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Swiss Life lässt AWD weitgehend verschwinden


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Swiss Life lässt AWD weitgehend verschwinden

23.11.2012, 13:18 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Swiss Life lässt AWD weitgehend verschwinden . AWD-Markenname verschwindet aus der Öffentlichkeit, auch viele Mitarbeiter müssen gehen  (Quelle: dapd)

AWD-Markenname verschwindet aus der Öffentlichkeit (Quelle: dapd)

Erst sollte nur der Markenname AWD aus der Öffentlichkeit verschwinden. Doch nun plant der Schweizer Mutterkonzern Swiss Life offenbar die Auflösung des deutschen Finanzdienstleisters. Die Aktien von Swiss Life zogen zuletzt deutlich an. Bei dem Versicherer kursierte das Gerücht, wonach der Konzern weite Teile des Werts seiner deutschen Tochter AWD abschreiben könnte. Am Markt hieß es, eine mögliche Trennung von dem Finanzdienstleister wäre positiv für die Titel.

Die Swiss-Life-Aktie kletterte in den vergangenen beiden Handelstagen in Zürich um über elf Prozent. Zuletzt stützte auch eine Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS. Doch stärkeres Gewicht beim Kursanstieg dürften die Auflösungs-Gerüchte um den AWD haben. Das "Wall Street Journal" (WSJ) zitierte einen Firmeninsider mit den Worten: "In Zukunft wird es AWD als Finanzberater mit Handelsvertretern nicht mehr geben."

Milliarden-Übernahme des AWD gescheitert

Der Schweizer Versicherungsriese will bei der Krisentochter AWD hart durchgreifen. Ende Oktober wurde bekannt, dass der Name AWD verschwinden soll. Nun macht der Konzern offenbar tabula rasa. Nach Informationen des Informanten erklärt der Lebensversicherer die Milliarden-Übernahme des deutschen Finanzdienstleisters für gescheitert. Swiss Life werde einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe abschreiben, berichtet das "WSJ". In vertrauten Kreisen wird von 250 Millionen bis knapp 400 Millionen Franken gemunkelt.

500 AWD-Mitarbeiter müssen gehen

Gleichzeitig wollen die Schweizer die Kosten bei AWD durch einen radikalen Stellenabbau nach unten drücken. "Die AWD Holding soll mit der Swiss Life Deutschland zusammengelegt werden", erklärte die Person im "WSJ". Weitere Kostenersparnisse erhoffe man sich durch Stellenabbau. Laut dem Zeitungsbericht müssen bis zu 500 Mitarbeiter im Back Office gehen.

Maschmeyer-Lebenswerk wird verschwinden

Das Lebenswerk des AWD-Gründers Carsten Maschmeyer bröselt. Der nicht unumstrittene Hannoveraner verkaufte seinen Konzern im Jahr 2008 für gut eine Milliarde Euro an Swiss Life. Seitdem ging's fast nur bergab. Statt wie erhofft das Neugeschäft deutlich zu steigern, blieben die Gewinnhoffnungen auf der Strecke. Laut internen Prognosen sollte AWD 2011 über 100 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern abliefern. Stattdessen standen nur magere sieben Millionen Euro zu Buche, schrieb das "Handelsblatt" in der vergangenen Woche.

Die AWD-Belegschaft in Deutschland soll auf einer vorgezogenen Weihnachtsfeier mit den Plänen konfrontiert werden. Befürchtet wird eine umfangreiche Reorganisation. Die Mitarbeiter müssen mit Provisionskürzungen und Abstufungen auf der Karriereleiter rechnen. "Die entscheidende Änderung wird sein, eine der Hierarchiestufen abzuschaffen. Es soll nur noch drei statt vier Ebenen geben", erklärte der Firmeninformant im "WSJ".

Konkret sollen die beiden mittleren Führungsebenen zusammengelegt werden. "Danach wird es viele Abgänge geben", prognostizierte der Unternehmenskenner. "Kaum ein ehemaliger Büroleiter wird es sich gefallen lassen, wieder als Vertriebsmann auf Tour zu gehen." Von den einst einmal 6000 AWD-Vertriebsmitarbeitern werden nur wenige übrigbleiben.

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