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Deutsche Bank soll in Steueraffäre Unterlagen vernichtet haben

Hat die Deutsche Bank Unterlagen vernichtet?

14.12.2012, 12:52 Uhr | dpa, dpa-AFX

Deutsche Bank soll in Steueraffäre Unterlagen vernichtet haben. Deutsche Bank: Affäre um Steuerhinterziehung spitzt sich zu (Quelle: dpa)

Deutsche Bank: Affäre um Steuerhinterziehung spitzt sich zu (Quelle: dpa)

Neue Vorwürfe gegen die Deutsche Bank: In der Steueraffäre gehen die Ermittler nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" davon aus, dass ihnen Unterlagen vorenthalten wurden. Das sei einer der zentralen Vorwürfe in den Haftbefehlen gegen fünf Beschäftigte der Bank, berichtete die Zeitung. Die Staatsanwaltschaft vermute, dass E-Mails zu den mutmaßlich kriminellen Geschäften vernichtet wurden. Co-Chef Jürgen Fitschen hat sich derweil zu Wort gemeldet und sich öffentlich gewehrt.

Trotz Kooperation fehlende Unterlagen

Die Bank habe nach einer ersten Razzia im Frühjahr 2010 den Behörden zugesagt, vollständig zu kooperieren und alle nötigen Unterlagen zu übergeben. Zwei Jahre später hätten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt entdeckt, dass Mails fehlten und deren Herausgabe verlangt. Einen Teil des Materials habe die Bank nachliefern können, ein anderer Teil sei bereits gelöscht gewesen, schreibt die "Süddeutsche-Zeitung".

Deutsche Bank widerspricht Darstellung

Aus der Bank und ihrem Umfeld heiße es, niemand habe manipuliert. In den riesigen Datenmengen sei es zu unbeabsichtigten Lücken gekommen. Die Vorwürfe seien absurd. So gehöre etwa der jetzt festgenommene Mitarbeiter aus der Rechtsabteilung zu den Leuten, die intern die Aufklärung des Falls vorangetrieben hätten.

Affäre erreicht Vorstand

Derweil setzt sich Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen öffentlich zur Wehr nachdem bekannt wurde, dass auch gegen ihn und Finanzvorstand Stefan Krause ermittelt wird. Ihm wird vorgeworfen, die fragliche und später korrigierte Umsatzsteuererklärung der Bank für das Jahr 2009 unterschrieben zu haben. Dazu sagte Fitschen der Zeitung: "Ich fühle mich ungerecht behandelt." Er bedauere es sehr, dass die Bank mit ihren hausinternen Ermittlungen "noch nicht weiter" gekommen sei.

Des Weiteren kritisiert er die Staatsanwaltschat in einem Interview mit dem "Handelsblatt". "Meines Erachtens war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft überzogen", sagte Fitschen der Zeitung. Er wundere sich, dass es überhaupt "zu einem solchen Verfahren kommen konnte". Aus seiner Sicht entbehrten die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft jeder Grundlage, schrieb die Zeitung.

Großrazzia in Frankfurt

Am Mittwoch hatten hunderte Beamte die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main durchsucht. Die Vorwürfe der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gegen 25 Mitarbeiter lauten auf Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung im Zusammenhang mit dem millionenschweren Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate).

Nach Informationen handelt es sich bei den Beschuldigten um Händler, Fachleute für Steuerrecht, Mitarbeiter der Rechtsabteilung und IT-Spezialisten. Fünf Beschäftigte der Bank waren am Mittwoch festgenommen worden, vier von ihnen müssen vorerst in Untersuchungshaft bleiben.

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