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BER-Debakel: Architekt erhebt schwere Vorwürfe


BER-Architekt erhebt schwere Vorwürfe gegen Flughafengesellschaft

14.01.2013, 14:15 Uhr | AFP, dapd, dpa

BER-Debakel: Architekt erhebt schwere Vorwürfe. Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (Quelle: dpa)

Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (Quelle: dpa)

Neue Vorwürfe im Berliner Flughafendebakel: Der Architekt des Hauptstadtflughafens BER, Meinhard von Gerkan, macht für die Pannen am Bau und den immer wieder verschobenen Eröffnungstermin die Betreibergesellschaft verantwortlich. Zudem kündigte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer an, die Verantwortlichen mit Hilfe von Anwälten und Wirtschaftsprüfern für das Debakel ausfindig machen zu wollen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) genießt derweil weiterhin großen Rückhalt im Parlament.

"Großangelegte Täuschung"

Die Arbeit der Berliner Flughafengesellschaft habe sich als "großangelegte Täuschung" herausgestellt, heißt es laut "Spiegel" in einem Schriftsatz der Anwälte von Architekt Gerkan. Die Manager hätten mit ständigen Umbauwünschen den Bauablauf "regelrecht zerschossen". Überdies hätten sie "wider besseres Wissen gegenüber ihrem eigenen Aufsichtsrat und der Öffentlichkeit" suggeriert, dass das Terminal "pünktlich und innerhalb des Wunschbudgets fertig werden könne".

Die Flughafengesellschaft hatte Gerkans Architekten in der Planungsgemeinschaft pg bbi im Mai entlassen und wenig später wegen angeblich massiver Fehlplanung verklagt. In einer 99-seitigen Klageerwiderung werfen die Architekten den Angaben zufolge ihrem ehemaligen Auftraggeber nun vor, das Termin- und Finanzchaos selbst verursacht zu haben. So hätten 286 Planänderungsanträge bis Mai 2012 zu einer "fortdauernden Behinderung der eigenen Baustelle" geführt.

"Entweder das Ding fliegt oder ich fliege"

Trotz des Flughafen-Debakels genießt Ministerpräsident Platzeck weiterhin den Rückhalt im Parlament. 55 von 88 Abgeordneten sprachen dem 59-Jährigenauf einer Sondersitzung des Landtags das Vertrauen aus. Die Ja-Stimmen kamen aus den Koalitionsfraktionen von SPD und Linke. Die Opposition stimmte geschlossen gegen Platzeck.

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Landes Brandenburg, dass ein Ministerpräsident einen solchen Schritt unternahm. Für ihn ging es dabei um alles, denn er verbindet seine politische Zukunft mit dem erfolgreichen Start des Flughafens. "Entweder das Ding fliegt oder ich fliege", sagte er zuvor in der ARD-Sendung "Günther Jauch".

Platzeck, der Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH werden soll, räumte in dem Gespräch zudem gravierende Mängel an dem Flughafenbau ein. "Es ist dramatisch. Es ist ein Desaster." Der SPD-Politiker rechnet daher mit Umbauten. "Wir müssen wahrscheinlich nicht abreißen, aber umbauen. Das wird an manchen Stellen nötig sein", sagte Platzeck.

Bundesverkehrsminister will Ausbau des Flughafens

Derweil will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Schuldigen für Chaos zur Verantwortung ziehen. Externe Anwälte und Wirtschaftsprüfer sollen "sämtliche Haftungsfragen und Verantwortlichkeiten" klären. Das gilt auch für das Flughafenmanagement und den Aufsichtsrat", kündigte Ramsauer in der "Bild am Sonntag" an. Schadenersatzforderungen gegen Geschäftsführung und Aufsichtsrat schließt er nicht aus.

Auch hält er die Festlegung eines Eröffnungstermins für den künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld für unseriös. "Am Ende kann 2014 rauskommen, genauso aber ein anderes Datum", sagte er der "Bild am Sonntag". Ramsauer sprach sich dafür aus, die durch die Bauverzögerung gewonnene Zeit zu nutzen, um den Flughafen noch vor der Eröffnung zu erweitern.

"In Tegel und Schönefeld haben wir rund 25 Millionen Passagiere im Jahr", sagte Ramsauer. "Mit dem BER können wir 27 Millionen bewältigen. Das heißt: Der BER ist von Anfang an stark ausgelastet." Der Terminalbereich könne aber deutlich ausgebaut werden, "für zusätzlich zehn Millionen und mehr Passagiere. Man könnte die Zeit jetzt nutzen, um die Terminalerweiterung gleich mit anzupacken - und auch die Nordbahn zu sanieren".

Bundestag berät über Debakel

Am Mittwoch will sich der Haushaltsausschuss des Bundestages mit dem Airportdebakel befassen. Ob Wowereit und Flughafen-Technikchef Horst Amann an der Sitzung teilnehmen werden, ist fraglich. Denn an diesem Tag will der Aufsichtsrat den Weg für einen umfassenden Neustart freimachen. Neben der Ablösung von Flughafenchef Rainer Schwarz ist die Installation eines Vorstandspostens für Finanzen vorgesehen. Dann soll auch der zwischen den Gesellschaftern verabredete Wechsel zwischen Platzeck und Wowereit an der Spitze des Aufsichtsrates vorgenommen werden.

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