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Transparency International: Griechenland korruptestes Land Europas


Dramatische Korruption in Griechenland

05.12.2012, 14:14 Uhr | AFP, dapd, dpa-AFX

Transparency International: Griechenland korruptestes Land Europas. Bei der Korruption schneidet Griechenland in der EU mit Abstand am schlechtesten ab (Quelle: Reuters)

Bei der Korruption schneidet Griechenland in der EU mit Abstand am schlechtesten ab (Quelle: Reuters)

Die beiden Euro-Krisenländer Griechenland und Italien liegen bei der Korruption in Europa an der Spitze. Das hat die Organisation Transparency International in ihrem jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex CPI ermittelt. Griechenland bekommt demnach nur 32 von 100 möglichen Punkten und landet dadurch zusammen mit Kolumbien und Dschibuti auf Platz 94 von 174. Im vergangenen Jahr hatte Griechenland noch auf Rang 80 gestanden. Italien kommt mit 42 Punkten auf Platz 72 - das ist der gleiche Rang wie Bosnien-Herzegowina.

Deutschland kam allerdings ebenfalls nicht unter die Top Ten. Es wurde mit 79 Punkten bewertet, das reicht für Rang 13, eine Verbesserung um einen Platz im Vergleich zu 2011. Zwei andere Euro-Krisenländer, Spanien und Portugal, erhielten 65 (Rang 30) und 63 Punkte (Platz 33). Transparency International forderte Europa auf, Korruptionsrisiken zu verringern, um die Eurokrise zu bekämpfen.

Korruption hat einen hohen Preis

"Die Regierungen müssen Anti-Korruptions-Maßnahmen bei allen staatlichen Entscheidungsprozessen einbeziehen", forderte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle. Besonders wichtig seien bessere Regeln für Lobby-Arbeit und Parteienfinanzierung sowie die Offenlegung staatlicher Ausgaben und Auftragsvergaben. Der diesjährige Index zeige, dass "Gesellschaften weiter einen hohen Preis für Korruption bezahlen", kritisierte Labelle.

Den ersten Platz auf der Rangliste teilten sich mit jeweils 90 Punkten Dänemark, Finnland und Neuseeland. Zu der guten Bewertung ihrer Korruptionsbekämpfung trügen der gute Zugang zu Informationen und klare Regeln für öffentliche Amtsträger bei, hieß es. Den letzten Platz belegten mit jeweils nur acht Punkten Afghanistan, Nordkorea und Somalia.

Arabischer Frühling ohne Einfluss auf Bestechlichkeit

Auch nach dem Arabischen Frühling ist Korruption der Untersuchung zufolge in der Region weiter ein Problem. So erhielt Ägypten nur 32 Punkte für seine Korruptionsbekämpfung und belegte damit den 118. Platz. Tunesien landete mit 41 Punkten auf Platz 75, Jemen mit 23 Punkten auf Rang 156.

Transparency erstellt den Korruptionswahrnehmungsindex einmal im Jahr. Grundlage sind unter anderem Daten der Weltbank und des Weltwirtschaftsforums. Da die einbezogenen Quellen und auch die Zahl der Staaten differieren, ist die Rangfolge von Jahr zu Jahr nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Lobby-Job erbost Transparency

Zuletzt hatte Transparency International den FDP-Landtagsabgeordneten und früheren hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch wegen eines Lobby-Nebenjobs attackiert. "Wer bis Mai Minister war, kann nicht kurz darauf einen Job antreten, in dem er gezielt auf seine Kenntnisse zurückgreifen kann", sagte Jochen Bäumel, Vorstandsmitglied von Transparency International, der Tageszeitung "Die Welt". Ein Interessenskonflikt bei Posch liege auf der Hand.

Vor wenigen Tagen hatte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) Posch zum Vorsitzenden einer Kommission berufen, die ein nationales Luftverkehrskonzept erarbeiten soll. Um mögliche Verstrickungen künftig zu verhindern, fordert Transparency International eine dreijährige Karenzzeit für Minister und Regierungsmitglieder nach Ende ihrer Tätigkeit. "Was bei Beamten möglich ist, ist auch bei Politikern machbar", sagte Bäumel.

"Koalition gegen Korruption"

Transparency International arbeitet gemeinnützig und legt Wert auf politische Unabhängigkeit. Die "Koalition gegen Korruption" wurde 1993 gegründet und sieht sich als eine der international führenden Bewegungen der Zivilgesellschaft. Inzwischen ist Transparency in mehr als hundert Ländern aktiv - darunter auch in Deutschland.

Transparency definiert Korruption als Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Eine effektive und nachhaltige Bekämpfung und Eindämmung der Korruption sei nur möglich, wenn Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiteten und Koalitionen bildeten. Ziel der Organisation ist es, das öffentliche Bewusstsein über die schädlichen Folgen der Korruption zu schärfen und nationale und internationale "Integritätssysteme" zu stärken.

Daten aus internationalen Studien und Umfragen

Der jetzt vorgestellte Corruption Perceptions Index (CPI, Korruptionswahrnehmungsindex) listet Länder nach dem Grad auf, mit dem dort Korruption bei Amtsträgern und Politikern wahrgenommen wird. Der Index stützt sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen von neun unabhängigen Institutionen. Auch wurden Geschäftsleute sowie Länderanalysten befragt und Umfragen mit Bürgern im In- und Ausland mit einbezogen.

Diese indirekte Vorgehensweise seit nötig, weil Korruption im Verborgenen stattfindet und nur gelegentlich nach Skandalen, Ermittlungen oder Verurteilungen ans Licht kommt, erklärte die Organisation die Methodik des CPI.

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