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Warnstreiks an deutschen Flughäfen sorgen für Wartezeiten


Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen streikt

10.12.2012, 10:33 Uhr | AFP, dapd, t-online.de, dpa

Erst schneebedingte Flugausfälle und nun auch noch Streik: Passagiere auf deutschen Flughäfen müssen sich am heutigen Montag in Geduld üben und auf längere Wartezeiten einstellen. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte in der Nacht überraschend Warnstreiks des Sicherheitspersonals an etwa zehn deutschen Flughäfen an. Rund tausend Beschäftigte des Sicherheitspersonals haben bis zum Mittag die Arbeit niedergelegt. Von Verspätungen und Flugausfällen war zunächst nichts bekannt. Hintergrund des Warnstreiks sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

"Es geht darum, die Arbeitgeber zu treffen"

Zum Sicherheitspersonal zählen unter anderem die Mitarbeiter bei den Gepäck- und Personenkontrollen. Betroffen waren unter anderem die Flughäfen Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Bremen, Hannover, die Berliner Airports Tegel und Schönefeld sowie Teile des Frankfurter Flughafens, wie ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft sagte.

"Es geht darum, die Arbeitgeber zu treffen." Deshalb seien die Warnstreiks zum Teil erst kurzfristig angekündigt worden. Genaue Zeiten stünden nicht für sämtliche Flughäfen fest.

Frankfurt wurde erst kurzfristig informiert

Um 4.00 Uhr begannen die ersten Streiks an den Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn, Stuttgart und Baden-Baden/Karlsruhe. Am größten deutschen Airport in Frankfurt sorgte der Warnstreik zunächst nicht für Behinderungen. "Wir haben definitiv keine Streikauswirkungen", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Morgen. Ver.di hatte hier etwa 80 Mitarbeiter von 6.00 Uhr bis 10.00 Uhr zum Warnstreik aufgerufen.

Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld führte der Warnstreik zu Flugausfällen und Verspätungen. Es beteiligten sich jeweils etwa 100 Mitarbeiter an dem Ausstand, sagte Ver.di-Sprecher Jürgen Stahl. In Tegel fielen der elektronischen Fluginformation zufolge 14 Flüge aus. Wie viele davon jedoch auf die Witterung zurückzuführen waren, war zunächst unklar. In Schönefeld gab es bei der Abfertigung Verspätungen von bis zu einer Stunde.

In Hamburg gab es lange Schlangen, die Terminals waren voll. Zunächst waren nur zwei von 16 Kontrollstellen geöffnet, wie eine Sprecherin des Flughafens sagte. Flugzeuge hoben mit leichten Verzögerungen ab.

Auch an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen mussten Passagiere längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Wie ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn am Morgen berichtete, konnte während des Streiks bis 7.00 Uhr nur eine Kontrollstelle geöffnet werden. Es waren jedoch nur wenige Flüge betroffen. In Düsseldorf gab es ebenfalls eingeschränkte Fluggastkontrollen.

Gewerkschaft fordert mehr Gerechtigkeit

Bundesweit vertritt Ver.di im Sicherheitssektoren nach eigenen Angaben 15.000 Beschäftigte. In den Verhandlungen macht sich die Gewerkschaft unter anderem für geregelte Dienstpläne, unbefristete Arbeitsplätze und gerechte Löhne stark. "Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Anrecht auf Planbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit - das ist jedoch ohne geregelte Dienstpläne und Schichtsysteme nicht möglich", kritisierte Verhandlungsführer Andreas Sander.

Am 14. November waren die Verhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft über einen Manteltarifvertrag gescheitert. "Zum wiederholten Male reagieren die Arbeitgeber nicht auf unsere Forderung nach einem Gesamtangebot, sondern setzen auf eine Verschleppungstaktik", sagte Sander im Gespräch mit der Zeitung.

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