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Superjet 100: Prestigeflieger wird Ladenhüter


Superjet 100: Prestigeflieger wird Ladenhüter

30.10.2012, 15:37 Uhr | t-online.de , dpa-AFX

Superjet 100: Prestigeflieger wird Ladenhüter. Niemand will ihn haben - den russischen Superjet 100 (Quelle: dpa)

Niemand will ihn haben - den russischen Superjet 100 (Quelle: dpa)

Ein russisches Prestigeprojekt entwickelt sich immer mehr zum Ladenhüter: Der Superjet 100 verkauft sich nicht. Jetzt will die Regierung den Absatz des Mittelstrecken-Flugzeugs im Ausland mit günstigen Krediten ankurbeln.

Fluglinie will Maschine zurückgeben

Die Außenhandels- und Entwicklungsbank VEB werde dafür bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro) bereitstellen, sagte Regierungschef Dmitri Medwedew der Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" zufolge. Bislang verkaufte der Hersteller Suchoi nur wenige Superjets. Die armenische Fluglinie Armavia will ihre Maschine sogar zurückgeben, weil der Jet internationale Standards nicht erreiche.

Medienberichten zufolge war der Kauf von zwei Jets geplant. Armavia soll den Kauf des zweiten Fliegers inzwischen jedoch ablehnen, beide Flugzeuge stehen demnach derzeit auf dem Suchoi-Testgelände in Zhukovsky. Nach den Angaben soll Armavia dem Hersteller Geld für die Wartung der ersten Maschine schulden und die Zahlung verweigern.

Erste Flieger nach Lateinamerika verkauft

Die VEB-Kredite, die den Superjet-Absatz anschieben sollen, reichten für den Kauf von etwa 100 Flugzeugen, sagte Medwedew, der auch im VEB-Aufsichtsratschef sitzt. Der Katalogpreis einer Maschine beträgt 35,4 Millionen US-Dollar. Der Zins dürfte bei etwa drei Prozent liegen, schrieb das Blatt.

Mexikanische Airline ordert 20 Maschinen

Indes soll die mexikanische Fluggesellschaft Interjet 20 der russischen Jets bestellt haben, wie das Portal "BizTravel" meldete. Demnach wurde die erste Maschine kürzlich in Venedig mit der Inneneinrichtung und der Endlackierung versehen. Zuständig dafür sei das mexikanisch-russische Gemeinschaftsunternehmen Superjet International gewesen, hieß es in dem Bericht.

Der Jet wurde nach den Angaben von Komsomolsk am Amur über Nowosibirsk und Shukowski nach Venedig geschickt. Interjet sei der erste westliche Superjet-Kunde. Der erste Flieger soll der Fluggesellschaft im März 2013 ausgeliefert werden.

Absturz bei Werbeflug

Der Suchoi Superjet 100 (SSJ) ist das erste in Russland entwickelte Passagierflugzeug nach dem Zerfall der Sowjetunion. Seit dem Absturz einer Maschine auf einem Werbeflug in Indonesien mit knapp 50 Toten im Mai sorgt der zweistrahlige Jet immer wieder für negative Schlagzeilen. Er bietet Platz für bis zu 98 Passagiere und hat eine maximale Reichweite von 4500 Kilometern.

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