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Deutsche Autobauer sahnen in den USA ab


Deutsche Autobauer sahnen in den USA ab

04.01.2013, 14:27 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Deutsche Autobauer sahnen in den USA ab. Der Firmensitz von VW im US-amerikanischen Herndon, westlich von Washington (Quelle: dpa)

Der Firmensitz von VW im US-amerikanischen Herndon, westlich von Washington (Quelle: dpa)

Für die deutschen Autobauer wird der boomende US-Markt immer wichtiger. Von einer Absatzkrise wie in Europa keine Spur, im Gegenteil: BMW, Daimler, Audi und Porsche wurden im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten so viele Autos los wie noch nie, VW fuhr das beste Ergebnis seit fast vier Jahrzehnten ein. Und die Hersteller blicken optimistisch in die Zukunft.

Europas größter Autobauer Volkswagen setzte mit seiner Kernmarke im vergangenen Jahr fast 440.000 Autos in den USA ab, das ist ein Zuwachs von gut 35 Prozent. Auch im Dezember war die Nachfrage hoch. Damit hat VW seine Auslieferungen seit dem Jahr 2009 mehr als verdoppelt, wie das Unternehmen bekanntgab. Wachstumstreiber war vor allem der eigens entwickelte US-Passat: Im Vergleich zu 2011 verfünffachten sich die Verkäufe des Autos.

Audi fährt hinterher

VW ist die einzige deutsche Massenmarke, die auf dem US-Markt vertreten ist. Die anderen Autobauer tummeln sich im Oberklasse-Segment - so wie die Schwestermarken Audi und Porsche. Der Sportwagenhersteller konnte seinen Absatz 2012 um ein Fünftel steigern und brachte mehr als 35.000 Neuwagen auf die Straße. Audi setzte knapp 140.000 Autos ab und legte damit ähnlich stark zu.

Im Vergleich zu den direkten Rivalen BMW und Daimler fährt Audi in den USA aber hinterher. Die Münchener verkauften knapp 347.600 Autos der Marken BMW und Mini, was ein Zuwachs von 14 Prozent war. Daimler wurde gut 305.000 Mercedes-Fahrzeuge los und schaffte damit ein Plus von 15 Prozent. Neben noblen Mercedes-Karossen waren Smart-Kleinstwagen und Sprinter-Transporter darunter. Mercedes-Benz sicherte sich damit einen neuen Rekordabsatz. Zudem lösten die Vereinigten Staaten Deutschland als größten Markt für die Marke ab.

Gute Stimmung bei Herstellern

Man wolle auch 2013 weiter auf der Erfolgswelle reiten, sagte Daimlers US-Chef Steve Cannon. Auch sein Kollege bei BMW, Ludwig Willisch, schätzt die Aussichten für 2013 positiv ein, ebenso wie Porsches Nordamerika-Verantwortlicher Detlev von Platen. Volkswagens Landesleiter Jonathan Browning geht allerdings nicht davon aus, das rasante Tempo des Jahres 2012 halten zu können. VW werde in diesem Jahr aber schneller als die Konkurrenz wachsen, kündigte er an.

Den Autobauern kommt zugute, dass das wirtschaftliche Klima in den USA besser ist als in Europa und die Käufer entsprechend eher bereit sind, einen Neuwagen anzuschaffen. Zudem sind viele Fahrzeuge in den USA total veraltet und müssen schlicht ersetzt werden. Insgesamt wurden in den USA im vergangenen Jahr nach einer Auflistung des Fachmagazins Automotive News 14,5 Millionen Neuwagen verkauft, ein Zuwachs von 13 Prozent.

Trübe Prognose für Deutschland

Dagegen sind die Aussichten selbst in dem von der Schuldenkrise weitgehend verschont gebliebenen Deutschland trübe. 2012 sind die Zulassungen hierzulande leicht zurückgegangen auf 3,1 Millionen. Für das laufende Jahr rechnet der Verband der Automobilindustrie mit etwa drei Millionen Neuzulassungen.

Das gute Abschneiden der deutschen Autobauer in Übersee darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auf dem US-Markt nur eine untergeordnete Rolle spielen. Marktführer General Motors verkaufte im eigenen Land rund 2,6 Millionen Wagen, ein Plus von vier Prozent. Bei Ford waren es knapp 2,3 Millionen Autos, ein Zuwachs von fünf Prozent. Die Fiat-Tochter Chrysler kam auf fast 1,7 Millionen Wagen, das sind 21 Prozent mehr. Auch japanische und südkoreanische Hersteller sind stark vertreten.

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