte arbeitslos geworden.

Interesse an einem Job bei dm hatten aber weit mehr Menschen als die Mitarbeiter des gescheiterten Konkurrenten. Im vergangenen Geschäftsjahr hätten sich 140.000 Menschen um einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle beworben, sagte Harsch.

Fast ein Fünftel des Markts unter Kontrolle

Das Unternehmen habe zudem seine führende Position weiter ausbauen können. Harsch erklärte, dass der Marktanteil für Drogeriewaren in Deutschland nahe der 20-Prozent-Marke liege. Auch bei der Entwicklung von Fotos sei dm zum Marktführer aufgestiegen.

Schlecker-Pleite nicht überbewerten

Der Einfluss der Schlecker-Pleite auf die eigene Entwicklung solle jedoch nicht überschätzt werden, erklärte die dm-Geschäftsführung. "Das dynamische Wachstum kommt garantiert nicht von Schlecker", sagte Melcher. Schlecker habe etwa zwei Milliarden Euro Umsatz mit Drogeriewaren gemacht.

"Sowohl Schlecker als auch Ihr Platz waren schon in den vergangenen Jahren beim Verkauf von Drogeriewaren keine Big Player mehr", so Harsch. Der Marktanteil dieser Konkurrenten habe im vergangenen Jahr unter fünf Prozent gelegen.

Auch in Europa mit einem Anstieg

Auch europaweit steigerte dm die Erlöse - etwa um 11,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Der Anstieg fiel etwas schwächer aus, weil das Unternehmen im Ausland nur um 4,3 Prozent wuchs, der dortige Umsatz betrug 1,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist in Österreich, Teilen Osteuropas und auf dem Balkan aktiv. Eine Expansion in andere Märkte, etwa nach Frankreich, sei aber nicht geplant, sagte Melcher.

Rossmann drängt Lieferanten zu niedrigeren Preisen

Unterdessen berichtete das "Handelsblatt", dass Konkurrent Rossmann von den Herstellern seiner Eigenmarken Preisnachlässe von bis zu zehn Prozent verlange. Die nach der Schlecker-Pleite zweitgrößte Drogeriekette hinter dm argumentiere mit dem "überproportionalen Wachstum" der Eigenmarken. Sie machten mittlerweile ein Drittel der verkauften Produkte aus. Im Wettbewerb mit dem Branchenprimus um die ehemaligen Schlecker-Kunden müsse Rossmann nun attraktive Preise bieten.

Die Hersteller dagegen wollen sich dem Bericht zufolge gegen Rossmanns Forderung wehren. Manche könnten sich Preissenkungen nicht erlauben und fürchteten um ihre Existenz. Der Versuch, den meist mittelständischen und wenig bekannten Lieferanten niedrigere Preise zu diktieren, ist allerdings wirtschaftlich nachvollziehbar. Durch die Schlecker-Pleite ist die Marktmacht der verbleibenden Drogerien stark gestiegen.

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