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Größte Entlassungswelle bei Zeitungen seit 1949


Größte Entlassungswelle bei Zeitungen seit 1949

01.12.2012, 14:18 Uhr | dpa

Größte Entlassungswelle bei Zeitungen seit 1949. Noch nie haben in Deutschland so viele Zeitungsjournalisten ihren Job verloren wie derzeit (Quelle: dpa)

Noch nie haben in Deutschland so viele Zeitungsjournalisten ihren Job verloren wie derzeit (Quelle: dpa)

Bei deutschen Zeitungen gibt es derzeit die größte Entlassungswelle seit Bestehen der Bundesrepublik. Das ist die Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA). "Vorher sind mal einzelne Redaktionen insolvent gegangen. Aber das war nie die Größenordnung, die heute erreicht wird, wo wir mehrere Redaktionen haben, die viele Menschen freisetzen", sagte eine BA-Sprecherin in Nürnberg.

Mehrere Verlage hatten wegen gesunkener Einnahmen auf dem Markt für gedruckte Anzeigen zuletzt Schließungen, den Abbau von Arbeitsplätzen oder Umstrukturierungen angekündigt. Insgesamt sind Hunderte Arbeitsplätze betroffen. Die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) erscheint am nächsten Freitag zum letzten Mal. Die "Frankfurter Rundschau" (FR) hatte vor rund zwei Wochen Insolvenz angemeldet. Bereits Ende September war die "Abendzeitung Nürnberg" nach 93 Jahren eingestellt worden.

Arbeitsplätze bedroht oder schon weg

Allein die Insolvenz der "FR" bedroht fast 500 Arbeitsplätze. Bei den Wirtschaftsmedien des Verlags Gruner + Jahr, zu denen die "FTD" gehört, sind mehr als 300 Mitarbeiter betroffen. Der "Berliner Verlag" ("Berliner Kurier", "Berliner Zeitung") sieht sich nach eigenen Worten zur Einsparung von mindestens 40 Stellen gezwungen. Bei der Nürnberger "Abendzeitung" wurden 35 Mitarbeiter arbeitslos.

"Es ist ein schwieriger Markt im Augenblick", sagte die Sprecherin der Bundesagentur. "Die Chancen, dass gerade die Kollegen aus dem Printbereich auch wieder im Printbereich unterkommen, sind nicht wahnsinnig gut." Es gebe Alternativen im Online-Bereich oder in der Unternehmenskommunikation.

Ex-Chefredakteur: Pleitewelle beginnt erst

Der frühere Chefredakteur der "Rundschau", Uwe Vorkötter, sieht die Pleitewelle bei Zeitungen erst an ihrem Anfang. In einem Beitrag für das "Medium Magazin" schreibt Vorkötter: "Die Krise, die seit Jahren beschworen wird, hat ihre ersten beiden prominenten Opfer gefordert. Es werden nicht die letzten sein. [...] Die Insolvenz des einen und das Aus für das andere Blatt sind Menetekel."

Vorkötter warnte die Branche jedoch vor weiteren Sparrunden ohne Konzepte für den digitalen Wettbewerb. "Bleibt im Prinzip alles, wie es ist, und man spart einfach auf der Kostenseite den sinkenden Erlösen hinterher? Dann werden bald auch die Starken schwach."

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