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ThyssenKrupp zahlte Luxusreisen für Gewerkschafter


ThyssenKrupp zahlte Luxusreisen für Gewerkschafter

11.01.2013, 11:13 Uhr | t-online.de - sia, dpa-AFX, dapd

ThyssenKrupp zahlte Luxusreisen für Gewerkschafter. Erste Klasse nach Rio: ThyssenKrupp spendierte seinen Gewerkschaftern im Aufsichtsrat Luxusreisen (Quelle: dapd)

Erste Klasse nach Rio: ThyssenKrupp spendierte seinen Gewerkschaftern im Aufsichtsrat Luxusreisen (Quelle: dapd)

ThyssenKrupp steht erneut unter Beschuss: Der Stahlriese soll seinen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat laut einem Bericht des "Handelsblatts" Luxusreisen ins Ausland spendiert haben. Die Eingeladenen sind demnach auf Konzernkosten unter anderem nach China und Brasilien gereist und haben First-Class-Ausflüge zu Formel-1-Rennen genossen. Ein Gewerkschafter gesteht inzwischen Fehler ein.

Ausflüge zum Zuckerhut und zu Formel-1-Rennen

Nach dem Bericht sind Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mehrfach erster Klasse nach Asien und Amerika gereist, aber auch nach Kuba. Die Zeitung beruft sich dabei auf interne Unterlagen des Unternehmens. Zwar seien die Reisen immer mit geschäftlichen Aktivitäten von ThyssenKrupp verbunden gewesen, hätten aber auch touristischen Charakter gehabt.

So wurde demnach bei einem Brasilientrip nicht nur das neue Stahlwerk in Rio de Janeiro besichtigt, sondern außerdem ein Ausflug zum Zuckerhut unternommen. Der Konzern habe darüber hinaus mit Bertin Eichler den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden zu einem Formel-1-Rennen in Shanghai eingeladen, berichtet die Zeitung. Die Gäste seien dabei in einer eigens gemieteten Loge bewirtet worden.

Gewerkschafter gibt Fehler zu

Und bei einer Reise nach China spendierte der Essener Traditionskonzern der Delegation einen Bummel durch das Spielerparadies Macau, heißt es. Eichler selbst hat den Angaben zufolge in den Jahren 2004 bis 2012 fünf Erste-Klasse-Reisen auf Kosten des Konzerns mitgemacht - nach China, Thailand, Kuba und in die USA. Er gibt aber zu, unsensibel gewesen zu sein.

Dem "Handelsblatt" sagte er, für Überseereisen von Aufsichtsräten Plätze in der ersten Klasse zu buchen, sei im Unternehmen übliche Praxis gewesen. Er räumte aber ein: "Dennoch ist nicht alles richtig, was zulässig ist und üblich war. Aus diesem Grund werde ich ThyssenKrupp die Differenz der Kosten der First-Class-Flüge zu Business-Klasse erstatten."

Eichler will nicht wieder kandidieren

Zudem werde er bei der 2013 anstehenden Wahl der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat des Industriekonzerns nicht mehr kandidieren. Er erklärte aber, dass die Nobelreisen keine Auswirkung auf seine Arbeit als Aufsichtsrat gehabt hätten.

Vorstand verlor Job wegen Luxusreisen

Die großzügigen Reisen auf Firmenkosten nährten den Verdacht, dass das ThyssenKrupp-Management die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat habe gütig stimmen wollen, schreibt die Zeitung. Der frühere ThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen hat wegen umstrittener Luxusreisen bereits seinen Posten räumen müssen.

Genug Ärger hat der Konzern schon mit dem Vorstandsumbau nach Kartell- und Korruptionsskandalen und Milliardenkosten wegen Fehlplanungen bei den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA. Der Aufsichtsrat des Konzerns unter Führung von Gerhard Cromme gerät zunehmend in die Kritik.

Aufsichtsrat wegen Milliardendebakel in der Kritik

Nachdem zunächst deutsche Aktionärsvertreter und Kleinaktionäre angekündigt hatten, dem Kontrollgremium die Entlastung versagen zu wollen, schloss sich der US-Aktionärsberater ISS der Kritik an. Auch der ISS empfahl nun den Investoren, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern.

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