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Eurozone rutscht erstmals seit drei Jahren in die Rezession


Konjunktur  

Eurozone erstmals seit drei Jahren wieder in Rezession gerutscht

15.11.2012, 12:44 Uhr | dpa , dapd , t-online.de , mmr

Die Wirtschaft in der Eurozone gerät tiefer in den Sog der Schuldenkrise. Die 17 Länder des Euroraums sind erstmals seit drei Jahren insgesamt wieder in die Rezession gerutscht. Im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone verglichen mit dem Vorquartal zum zweiten Mal nacheinander. Sie sank um 0,1 Prozent nach minus 0,2 Prozent zuvor, berichtete die Europäische Statistikbehörde Eurostat. Volkswirte sprechen von einer Rezession, wenn das Wirtschaftswachstum in mindestens zwei Vierteljahren in Folge negativ ausfällt. Auch die deutsche Wirtschaft gerät in den Negativsog.

Deutsche Wirtschaft mit Mini-Plus

Immerhin: Deutschland schlägt sich etwas besser als von Ökonomen erwartet. Bankvolkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gerechnet. "Das Wachstumstempo ist im Jahresverlauf zwar gesunken", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. Es sei aber ein Erfolg, dass die Wirtschaftsleistung trotz der schwächeren Weltkonjunktur und der anhaltenden Schuldenkrise bisher beständig zugenommen habe.

Noch laufen die Exporte

Angesichts der Krise in den südlichen Euroländern stellen verunsicherte Unternehmer Investitionen zurück, die deutsche Exportwirtschaft leidet unter der schwachen Nachfrage aus den rezessionsgeplagten Euroländern. Dennoch haben Außenhandel und eine starke Binnennachfrage die deutsche Wirtschaft nochmals angetrieben: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2012 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Experte sieht auch für Deutschland Rezessionsgefahr

Für das Schlussquartal deutet sich aus Sicht von Ökonomen nun jedoch eine weitere merkliche Eintrübung der Konjunktur an. Gustav Horn vom Düsseldorfer Institut für Makroökonomie (IMK) warnt sogar: "Die Rezessionsgefahr für die deutsche Wirtschaft steigt."

Die Postbank erwartet im Schlussquartal ein Minus der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent: "Einen deutlich negativen Wachstumsbeitrag dürfte vor allem von den Exporten kommen", sagte Postbank-Ökonom Marco Bargel. Die Staatsschuldenkrise werde die Ausfuhren schwer belasten. Positive Wachstumsimpulse erwarte er erneut vom privaten Konsum.

Die deutsche Wirtschaft leide offensichtlich an der Unsicherheit, die von der Staatsschuldenkrise ausgeht, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die Lage. "Dafür spricht, dass die Unternehmen ihre Investitionen seit der Jahreswende senken und dies auch im dritten Quartal getan haben, obwohl die Exporte in der Tendenz weiter gestiegen sind."

Eurozone bleibt auch im vierten Quartal im roten Bereich

Nach Einschätzung der Commerzbank ist in der gesamten Eurozone kurzfristig kein Ende der Rezession in Sicht. "Im Schlussquartal 2012 dürfte das Bruttoinlandsprodukt weiter sinken", hieß es in einer Analyse. Im Sommer habe das wirtschaftliche Gefälle im Euroraum weiter zugenommen. "Die Peripherieländer hinken den starken Kernländern immer weiter hinterher", schreiben die Commerzbank-Experten.

Deutschland und die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich können das Gesamt-Minus nicht ausgleichen. Auch Frankreich wuchs im dritten Quartal zwar leicht - zur Überraschung von Experten. Von Juli bis September erhöhte sich das BIP zum Vorquartal um 0,2 Prozent, wie die französische Statistikbehörde Insee in Paris mitteilte. Volkswirte hatten mit einer Stagnation gerechnet.

BIP in Italien, Spanien und Portugal schrumpft

Doch die südeuropäischen Krisenländer stecken weiter in der Rezession fest. Die italienische Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal und verharrt seit nunmehr fünf Quartalen im Abschwung. In Spanien betrug das Minus im dritten Vierteljahr 0,3 Prozent, in Portugal 0,8 Prozent.

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